Ausgabe 
20.2.1850
 
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Wenn ich davon komme, laß ich Dich exemplariſch abſtrafen! ſagt er.

Und wenn Sie mich in Arreſt ſtecken, ſo müſſen Sie mir doch jetzt meinen Willen laſſen, Kapitän! ſag' ich.

Du biſt ein unverſchämter Burſche, Jobin!

Mag ſein, Kapitän! aber jetzt müſſen Sie mit mir kommen! rief ich. Er biß ſich vor Zorn in die Lippen, ſagte aber Nichts mehr. Ich hob ihn auf und legte ſeinen Körper mir über die Schultern wie ein Sack. Ihr könnt euch wohl denken, daß man mit ſolch einer Laſt nicht ſo leicht davon läuft wie die Kameraden, die nur den leichten Torniſter tragen dürfen. In der That verlor ich auch bald ihre Colonne aus dem Geſicht, und ſah rings um mich Nichts mehr als das ſchneebedeckte weiße Gefild. Dennoch zog ich weiter, aber es dauerte nicht lange, ſo kam ein Haufe Koſacken dahergaloppirt, legte die Lanzen ein und ſprengte mit ihrem verwünſchten Kriegsgeſchrei auf mich zu.

Mein Kapitän war mittlerweile ganz beſinnungslos geworden, und ich hatte mir vorgenommen, ihn nicht zu verlaſſen, koſte es was es wolle. So leg' ich ihn denn auf den Boden, decke ihn mit Schnee zu, und kriege dann unter einen Haufen todter Kameraden, laſſe mir aber die Augen frei. Bald kommen die Koſacken heran, und ſtechen mit ihren Lanzen links und rechts, während ihre Pferde auf den Leichen herumtrampeln. Auf einmal ſchlägt mich ſo'ne zottige wilde Koſackenmähre auf meinen linken Arm und perdautz iſt er abgebrochen und in Stücken zerſchlagen. Jungens, ich gab keinen Laut von mir und regte mich nicht; nur mit der rechten Hand fuhr ich in den Mund, um den Schmerzſchrei zu erſticken, den es mir hatte aus preſſen wollen; und in etlichen Minuten waren die Ko ſacken wieder verſchwunden.

Als der Letzte davongeritten war, kroch ich wieder hervor und ſcharrte, ſo gut es ging, meinen Kapitän wie der aus dem Schnee. Er zeigte kaum noch eine Spur von Leben, aber dennoch gelang mir's, ihn mit der einen Hand zu einem Felſen hinzuſchleppen, der wenigſtens einiges Obdach bot, und dort legt' ich mich neben ihm nieder, und wickelte uns beide in meine Capote. Der Abend brach ein, und es ſchneite noch immer tüchtig. Die äußerſte Nachhut war ſchon lange vorüber, und das Grabesſchweigen des Schneefeldes unterbrach nur das Pfeifen der fernen Kugeln und das Geheul der näherkommenden Wölfe, welche die Leichname zerriſſen. Gott weiß was für Gedanken mir an jenem Abend durch den Kopf gingen, welche ich für meinen letzten hielt. Da fiel mir ein Gebet ein, das mich meine Mutter vor langen Jahren gelehrt hatte, da ich noch ein Kind war, und ich warf mich in den Schnee nieder und betete es inbrünſtig her, und es hat mir geholfen, Jungen! und glaubt mir fürwahr, ſo'n recht ernſthaftes Gebet hilft immer. Mir war wunderbar ruhig zu Muthe, als ich wieder meinen Platz neben dem Kapitän einnahm. Der Abend ſank immer tiefer heran, und ich war ſchon ganz erſtarrt, als ich eine Truppe franzöſiſcher Offiziere auf mich zukommen ſah. Ich ſtehe auf, mache

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meine Honneurs, da kommt der Vorderſte, ein kleiner Mann in einem Pelzrock, auf mich zu, und ehe ich ihn noch anreden kann, fragt er:Heda, was machſt Du hier warum bliebſt Du hinter Deinem Regiment zurück?

Aus zwei guten Gründen, ſag' ich und deute auf den Kapitän und auf meinen blutenden Arm.

Der Mann ſpricht wahr, Sire! ſagt Einer der Offiziere zu dem Kleinen.Ich ſah ihn hinter der Kolonne hermarſchiren und dieſen Offizier auf ſeinem Rücken tragen!

Der Kaiſer, Jungens! denn er war es der Kaiſer warf mir einen ſeiner Blicke zu, den ich in meinem Leben nicht wieder vergeſſen werde, kneipt mich in die Wange und ſagt:Schön von Dir, Du haſt eine wackere That gethan! dann knöpft er ſeinen Pelzrock auf, nimmt das Kreuz der Ehrenlegion von dem grünen Frack, den er da runter trägt und hängt mir's an die Bruſt. In dieſem Augenblick ſpürt' ich Hunger und Kälte nicht mehr, und auch keine Spur von Schmerz mehr in meinem zerſchmet terten Arm.

Davoust, ſagt dann der Kaiſer zu dem General, der zuvor zu meinen Gunſten geſprochen,Sie ſorgen dafür, daß dieſer Mann und ſein Kapitän auf einen der Munitionswagen geſetzt und verpflegt werden! drauf winkt er mir mit der Hand und geht weiter..... 1

Hiermit brach der alte Veteran ab und griff wieder nach der Pfeife.

Nun? riefen die jungen Burſche ungeduldig;aber was iſt denn aus dem Kreuz und aus Kapitän Poſitif geworden?/

Der Kapitän lebt noch und iſt jetzt ein penſionirter General. Der ſchönſte Spaß aber war, daß er mich zur Strafe für mein Subordinationsvergehen auf 14 Tage in Arreſt ſteckte, ſobald er wieder hergeſtellt war. Die Sache kam Napoleon zu Ohren, der darüber herzlich lachte, aber mich ſogleich freigeben ließ und zum Sergeant beförderte. Was aber meine Dekoration anlangt, ſo iſt hier das Band, Jungens, das trag' ich im Knopfloch; aber das Kreuz trag' ich hart auf dem Herzen, ſeht! dabei knöpfte er ſeinen Rock auf, und zeigte ſeinen juugen Freunden die koſtbare Reliquie in einem Atlasſäckchen, das ihm an einer Seidenſchnur um den Hals hing.

Kir chenbuchs-Auszug vom Monat Januar. Butzbach.

Getraute: Keine.

Getaufte: 15. Dem Bürger und Kupferſchmied Chriſtoph Kobelt ein Sohn, Chriſtoph, geb. den 16. Dez. 1849.

17. Dem Bürger, Sattlermeiſter und Gemeinderathsmitglied

Johann Ludwig Ferber eine Tochter, Maria Eliſabethe geb. den 19. Dez. 1849.

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