Ausgabe 
14.12.1850
 
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Vollbäringe F. Schmittner.

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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

N 98.

Sonnabend den 14. Dezember

1850.

Weihnachtsbilder. (Fortſetzung.) II.

In der nächſten Straße eine glänzend erleuchtete Etage von acht Fenſtern Front und darin eine zahlreiche, elegante Geſellſchaft: Herren und Damen, Verwandte und Freunde des Hauſes. Das Feſt der Beſcheerung iſt vorüber, man läßt ſich eben in bunter Reihe an der köſt⸗ lich beſetzten Tafel zum Souper nieder. Die Unterhaltung iſt lebhaft, pikant, witzig, heiter bis zur Ausgelaſſenheit war doch Jedem irgend eine freudige Ueberraſchung zu Theil geworden der Champagner ſchäumt in den Gläſern und Toaſt folgt auf Toaſt. Warum ſollten ſie ſich ihres Wohlſtandes, ihres Reichthumes nicht freuen, den Vater und Großvater begründet und den die Enkel mehren und auf ihre Kinder vererben! Drei blühende Töchter im Kreiſe: bald wird ihnen die Mutter mit der Myrtenkrone goldene Reifen, edle Steine und koſtbare Perlen in die Locken winden.

Gerade gegenüber ſchimmert aus einem kleinen Fenſter mattes Licht. Darinnen ſitzt in der lau erwärmten Stube eine bleiche, noch junge Frau und ihr gegenüber zwei dürftig gekleidete Knaben von ſechs und acht Jahren. Auf dem Tiſche dampft eine Schüſſel ungeſchälter Kartof feln, daneben ſteht ein Salzfaß und die Lampe, die blaſſes Licht über die Gruppe verſtreut.

Aber liebe Mutter, ſpricht der jüngere Knabe, nachdem er ſich geſättigt,warum zündeſt Du uns nicht heut auch einen Weihnachtsbaum an, wie ihn unter uns die Kinder des Schneiders haben?

Der blaſſen Frau treten die Thränen in die Augen. Nach einer Weile ſpricht ſie:Du weißt doch, mein guter Richard, daß der Vater ſeit vier Monaten im Spitale krank liegt, daß er nichts für uns verdienen kann. Nur der Güte ſeines Vorgeſetzten danken wir die kleine Unter ſtützung, die es mir möglich macht, Euch Brod und Kar⸗ toffeln vorzuſetzen. Anderer Leute Kinder haben das nicht einmal und müſſen hungrig zu Bette gehen. Danket Gott dafür, meine Kinder, und betet, daß er den Vater bald wieder geſund werden laſſe. Ach wie könnt' ich daran denken, Euch einen Weihnachtsbaum zu ſchmücken!

Der ältere Knabe erhebt die dunkeln Augen und ſeufzt:Der arme Vater er hat ja heut auch keinen Weihnachtsbaum. Aber der Herr Profeſſor im Spital hat mir geſtern geſagt, daß der Vater recht bald wieder

geſund wird, und dann kann er auch wieder beim Advo caten arbeiten.

Das gebe Gott! ruft die Frau aus beklommener Bruſt, und die Knaben knieen jetzt neben ihr nieder, ſie umſchlingt ihre Häupter und ſagt ihnen ein brünſtiges Gebet fuͤr den Vater vor, das die Kinder andächtig nach ſprechen.

Drüben wieder, in dem reichen Hauſe, erhebt ſich, von einem unbeſtimmten Gefühl getrieben, Bertha, die älteſte Tochter, vom Tiſche, ein ſchönes ſchwarzlockiges Mädchen von zwanzig Jahren, und tritt an's Fenſter. Ihr Auge blickt durch die Spiegelſcheiben empor und trifft den matten Schimmer aus der Kammer der armen Schrei bersfrau. Jetzt glaubt ſie der unbeſtimmten Regung ſich klar zu werden ſie verläßt raſch den lauten Speiſeſaal und tritt hinaus in das Vorgemach. Aus ihrer Börſe, welche die Eltern heut großmüthig bedacht, langt ſie eine kleine Geldſumme, nimmt einen Weihnachtsſtollen und eine Flaſche Wein vom Tiſche und überreicht dies Alles der Magd, mit dem Auftrage, es der armen Schreibersfrau gegenüber zu überbringen.

Heiter kehrt die Jungfrau wieder zur Geſellſchaft zurück. Ein wonniger Blick aus den Augen eines jungen Mannes, der ihr gegenüber ſitzt, begegnet ihr, als ahne er, was ſie Mildes und Frommes ſo eben gethan.

Die Dienerin mit den Geſchenken tritt eben in die ärmliche Dachkammer, als die Kinder ihr Gebet vollendet haben und noch mit gefalteten Händen an der Seite der Mutter knieen.

III.

Im Erdgeſchoſſe dort, wo im vorigen Jahre am Weihnachtsabend der kleine Sarg ſtaud, da lehnt der Gatte im Sopha und lieſt emſig in einem Buche, die junge Fran aber ſitzt am Tiſche, worauf ſie vier brennende Kerzen geſtellt und in deren Mitte ein vertrocknetes Weihnachts bäumchen. Daſſelbe wollte ſie am vorjährigen Feſte ihrem kleinen Ludwig ſchmücken, aber an demſelben Abend hat ſie den zweijährigen Liebling in den Sarg gebettet unter Thränen und lauten Klagen. Und Wehmuth der Erin nerung zieht durch den Buſen der jungen Frau, die die Seligkeit, Mutter zu ſein, gefühlt, um ſie ſo ſchnell zu verlieren, und Zähre um Zähre draͤngt ſich aus den blauen Augen und gleitet die bleiche Wange hinab.

Dann erhebt ſie wie vorwurfsvoll den Blick nach Oben und auf der Lippe bebt ſchon die Frage:Herr

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