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beſieht das Tuch, und ein extrafeines Stuͤck ſticht ihm in die Augen.
Was koſtet's? fragt er.
Der Ruyter iſt nicht blöde, und ſagt den von ſeinem Herrn beſtimmten Preis.
Der Bey iſt auch nicht blöde, und bietet die Hälfte.
Ich bin kein Jude, ſagte Ruyter, der die Hälfte mehr fordert, als die Sache werth iſt, und ſie dann natür⸗ lich auch um die Hälfte wohlfeiler losſchlagen kann, als er gefordert hat. Bei mir gilt das Handeln nicht. Was ich fordere iſt feſter Preis! Auch iſt's nicht mein Eigen⸗ thum. Ich bin nur meines Herrn Diener!
Das wäre nun überall in der Ordnung geweſen, nur nicht da, wo keine Ordnung iſt, wie in Marokko. Jedem Andern wär's bang um ſeinen Kopf geweſen, als er den grimmigen Blick des Bey geſehen, nur dem Ruyter nicht.
Weißt du nicht, Chriſtenhund(das iſt der Ehrenname, womit die Herren Türken uns Chriſten belegen), ruft der Bey, daß ich Herr deines Lebens bin?
Das weiß ich wohl, Herr Bey, ſagte der Ruyter; aber ich weiß auch, daß ich nicht überfordert, und daß ich als Diener meines Herrn die Pflicht habe, ſo lange ich in ſeinem Dienſte lebe, für ſein Wohl zu ſorgen, und nicht an mich zu denken! Das will ich halten bis in den Tod — und— Ihr kriegt das Tuch nicht um einen Blaffert wohlfeiler! Thut, was Ihr vor Gott verantworten könnt!
Alle Kaufleute, die dieß hörten, erſchracken auf den Tod. Adje, Ruyter, dachten ſie; wenn du morgen noch eine Pfeife rauchſt, ſo muß dein Kopf ohne Leib rauchen können.
Daran hatten ſie ſich verrechnet. Der Bey ſah den hübſchen, jungen Mann lange mit zornfunkelnden Augen an. Alle Welt erwartete den kurzen Beſcheid: Kopf ab! — Aber er ſagte: Ich gebe dir bis morgen um dieſe Zeit Bedenkfriſt. Haſt du dich bis dahin nicht anders entſchloſſen, ſo mach' dein Teſtament! Damit ging er. Ganz ruhig legte Ruyter das Stück Tuch zurück in's Ge⸗ fach, und wartete auf andere Kunden.
Da ſtürmten die Kaufleute herbei und riefen: Um Gotteswillen ſchenk' ihm das Tuch! Schlägt er dir den Kopf ab, und das geſchieht ſo gewiß, als zweimal zwei vier iſt nach dem Rechenbuche von Adam Ries, ſo iſt dein Leben und deines Herrn ganzes Gut nebſt ſeinem Schiff verloren! Was wird dann aus uns Anderen! Gib ein Kleines und rette das Andre und dich! 5
Ich ſtehe in Gottes Hand, ſagte Ruyter. Wer im Kleinen nicht treu iſt, wie ſollt' er's im Großen ſein? Verliert mein Herr durch mich einen Blaffert, ſo bin ich ein treuloſer Diener. Ich weiche kein Haar breit!
(Schiuß folgt.)
Monats⸗Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg.
Zum Beßten obiger Anſtalt gingen im Laufe des Monats Oktober folgende Gaben ein und werden ſolche mit herzlichem Dank beſcheinigt. Von Hrn. Pfarrer N. zu Eichelsdorf 1 fl., Cand. Frohwein zu Kleinmachnim bei Stolpe in Pommern 1 fl. 45 kr.; Zinſen 1 fl.; von dem Vater eines Z. 1 fl.; d. Hrn. Pfr. Uhrig zu Neuiſenburg von Fr. Meyer 18 kr.; d. d. Red. des Gutenberg 12 kr.; d. Hrn. Lehrer Köth in Oſthofen 1 fl. d. Hrn. Specht in Niederflörsheim 50 fl. und ein Paar wollene Strümpfe; L. Meyer in Nierſtein 15 kr. d. Hrn. Pfr. Bingmann zu Höchſt von Fr. Brack 6 kr.; d. Hrn. Lehrer Beyer in Biebesheim 7 fl. 4 kr.; Reinertrag einer Verlooſung zu Alsfeld 333 fl. 15 kr.; durch den Anſtalts⸗Collekteur Pletſch in Darmſtadt geſammelt 276 fl.; Frau S. 2 fl.; Ungenannt, Poſtz. Großgerau 1 fl. und 1 fl. für Arnsburg; Hausbüchſe 1 fl. 16 ½ kr.; Arbeitskaſſe“) 2 fl. 43 kr. — Summe 679 fl. 5 4½ kr.
Bei dieſer Gelegenheit bemerken wir, daß am 23. Oktober der ſechste Zögling, ein Mädchen aus Lindheim, R.⸗B. Nidda, das älteſte der drei blinden Gefchwiſter, eingetreten iſt, dem nächſtens der ſiebente folgen wird. Abermals wurden drei Blinde angezeigt, worunter ein Geſchwiſterpaar. Zugleich bitten wir alle Inhaber von Aktienliſten uns recht bald das Reſultat ihrer Bemühungen mitzutheilen, damit wir in den Stand geſetzt werden ein geeignetes Haus anzukaufen.
Friedberg, Anfang November 1850.
J. N. S fer, Vorſteher der Blinden-Anſtalt.
*) Das Geld in der Arbeitskaſſe wird erzielt durch Flechten von Rohr⸗ ſtuhlſitzen und Verfertigen von Strohdecken; wir empfehlen die An⸗ ſtalt zu recht vielen Aufträgen in dieſen Artikeln.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
rr Verkauf einer Hofraithe.
(1709) Die dem Fürſtlichen und Gräflichen Geſammthauſe Jſenburg und Büdingen in dem Orte Stammheim zuſtehende Hofraithe, Flur J. Nr. 401. 103[Klafter haltend, beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stallung, ſowie der daran ſtoßende Garten Flur 1. Nr. 416 im Ge⸗ halte von 75[Klafter ſollen Dienſtag den 17. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, in loco Stammheim unter den alsdann veröffentlicht werdenden Bedingungen an den Meiſtbietenden verſteigert werden, wozu man Kaufliebhaber ein⸗ ladet. Büdingen den 21. Oktober 1850. Fürſtlich Aſenburg⸗ und Büdingiſche Rentkammer lin hs fe
Edictalla dung.
(17443) 1) Die dem Eberhard Huber 1. zu Wiſſelsheim in der Gemarkung Melbach zu⸗ ſtehenden Grundrenten, im jährlichen Geld⸗ anſchlag von 1 fl. 13½ kr.,
2) die den Kindern des Freiherrn Maximilian Löw von und zu Steinfurth in derſelben Gemarkung zuſtehenden Grundrenten, im jährlichen Geldanſchlag von 11 fl. und
3) die dem Herrn Grafen Max von Solms⸗ Rödelheim in der Gemarkung Niederwöll⸗ ſtadt zuſtehende— durch Allodification der Erbleihe des Johannes Schmidt II. entſtan⸗
dene Grundrente, im Geldanſchlage von 119 fl. 9/ kr., 5 ſollen nach den geſetzlichen Beſtimmungen abge⸗ lößt werden. 8 Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen Betheiligten hierdurch aufgefordert, binnen 2 Monaten ihre etwaigen Rechtsanſprüche bei dem unterzeichneten Gerichte vorzubringen, wid⸗ rigenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapita⸗ lien an die resp. Berechtigten,— wegen Nr. 2 an den Vormund der Kinder, Großh. Regie⸗ rungsrath Küchler zu Gießen— geſtattet wer⸗ den wird. Friedberg am 16. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edicetalladung.
(172) In Sachen des Markus Engel und Wolf Lichtenſtein zu Münzenberg Imploranten gegen Philippine Will zu Grünningen Implo⸗ ratin, Forderung betr., iſt im Zwangswege das der letzteren zuſtehende zu Grüningen belegene Wohnhaus verſteigert und ein Gebot von 60 fl. eingelegt worden. Da daſſelbe den Taxations⸗ werth bei Weitem nicht erreicht, ſo kann die Verſteigerung nicht genehmigt werden. Indem man der Philippine Will, welche nach England ausgewandert ſein ſoll, auf dem Wege der öffent- lichen Bekanntmachung von Vorſtehendem Nach⸗ richt zugehen läßt, fordert man ſie zugleich auf, binnen 6 Wochen vom erſten Erſcheinen dieſer Ladung in öffentlichen Blättern an gerechnet, ſo gewiß einen beſſeren Käufer zu ſtellen, als ſonſt eine nochmalige Verſteigerung verfügt, und
alsdann ohne Rückſicht auf das Verhältniß des Gebots zur Taxation der Zuſchlag ertheilt wer⸗ den wird. Hungen den 16. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht. Hofmann. Brück.
Faſelochs-Verſteigerung.
(1771) Künftigen Freitag den 15. d. M., Mittags 12 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe ein hieſiger Gemeinde zuſtehender dreijähriger Schwytzerfaſelochſe, welcher ſich hauptſächlich zur Zucht eignet, wegen Anſchaffung eines leichteren Faſelochſen für die Rinder, öffentlich meiſtbietend gegen gleich baare Zablung verſteigert werden.
Södel am 9. November 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter
Rei tz.
Bekanntmachung.
(1772) Samſtag den 16. November, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 19½ Malter Korn, und ½ Malter Gerſte, ſowie 1½ Fuder Korn⸗ und 1½ Fuder Gerſten⸗ ſtroh, Schulbeſoldung, in Parthien oder auch im Ganzen wenigſtnebmend vergeben werden. Utphe den 2. November 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter⸗Viear Walther. Vier ſt ei gerung.
(1773) Dienſtag den 19. November, Mor⸗ gens 9 Uhr, läßt die Wittwe des verſtorbenen Gr. Pfarrers Löber dahier, durch den Unter⸗


