Ausgabe 
18.9.1850
 
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Was um des Himmelswillen, dachte ich ſo bei mir ſelber,macht nur der einzelne Poſten hier, mitten auf dem Felde, die Früchte ſind doch noch nicht reif und der Klee hm, das muß ein Forſtſchütz ſein, hat ſich aber einen ſonderbaren Platz dazu gewählt.Der Mann ſtand ſtill und regungslos und ich blieb ebenfalls einen Augenblick ſtehen und ſchaute nach ihm hinüber, er rührte ſich nicht, und 0 7 er trug. So viel ich in der immer zunehmenden Däm⸗ merung erkennen konnte, gehörte ſie keineswegs nach Sach⸗ ſen, war auf jeden Fall von der ſehr verſchieden, die ich ſonſt zum Forſtſchutz verwendet geſehen, und der Tſchako, ein Schauer lief mir unwillkürlich über den Leib, als ich zu dem Geſicht des Poſten aufſchaute, der Tſchako ſaß in der richtigen Entfernung zu dem Kopf, aber der Kopf? das matte Licht mußte mich jedenfalls täuſchen, denn gerade wo ich ſtand konnte ich deutlich durch die Stelle durch, wo doch ſein Geſicht hätte ſein müſſen, das dahinter durch⸗ ſchimmernde Grün der Wieſe erkennen. Lächerlich, mur⸗ melte ich, aber leiſe vor mich hin, daher entſtehen ſo viele Geiſter- und Geſpenſtergeſchichten, daß uns irgend ein un⸗ gewiſſer Lichtſchein oder eine Brechung der Strahlen, ja vielleicht der aufſteigende feuchte Dunſt der Erde, wunder⸗ liche Geſchichten vorſpiegelt, die ſich nachher, wenn man näher hinzugeht, auf die natürlichſte Art von der Welt erklären. Wäre jetzt an meiner Stelle irgend ein furcht⸗ ſamer Bauernjunge den Weg gekommen, und ſein Blick dorthin gefallen, wer weiß, ob er nicht in voller Augſt und vor lauter Entſetzen die Flucht ergriffen und daheim dann erzählt und beſchworen hätte, er habe auf dem frü hern Schlachtfelde einen fremden Soldaten ohne Kopf Schildwache ſtehen ſehen ich muß nur näher hingehen und mich ſelber davon überzeugen.

(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Auguſt. Friedberg.

Getraute: Nachtrag aus dem Monat Juli.

16. Ludwig Konrad Theobald, Bürger, Gaſtwirth und Weinhändler dahier, des Bürgers und Kaufmanns Karl Theobald zu Hanau, ehelicher lediger Sohn, und Emilie Uhl, des Gr. Bürgermeiſters und Gaſtwirthes Ludwig Uhl zu Nidda eheliche ledige Tochter.

Auguſt.

2. Johann Heinrich Nicolai, Bahnwärter auf der Main⸗ Weſerbahn, Section Friedberg, des weiland Wilhelm Nicolai, Förſters zu Rüddingshauſen, R. B. Gießen, ehelicher unverheuratheter Sohn, und Maria Katharina Hock, des weiland Johannes Hock, Bürgers und Tag⸗ loͤhners zu Kirtorf, R. B. Alsfeld, eheliche unverheu rathete Tochter.

4. Chriſtoph Fiſcher, Bürger und Steindeckermeiſter dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Steindeckermeiſters, Chriſtoph Fiſcher adoptirter verwittweter Sohn, und

die Uniform ſiel mir jetzt auf, die

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27.

13.

24.

Anna Margaretha Karl, geborne Wagner, des wei⸗

land Johannes Karl, Pachters zu Ranſtadt, R.⸗B.

Nidda, hinterbliebene Wittwe.

Wilhelm Heinrich Seel, Stadtpfarrer und Lehrer am Gr. evangeliſchen Predigerſeminar dahier, des weiland Dr. Wilhelm Heinrich Seel, Directors der Muſter ſchule zu Frankfurt a. M., ehelicher verwittweter Sohn, und Louiſe Eliſabethe Marie Stucken, des weiland Bürgers und Kaufmanns zu Bremen Daniel Philipp Stucken eheliche ledige Tochter.

Martin Mondigler, Bürger und Kupferſchmiedemeiſter dahier, ein Wittwer, und Magdalene Bierſack, des weiland Paul Bierſack zu Alzei hinterbliebene eheliche ledige Tochter.

Getaufte: Dem Bürger und Küfermeiſter dahier Phil. Koch eine Tochter, Maria Magdalena, geb. den 13. Juli. Dem Bürger und Küfermeiſter Heinrich Schutt ein Sohn, Philipp Karl, geb. den 22. Juli. Dem dahier wohnenden Ziegler Heinrich Depreux aus Lüttich ein Sohn, Heinrich, geb. den 20. Juli. Dem hier wohnenden Bauunternehmer Lorenz Schnei⸗ der aus Kipperſteg bei Duͤſſeldorf eine Tochter, Maria Dorothea, geb. den 21. Juli. b Dem hieſigen Bürger und Rothgerbermeiſter Philipp Hanſtein eine Tochter, Juliane Katharine, geb. den 16. Juni.

Dem Gr. Feldwebel dahier David Karl Scharmann

eine Tochter, Eva Marie Katharine, geb. den 31. Juli. Dem hieſigen Bürger und Heildiener Johs. Ruppel ein Sohn, Heinrich Wilhelm Chriſtian, geb. den 24. Juli.

Ein unehelicher Sohn, Peter Wilhelm, geb. den 25.

Juli.

Dem hieſigen Buͤrger und Schneidermeiſter Johs. Schwalm eine Tochter, Dorothea, geb. den 8. Auguſt. Dem hieſigen Bürger, Gemeinderath und Metzger meiſter Georg Schmidt ein Sohn, Jakob Chriſtian Maximilian, geb. den 4. Auguſt.

Dem Lokomotivführer auf der Main⸗Weſerbahn Hein⸗ Ba Baer dahier ein Sohn, Heinrich, geb. den 17. Juli.

Dem hieſigen Bürger und Stadtrechner Karl Nikolaus Heidt ein Sohn, Chriſtian Martin, geb. den 5. Aug,

Beerdigte:

Georg Ludwig Jung, des hieſigen Bͤrgers und Gla ſermeiſters Joh. Konrad Jung eheliches Söhnchen, alt 2 Jahre, 6 Monate und 16 Tage, 1 den 7. Aug. Anna Katharina Lorenz, geborne Urbach, des weiland hieſigen Buͤrgers und Schneidermeiſters Joh. Heinrich Lorenz hinterbliebene Wittwe, alt 59 Jahre, 5 den 11. Aug.

Ein uneheliches Söhnlein, Georg, alt 1 Monat und 10 Tage, 1 den 23. Aug.

Bekanntmachungen von Be⸗

zeichneten Gerichte vorzubringen, widrigenfalls die Auszahlung des in 2252 fl. 19 ½½ kr. beſtehen⸗

zu Okarben folgende, zu deſſen Concursmaſſe gehörende Gegenſtände unter den im Termin

hörden.

S αοιιιιο Edictalla dung.

(14500 Die dem Fürſtlichen Hauſe Solms Braunfels in der Gemarkung von Holzheim zu⸗ ſtehenden Grundgefälle, im jährlichen Geldan⸗ ſchlage von 125 fl. 7%è kr. ſollen nach den ge⸗ ſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. Man fordert daher alle bei dieſer Ablöſung Bethei⸗ ligten hierdurch auf, ihre etwaigen Rechtsan⸗ ſprüche binnen 2 Monaten bei dem unter⸗

den Abkaufkapitals an den Herrn Fürſten Fer⸗ dinand zu Solms Braunfels geſtattet werden wird. Hungen den 4. September 1850. Groß. Heſſ. Landgericht Hofmann.

Bekanntmachung.

(1468) Donnerſtag den 19. und Freitag den 20. September d. J., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, ſollen in der Hofraithe des Oeconomen Ehriſtian Carl

bekannt gemacht werdenden Bedingungen an

den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden,

nämlich:

1) eine ſehr gute Kelter mit vorzüglicher Eiſen⸗ ſchraube;

2) eine noch neue Aepfelmühle, gleich der Kelter von Fillmar in Friedberg gefertigt;

3) eine große Parthie weingrüne Stück⸗ und kleinere Fäſſer, eirea 150 Ohm haltend;

4) eine zweiſpännige Chaiſe mit Vorderverdeck; ein Wagen mit eiſernen Achſen, Pflüge, Eggen, Ketten, zwei Strohbänke, eine

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