Ausgabe 
26.10.1850
 
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. Intelligenz-Blatt

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

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Sonnabend den 26. Oktober

1850.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 45 enthält: 1) Großherzogliches Edict, die Auflöſung der Ständekammern und die Anordnung neuer Wahlen betreffend. 2) Bekanntmachung, die Perſonentaxe auf dem Poſtcburs zwiſchen Mainz reſp. Alzey und Kaiſerslautern betr. 3) Summariſche Ueberſcht der Rechnung Großh. Landes-⸗Waiſenanſtalt zu Darmſtadt für 1849. 4) Erledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Meſſel, R.⸗B. Darmſtadt, mit jährlichen 550 fl.; die 1. kath. Schullehrerſtelle Bingen, R.⸗B. Mainz, mit jährlichen 674 fl. nebſt 30 fl. Ent⸗ chädigung für Heizung des Schullocals; die kath. Schullehrerſtelle zu Sauerſchwabenheim, R⸗B. Mainz, mit jährlichen 252 fl., nebſt einer Vergütung von 30 fl. für Heizung des Schullocals.

Die Ahnung. Nach einer wahren Begebenheit. Von Fr. Gerſtäcker. (Fortſetzung.)

Barrenkamp erbrach und durchflog es raſch und ſagte dann, während er aufſtand und ſich dem Hauſe zuwandte: Ich werde in wenigen Minuten damit fertig ſein, und Ihr könnt es gleich wieder mit zurücknehmen, Münzer. Bleibt Ihr Beiden indeß bei meiner Frau und vertreibt ihr die Zeit ein Bischen; ſie wird gern einmal wieder auf die Plaudereien aus dem Dorfe horchen. Der Paſtor ging ſchnell in's Haus.

Was macht Ihr, Münzer? ſagte die Frau und ſtreckte dem alten Manne die weiße abgezehrte Hand ent gegen.Ihr ſchaut jetzt recht gut und wohl aus, die Frühlingsluft ſcheint Euch zu bekommen. Setzt Euch zu mir bitte Schulmeiſter, nehmen Sie Platz was macht Euer Gärtchen Eure Kuh, Euer kleines Stück Feld? wir haben uns recht lange nicht geſehen.

Ach, beſte Frau Paſtorin, erwiderte der Greis und faßte und ſtreichelte die ihm gebotene Rechte,ſeit acht vollen Wochen, ſeit dem Abend nicht, wo der Sturm die alte Linde an der Kirchhofsmauer umriß, und Ham⸗ mers unten im Dorfe den Schornſtein mitten in die Stube warf, der beinahe das jüngſte Kind erſchlagen hätte. Das war in jeder Beziehung eine böſe Nacht und ich, meines theils werde ſie im Leben nicht vergeſſen. Sie, Frau Paſtorin, ſind ja auch damals krank geworden und haben ſich gelegt. Ich weiß noch recht gut, am nächſten Mor.. aber lieber Gott, fehlt Ihnen etwas?....

Es iſt doch am Ende zu kalt hier draußen, Frau Paſtorin, unterbrach ihn hier raſch der Schulmeiſter, der ein dorthin führendes Geſpräch ſo bald als moglich abzu

ſchneiden wünſchte.Sie möchten lieber hineingehen in's warme Zimmer ſoll ich Sie vielleicht geleiten?...

Ich danke, ich danke Herr Wendler, ſagte die Frau und hielt ſich nur wenige Sekunden lang das Tuch gegen die Augen gepreßt; zum erſten Male wurde hier in ihrer Gegenwart, ſeit ſie ihres Vaters Tod erfahren, jener Abend erwähnt, und ſie mochte jetzt die Männer nicht merken laſſen, wie ſie der Gedanke daran erregte. Es war nur ein leichter Uebergang, fuhr ſie dann mit einem halblächelnden Zug um den Mund fort,ein leich⸗ ter Uebergang ſich oft einſtellender Schwäche ich habe meine alten Kräfte noch nicht wieder es wird gleich vorbei ſein. Doch laßt Euch nicht irre machen, Münzer Ihr nauntet jene Nacht eine böſe iſt auch Euch iſt Euch etwas darin geſchehen, daß Ihr ſie nie wieder vergeſſen könntet?

Laſſen Sie jene Nacht, beſte Frau Paſtorin,, bat ſie der Schulmeiſter,die iſt lange voruͤber; weßhalb immer wieder auf ſie zurückkommen! Münzer kann Ihnen einen andere treffliche Neuigkeit berichten; der Gutsherr hat ihm das kleine Stückchen Feld, das er bis dahin bewirth ſchaftete, verdoppelt, und hinlänglichen guten Samen zu Kartoffeln verſprochen.

Die Frau hielt indeſſen ihr Auge feſt und forſchend auf den alten Mann geheftet; es war unverkennbar, daß irgend ein Gegenſtand alle ſeine Gedanken gefeſſelt hielt, denn er beachtete nicht einmal das, was ja bisher, wie die Paſtorin recht gut wußte, ſein höchſter Wunſch ge⸗ weſen. Etwas Anderes ging ihm im Kopfe herum und jene Nacht mußte damit in Verbindung ſtehen. Der leicht er regbare Zuſtand der Kranken faßte denn auch, beſonders nach dieſem Punkte hin, den geringſten Faden mit zittern der Schnelle auf.Was iſt Euch geſchehen, Münzer, fluͤſterte ſie und griff, die Hand des Schulmeiſters zurüͤck drängend, nach ſeinem Armewas iſt, ſagt mir was iſt mit jener Nacht?,

Geſchehen gerade nichts, Frau Paſtorin, erwiderte der Greis und ſchnitt verlegen mit dem Rand ſeiner Sohle in den gelben Kies ein,geſchehen gar nichts, aber wenn Sie es denn wiſſen und mich nicht auslachen wollen ich hatte eine Erſcheinung.

Münzer! rief der Schulmeiſter vorwurfsvoll, und der alte Mann ſah erſt jetzt, als er die Augen vom Boden hob, zu ſeinem Schreck, welchen Eindruck die wenigen Worte auf die Frau gemacht hatten.

Ihr ſaht Ihr ſaht meinen Vater! rief dieſe