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Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M 6011.
Sonnabend den 17. Auguſt
1850.
Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre, ſowie die Gendarmen dieſes Regierungsbezirks.
Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Abraham Jacob von Engel⸗ thal, wegen Fälſchung eines Reiſepaſſes.
Wir beauftragen Sie hierdurch, auf den ſich heimlich von Hauſe entfernt habenden Rubrikaten zu invigiliren und ihn, falls er betreten werden ſollte, zu arretiren und anher zu bringen.
Friedberg den 8. Auguſt 1850.
Du ver i er
Regierungsblatt⸗Auszüge.
Nr. 35 enthält: 1) Verordnung vom 15. Juli, die Wahl von weiteren Ergänzungsgeſchwornen für die im zweiten Se⸗ meſter 1850 in der Provinz Oberheſſen abzuhaltende Aſſiſenſitzung betr. Da für die in der Provinz Oberheſſen während des 2. Se— meſters des laufenden Jahrs abzuhaltenden Aſſiſenſitzungen die Zahl der noch übrigen zu Ergänzungsgeſchwornen geeigneten Candidaten ſich ſehr vermindert hat, ſo ſollen aus der für den Reg.-Bez. Gießen aufgeſtellten Grundliſte der zu den Verrichtungen eines Geſchwornen geſetzlich zuläſſigen Perſonen 27, welche in Gießen ihren Wohnſitz haben und deren Namen noch nicht in der aufgeſtellten Liſte der für das Jahr 1850 bezeichneten Geſchwornencandidaten geſtanden hatten— ausgewählt werden, um je nach Bedürfniß als Ergänzungsgeſchworne verwendet zu werden. Dieſe Liſte von 27 iſt hierauf nach Anleitung des Artikel 45 auf zwei Dritttheile, alſo auf 18 herabzuſetzen. Der Bezirksrath des Regierungsbezirks Gießen iſt zu verſammeln, um dieſe 27 Perſonen zu erwählen. 2) Bekanntmachung, die Ver⸗ änderung in der Bezirkseintheilung der Landgerichte Lauterbach und Ulrichſtein betr. 3) Ueberſicht der für das Jahr 1850 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung von Bedürfniſſen in den iſrgelitiſchen Reli⸗ gionsgemeinden des Regierungsbezirks Friedberg. 4) Nachträgliche Ueberſicht der für das Jahr 1850 genehmigten Umlagen zur Beſtrei⸗ tung von Communalbedürfniſſen in den Gemeinden des Regieruugs— bezirks Erbach. 5) Am 29. Juni wurde der Legationsrath Ludwig v. Biegeleben auf Anſuchen aus dem Staatsdienſte entlaſſen.
Der Schiffbruch. Eine Erzählung von H. J. Nott. (Fortſetzung.) Während ſie ſo auf dem äußerſten Rande ſtand, machte das Schiff eine heftige Bewegung und die Kleine verlor das Gleichgewicht.„Nimm Dich in Acht!“ riefen
Alle ſowohl im Boote, als im Schiffe; aber die Warnung kam zu ſpät, ſie ſtürzte über Kopf in die See. Ich ſprang in's Waſſer, als ſie daſſelbe noch kaum berührt hatte, und in wenigen Augenblicken war ich bei ihr; ich erfaßte ſie bei ihrem langen Haar gerade als ſie im Begriff war unterzuſinken und trug ſie zu dem Boote; ein allgemeines Hurrah begrüßte mich. Durch die Bewegung des Schiffes beunruhigt, ließ der Kapitän das Boot ſich bis zu der vollen Länge des Seiles entfernen, und ich konnte nur die angſtvollen Bewegungen der Eltern ſehen und wie ſie ihre Arme nach der Seite hin ausſtreckten, wohin ihre lebleſe Tochter getragen wurde.
„Ich glaubte, es würde ſinken;“ ſagte der Kapitän, indem er auf das Schiff hinblickte, das ſich noch immer eben ſo hoch wie immer über dem Waſſer erhielt,„aber der Schreck war wohl zu früh.“ Kaum waren dieſe Worte über ſeine Lippen gekommen, als das Schiff zu beben ſchien und in einem Augenblick wie Blei verſank. Ich habe mir erzählen laſſen und geleſen von dem Angſtgeſchrei der unglücklichen Opfer in ſolchen Fällen, aber wir hörten keines; in der That ging es mit der Schnelligkeit des Blitzes vor ſich. Die Waſſer ſchloſſen ſich ſo leicht über dem geſunkenen Schiff, als ob ſie nie ein ſolches unbe— deutendes Atom auf ihrer Oberfläche getragen hätten. Kein Wirbel war zu ſehen; keine Trümmer ſchwammen.
„Schneidet das Seil ab,, rief der Kapitän„ſchnell, ſchnell, Leute!“ Das Beil war nicht zu finden. Es ent— ſtand eine Pauſe von einem Augenblick, einem Angenblick des Schreckens; denn in der nächſten Minute würden wir von dem geſunkenen Schiffe in den Abgrund gezogen ſein. „Meſſer!“ ſchrie der Kapitän;„hat keiner ein Meſſer?“ Sogleich waren zwei oder drei Meſſer der Matroſen in Thätigkeit. Das Seil wurde ſtrammer, der Vordertheil des Bootes ſenkte ſich, während wir Alle in athemloſer Erwartung uns erhoben. Die nervigen Arme der Ma— troſen arbeiteten mit der größten Anſtrengung und nur eine Sekunde bevor es zu ſpät geweſen wäre, war das Seil durchſchnitten.
Bald erhub ſich eine Briſe, das Segel ward aufge— zogen und wie fuhren ab. Während dieſer Zeit erholte ſich Katharina allmählich; ſie hatte nur wenig Waſſer verſchluckt, da ſie nur einen Augenblick untergetaucht war. Als ſie zu ſich ſelbſt kam, fragte ſie:„Wo iſt Vater und Mutter?“ Ich konnte nicht antworten. Sie blickte um— her auf dem Waſſer und mit erſchreckter Miene rief ſie aus:„das Schiff iſt verſunken!“—„Ja, mein kleines


