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Intelligenz-Vlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
. S838.
Mittwoch den 23. Oktober
1850.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
den Transport von friſchem Fleiſch und friſcher Wurſt in den Gemarkungen von Frankfurt und Sachſenhauſen betr.
Auf Grund der von der geſetzgebenden Verſamm⸗ lung und hohem Senate erlaſſenen Beſchlüſſe wird zur Sicherung der Fleiſchacciſe und in geſundheits⸗ polizeilicher Beziehung, im Einverſtändniß mit dem polizeiamt, das Nachſtehende hiermit zur Nachachtung und damit ein Jeder, den es angeht, ſich vor Schaden und Nachtheil zu hüten wiſſe, bekannt gemacht.
§. 1. Da das Einbringen von allem nicht in der Stadt geſchlachtetem friſchem Fleiſch und von friſcher Wurſt verboten iſt, ſo haben diejenigen, welche friſches Fleiſch oder friſche Wurſt zur Durchfuhr innerhalb der Stadtgemarkung transportiren, ſowohl hinzu der Stadt, als auch zum Wei⸗ ter⸗Transport aus der Stadt über die Gemarkungsgrenze hinaus, die im§. 3 dieſer Bekanntmachung bezeichneten Straßen genau einzuhalten. Sie dürfen ſich bei ſolchem Transport auf den gedachten Straßen nicht verweilen, und ſind alſo in dem einen wie in dem anderen Fall gehalten, ihren Weg ununterbrochen fortzuſetzen.
Der Transport darf nur bei Tag bis zu eintretender Dämmerung ſtattfinden. f
Es iſt den Transportanten von friſchem Fleiſch oder friſcher Wurſt nicht erlaubt, dieſe Victualien um die Stadt herum nach einer weiteren Beſtimmung zu transportiren; ſie ſind vielmehr verpflichtet an dem, der Straße, auf wel⸗ cher ſie einzugehen beabſichtigen, zunächſt gelegenen Haupt⸗ thor ſich zu melden, und das bei ſich führende Quantum daſelbſt zum Durchgang zu deklariren.
Die ausſchließlich hierzu beſtimmten Thore ſind:
das Affenthor,
das Allerheiligenthor, das Friedbergerthor und das Bockenheimerthor.
§. 2. Bei allem nicht hier geſchlachtetem friſchem Fleiſch und nicht hier verfertigter friſcher Wurſt, wenn deren Transport auf anderen als den in F. 3 verzeichneten Straßen geſchieht, ſowie auch, wenn beim Eintritt in die Stadt die Deklaration am Thor nicht ſtat findet, endlich wenn ſolches Fleiſch oder Wurſt nach eingetretener Dämmerung oder vor hellem Tag auf den erlaubten Straßen transportirt wird,
tritt Confiscation ein, der Transportant wird als der Defrau⸗
dation ſchuldig erachtet und zur geſetzlichen Strafe gezogen.
§. 3. Der Transport des zur Durchfuhr beſtimmten friſchen Fleiſches und friſcher Wurſt iſt nur auf den nach⸗ folgenden Straßen erlaubt:
1) auf der von Niederrad und dem Forſthaus nach dem Affenthor führenden Mörfelder Chauſſee;
2) auf der ſogenannten Heuſenſtammer(Babenhäuſet) und auf der Iſenburger Chauſſee in grader Richtung nach dem Affenthor;
3) auf der Oberräder Chauſſee;
4) auf der Hanauer Chauſſee;
5) auf der von Bornheim nach der Friedberger Chauſſee führenden Straße;
6) auf der Friedberger Chauſſee und der in dieſe einmün⸗ denden Chauſſee von Bonames;
7) auf dem Friedhofswege in gerader Richtung nach dem Friedberger ore;
8) auf der Heddernheimer Chauſſee in grader Richtung nach dem Eſchenheimerthor, und von da längs der ſtädtiſchen Gartenanlage nach dem Friedberger- oder Bockenheimerthor;
9) auf der Bockenheimer Chauſſee;
10) auf der nach Ginheim führenden in die Bockenheimer Chauſſee einmündenden Straße; 11 auf der Höchſter Chauſſee. §. 4. Das in der Stadtgemarkung fungirende Poli— zeiperſonal, ſowie die mit der Sicherung der Acciserhebung ben ktragten Perſonen ind angewieſen, alle Diejenigen,
we e auf anderen, wen in dem vorhergehenden 8.(3)
bez neten Straßen f. es Fleiſch oder friſche Wurſt trans⸗
posen, anzuhalten und ir weiteren Unterſuchung vorzu⸗
fuͤh en. 15
§. 5. Vorſtehende Anordnungen werden ſofort zur
Ausführung gebracht.
Frankfurt a. M. den 1. October 1850. Rechnei⸗ und Renten⸗Amt.
Regierungsblatt⸗Auszüge.
Nr. 44 enthält: 1) Verordnung, die Aufrechthaltung der offentlichen Ruhe und Sicherheit hetreff.
Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen und bei Rhein ꝛc. ꝛe. Wir haben Uns bewogen gefunden, zur Aufrecht⸗ haltung der öffentlichen Ruhe und Sicherhen zu verordnen und ver⸗ ordnen hiermit, wie folgt: Art. 1. Wer au öffentlichen Orten äußere Abzeichen— Fahnen, Schärpen, Cocarden und dergl.,— welche ge⸗ eignet ſind, den Geiſt des Aufruhrs zu verbreiten oder den öffent⸗ lichen Frieden zu ſtören, oder welche den Grundlagen der beſtehenden


