auen Bedingun⸗ Poſſamentier.
n 9
ibenſchieße
eth Sohn in det Buchtand⸗ 2 Friedberg
che.
Intelligenz-Dlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
74.
Sonnabend den 21. September
1850.
Regierungsblatt⸗Auszũge.
Nr. 39 enthält: 1) Edict, die Eröffnung des Landtags letr.„Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen und lei Rhein ꝛc. 1c. Nachdem Wir Uns entſchloſſen haben, Unſere ge⸗ geuen Stände auf den 10. September dieſes Jahres, kraft dieſes, Enzuberufen, ſo verkünden Wir ſolches hierdurch öffentlich und be⸗ ſechlen, daß die gewählten Abgeordneten zur gehörigen Zeit beſonders üngeladen werden, damit Unſere getreuen Stände ſich an dem feſtge⸗ ſetzten Tage in Unſerer Reſidenzſtadt Darmſtadt zu der Ausübung brer verfaſſungsmäßigen Rechte vereinigen mögen. Urkundlich ꝛc. Darmſtadt am 22. Auguſt 1850. Ludwig. v. Dalwigk.“,
2) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 0. Auguſt, den Amtstitel der Gr. Bezirksärzte(in Zukunft„Kreis⸗ Feterinärärzte“) betr.— 3) Bekanntmachung des Großh. Kriegs- miniſteriums vom 20. Auguſt, die Entlaſſung des 3. Aufgebots der Nilitärpflichtigen vom Jahre 1849 betr.„Die im vorigen Jahre zm Militärdienſt abgegebenen Dienſtoflichtigen des 3. Aufgebots ind im April dieſes Jahres aus den Regimentern und Corps wie⸗ jer entlaſſen worden und ſind hierdurch in daſſelbe Verhältniß zurück⸗ etreten, in welchem ſich die im Militärdienſte nicht verwendeten Nilitärpflichtigen früherer Altersklaſſen befinden. Es hat aber eine inzahl dieſer Leute bei der Einberufung des 3. Aufgebots Stellver⸗ teter geſtellt, und da man bemerkt hat, daß über das Verhältniß, iu welchem ſich ſolche Einſteller und ihre Stellvertreter ſeit der Ent⸗ üuſſung des 3. Aufgebots befinden, ſehr verſchiedene Anſichten beſtehen, b ſieht man ſich veranlaßt, hierüber Nachſtehendes bekannt zu machen: ) Die Frage, ob die gedachten Stellvertreter für Leute des 3. Auf⸗ bots die Militärpflicht ihrer Einſteller blos für die Zeit, während velcher das 3. Aufgebot zu den Regimentern und Corps wirklich
(gegeben war, oder für die ganze Dauer ihrer(in der Regel ſechs⸗
jährigen) Militärpflichtigkeit übernommen haben, kann nur aus den (bgeſchloſſenen Stellvertretungsverträgen beurtheilt werden,— und lediglich von dieſem Privatrechtsverhältniß; hängt es alſo auch ab, ob ice Stellvertreter ihre volle Befriedigung aus den Stellvertretungs— terträgen jetzt ſchon(nachdem das 3. Aufgebot aus dem Militärdienſte wieder entlaſſen worden iſt) oder erſt nach Ablauf der vollen Mili⸗ türpflichtigkeit der Einſteller verlangen können. 2) Wenn ein ſolcher Gtellbertreter durch den Stellvertretungsvertrag die ganze Militär⸗ licht des Einſtellers übernommen hat, ſo hat es nach der nun⸗ hehrigen Entlaſſung des 3. Aufgebots keinen Anſtand, daß er durch veitere Privatübereinkunft mit ſeinem Einſteller ſeiner ferneren Ver⸗ flichtung wieder entbunden werden kann. 3) Da Niemand eine ioppelte Stellvertretung übernehmen kann, ſo kann ein Mann, wel⸗ ter für einen Militärpflichtigen des vorjährigen 3. Aufgebots einge⸗ fanden iſt, nicht als Stellvertreter für einen anderen Militärpflich⸗ igen angenommen werden, inſofern er nicht nachweiſt, daß er ſeiner Perpflichtung für den Erſteren vollſtändig entbunden iſt./— 4) Be⸗ junntmachung, die Errichtung von Perſonenannahmeſtellen für den Mainz⸗Wormſer Poſtcours betr. 5) Bekanntmachung, die Errichtung ner F zwiſchen Schlitz und Hersfeld betr.— 6) Er⸗ ledigt find: die itpredigerſtelle zu Dornheim, R. B. Darmſtadt, wit jährlich 517 fl. nebſt 44 fl. für Heizung des Schullocals; die 1. Gang. Schullehrerſtelle zu Beerfelden, R.⸗B. Erbach, mit jährlich 400 fl. und einer Vergütung von 10 fl. 40 kr. für Heizung des Schullocals; die kathol. Schullehrerſtelle zu Marienborn, R.⸗B. Mainz, mit jährlich 344 fl. und 30 fl. Heizungsentſchädigung, und
die evang. Schullehrerſtelle zu Mommenheim, R.⸗B. Mainz, mit jährlich 295 fl. nebſt 40 fl. für Heizung des Schullocals.
Die Ahnung. Nach einer wahren Begebenheit. Von Fr. Gerſtäcker. (Fortſetzung.)
„Gerade dort, wo ich mich befand, lief ein nicht
tiefer Graben am Rand der Holzung hin, den ich vorher überſpringen mußte, er war übrigens ſchmal und auf der andern Seite deſſelben fuhrte ein grüner Rain in ziemlich genauer Richtung der Stelle zu, wo die wunderliche Wache ſtand. Ohne weiteres Ueberlegen, denn ich ging nicht einmal viel um, da ich von dort aus die Chauſſee eben ſe raſch erreichen konnte, ſchritt ich jetzt auf den Mann zu und hielt dabei, des Wegs nicht weiter achtend den Blick feſt und unverwandt auf ſeine, dunkel gegen das lichter dahinter liegende Grün abſtechende Geſtalt geheftet. Das Bandelier zog ſich ihm, wie ich deutlich erkennen konnte weiß und hell über die Bruſt und jetzt kam es mir auch vor, als ob die Umriſſe ſeines Kopfes, ja ſeine Geſichts⸗ züge klarer und deutlicher hervorträten. „Guten Abend, Kamerad!“ ſagte ich endlich als ich ſchon in mehr als in Rufes Nähe von ihm war,„iſt ein ein kühler Poſten hier, und abgelegen vom Wald; weß⸗ halb ſo ſpät noch draußen? wird der Holzdiebſtahl hier ſo arg getrieben? Der Soldat antwortete nicht, und ich hätte darauf ſchwören wollen, er ſei noch vor wenigen Sekunden mitten in der kleinen Wieſe geweſen, auf der ich mich jetzt befand, und nun ſtand er doch, wie ſich gar nicht verkennen ließ, in dem benachbarten Sturze, und ein gutes Stück weiter von mir entfernt. Wieder über⸗ kam mich jenes eigenthuͤmliche fröſtelnde Gefühl, uber das ich mir keine Rechenſchaft zu geben wußte, doch war ich entſchloſſen den wunderlichen Soldaten zum Antworten zu bringen und ging jetzt mit noch ſchnelleren Schritten als vorher auf ihn zu.“
„Sie glauben mir vielleicht nicht, wenn ich es Ihnen ſage, aber dennoch kann ich Sie heilig verſichern, daß ich nicht im Stande war, den Schattenmann zu erreichen; deutlich genug ſah ich ihn vor mir, und wenn er auch kein Glied regte, weder Fuß noch Arm, deunoch rückte er aus einem Feld in's andere und es blieb mir zuletzt gar kein Zweifel mehr, daß ich es mit einem keineswegs kör— perlichen Weſen zu thun hatte. Und konnte das ein Ge—


