Ausgabe 
17.7.1850
 
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14. Juli. verrichtet: isch.

Stadtkirche:

Stadrlircht:

tc. c Burgkirche: Sell.

r Burgkirche:

Lage und Butzbach Juli. grid · Buß · berg. bach. uu Fi. kt. 5 3 ů 1 37 6 Lig 16.* 1060 167 15 pf. pf. * 1. 8. 7 171 5 72502 91 82 1172 n- HS NSE 1 181 18 21 21 a- Ae 16 6 11 5 1461 een 112

igenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 35.

Mittwoch den 17. Juli

1850.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks f Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und Polizei⸗Offieianten des

5 Regierungsbezirks. Betreffend: In Unterſchungsſachen gegen die Gebrüder Sebaſtian und

Wilhelm Schoenecker aus Kinzighauſen und Philipp Völ⸗ ker aus Hanau, wegen Falſchmünzerei, ſowie die Wittwe Caroline Lotz, wegen Betheiligung resp. Mitwiſſenſchaft. Unter Mittheilung einer Requiſition des peinlichen Verhöramts Frankfurt weiſen wir Sie an, nach ſorgfältiger Erkundigung und ſich ergebenden Reſultats zu berichten, ob und welche gedachter Münzſorten curſiten oder curſirt haben. Friedberg den 11. Juli 1850. r

Am 29. Juni l. J. wurde dahier in dem Gaſthaus zum Donnersberg, auf geſchehene, Anzeige hin, daß dort dem Anſcheine nach Falſchmünzerei betrieben werde, eine Hausſuchung gehalten, und hierbei ein zur Falſchmünzerei vollſtändig hergerichteter und tauglicher Apparat vorgefun den, zugleich auch die drei Rubricaten, anſcheinend mit ein⸗ zelnen Arbeiten, der Falſchmünzerei beſchäftigt, betroffen und verhaftet. 8

Nach dem jetzigen Stand der Unterſuchung iſt anzu⸗ nehmen, daß in der letzten Zeit nur Frankfurter Gulden geprägt wurden. 5

Dieſelben tragen auf einer Seite den Frankfurter Adler mit der Umſchriftfreie Stadt Frankfurt, auf der andern Seite den Eichelkranz mit der Inſchrift1 Gulden 1846. Die Gravirung, Ränderung und Prägung der falſchen Guldenſtücke beſonderes erſtere iſt ſehr gut ausge führt, das dazu verwendete Metall Meſſing und galvantiſch verſilbert. Eine Verſchiedenheit zeigt die Schrift, welche auf den falſchen Guldenſtücken etwas größer und ſchmächti ger, auch ungleicher als auf den ächten iſt; am kenntlichſten dürften dieſelben durch die bläuliche Silberfarbe und den durchſcheinenden Meſſingſchimmer, ſowie auch durch den falſch tönenden Klang ſein. Der Stempel für die Adlerſeite iſt bereits in amtlichem Beſitz, dagegen derjenige der Schrift ſeite mit der Jahrzahl 1846 noch nicht ermittelt oder auf⸗

gefunden werden konnten. Außerdem hat ſich aber ein Stempel mit gleicher Schrift und der Jahres zahl 1848 vor⸗ gefunden, wornach es nicht unmöglich wäre, daß vielleicht früher falſche Guldenſtücke mit dieſer Jahreszahl geprägt und in Umlauf geſetzt worden wären.

Wir erſuchen Sie dahier dringend die eifrigſten Nach⸗ forſchungen anzuſtellen, ob ſich dermalen in Ihrem Gerichts ſprengel vielleicht ſolche falſche hieſige Guldenſtücke beſonders mit der Jahreszahl 1840 in Circulation befinden, oder deß⸗ halb bereits eine Anzeige gemacht worden iſt. Zugleich aber erſuchen wir Sie um gefällige Benachrichtigung über die in den letzten Jahren bei Ihnen in Circulation gekom⸗ menen falſchen Münzen, beſonders Guldenſtücke, Dreißig⸗ kreuzerſtücke und Sechskreuzerſtücke, indem in rubricirter Unterſuchungsſache aufgefundene Durchſchlagmaſchienen die dem Anſcheine nach fruher benutzt worden waren, auf Prägung dieſer Geldſorten deuten.

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Erinnerungen eines Londoner Polizei-Deamten. II. Schuldig oder Nicht⸗ſchuldig.

Einige Wochen nach der glücklichen Beilegung der Sandford'ſchen Angelegenheit ward mir die Auskundſchaf tung der Urheber eines merkwürdigen Falls von Einbruch und Mord übertragen, welcher ſo eben in der Wohnung eines gewiſſen Mr. Bagſhawe, eines ſehr wohlhabenden Mannes in der Nähe von Kendal in Weſtmoreland ſtatt gefunden hatte. Der nähere Thatbeſtand, wie er von den Lokalbehörden der Londoner Polizeiverwaltung mitgetheilt worden, war etwa folgender:

Mr. Bagſhawe, welcher mit ſeinem ganzen Haus- weſen einige Zeit in Leamington, in Warwickſhire, ab weſend geweſen war, meldete einer Sarah King(ein junges Frauenzimmer), welche er als Hausverwalterin und Schaff nerin zurückgelaſſen hatte, ſeine nahebevorſtehende Rückkehr, und zugleich die Heimkehr ſeines Neffen, Mr. Robert Briſtowe, der eben aus dem Ausland zurückgekehrt und wahrſcheinlich unmittelbar von London nach Five Oaks Houſe abgereiſt war; für dieſen ſollte ein beſonderes Zim mer gelüftet und ein anderes zu ſeinem Empfang herge richtet werden. Die King hatte ſich gegen mehrere Ge werbsleute von Kendal am Morgen vor der Nacht des Mordes und Einbruchs über das beſtimmte Eintreffen dieſes Neffen geäußert, und Jene hatten auf Sarah King's Auf⸗ trag friſches Fleiſch, Geflügel, Fiſche ꝛc. nach Five Oaks