Ausgabe 
19.1.1850
 
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Sagas Oatantieen

bewegliche egen zur

Nolabi⸗ fend und

ler,

Intelligenz-Vlatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 6.

Sonnabend den 19. Januar

1850.

DasIntelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1850, ebenſo wie im Jahre 1849, wöchentlich zweimal (Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz-Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſergte jegücher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen. f 10 1

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

Semeſter 46 kr.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei

der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine

Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den

Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.

Friedberg.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Bezahlung von Weg-, Pflaſter- und Brückengeld

durch Localbeamten.

Aus einer in obigem Betreff geſchehenen Anfrage nehmen wir Veranlaſſung Ihnen zu eröffnen, daß ſämmt⸗ liche Localbeamten gleichwie nach Art. 2. pos. g. des Ge⸗ ſetzes vom 6. März 1824 von Entrichtung des Chauſſee geldes, auch von Bezahlung des Weg-, Pflaſter- und Brückengeldes innerhalb ihrer Dienſtbezirke befreit ſind.

Wir beauftragen Sie, die betreffenden Erheber hier nach zu bedeuten.

Friedberg am 10. Januar 1850.

Duv riet.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 1 enthält: 1) Ediet, die Ergänzung der Feldtruppen im Jahre 1850 betr. Ludwig III. ꝛc. c. In Gemäßheit der Art. 2 und 3 des Necrutirungsgeſetzes vom 20. Juli 1830 verordnen Wir hierdurch, wie folgt: Einziger Artikel. Zur Ergänzung der Feldtruppen im Jahre 1850 ſind Eintauſend Siebenhundert und Fünfzig Mann erforderlich, welche aus den Aufrufsfähigen des Jahres 1849 ausgehoben werden ſollen. Urkundlich. Darmſtadt den 31. December 1849.

Lubwig. Frhr. v. Schäffer-Bernſtein.

2) Bekanntmachung der gr. Miniſterten des Innern und des Kriegs vom 2. Januar, die Vertheilung des Recrutenbedarfs von 1850 auf die Provinzen betreffend: Provinz Starkenburg 645, Oberheſſen 602, Rheinheſſen 503 Recruten. 3) Promotionen an der Großh. Landes⸗ untverſität Gießen. Die juriſtiſche Doctorwürde haben im Laufe des

Jahres 1849 erhalten: Otto Groß mann aus Battenberg; Karl Muh l aus Gießen; Friedrich Bapſt aus Gießen; Julius Uſinger aus Wimpfen am Berg; Ernſt Kleemann aus Mainz; Georg Schwarz aus Schlitz. 4) Am 10 December 1849 wurde Unterförſter Stürz zu Vadenrod in den Nuheſtand verſetzt.

Der Geiger ler.

Eine Erzählung von Berthold Auerbach.

Es ſummt und ſchwirrt in der mitternächtigen Luft. Horch! raſche Roſſestritte aus der Ferne! ſie kommen näher, Hei! da kommt auf ſattelloſem Pferd ein Reiter dahergeſprengt und ruft: Feuerjo! Feuerjo! Hülfe! Feuerjo! Er reitet gerade der Kirche zu und bald klingt es vom Thurme, es läutet Sturm.

Wie ſchwer iſt's mitten in der Erntezeit ſich aus dem beſten Schlafe zu erheben; die Menſchen konnen nicht aufkommen, ſie liegen faſt wie die Halme draußen im Felde, die ſie mit emſiger Hand geſchnitten. Aber es muß ſein. Die Burſchen, die Pferde im Stall haben, ſind am flink ſten; ein Jeder will den Preis gewinnen, der ſeit alten Zeiten darauf geſetzt iſt, wer am erſten mit angeſchirrtem Geſpann ſich am Spritzenhaͤuschen einfindet. Da und dort erſcheint Licht in den Stuben, öffnet ſich ein Fenſter, Thüren gehen auf und die Mannen ziehen eilig erſt auf der Straße die Jacken an. Als man am Rathhauſe ver ſammelt iſt, heißt es allgemein: Wo brennts?»In Eibingen!, Frag' und Antwort war kaum nöthig, denn dort hinter dem dunkeln Tannenwalde ſtand der ganze Himmel angeglüht, ſtill und gleich einem Abendroth, und nur bisweilen ſchoß ein Sprühregen von Funken empor, wie wenn ein mächtiger Luftzug durch einen Hochofen geht.

Die Nacht iſt ſo ſtill und lauh, die Sterne glitzern ſo ruhig auf die Erde nieder, ſie kümmern ſich wohl nichts darum, ob ein Menſchenkind dort unten vergeht oder ver kommt.