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Provinz
der Stadtkirche:
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1
Igntelligenz-Vlatt
fuͤr die
Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
„ 89.
Mittwoch den 13. November
Amtlicher Theil. Oeffentliche Nachricht.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Montag den 25. November d. J., Morgens 10 Uhr,
beginnen. Die Gr. Bürgermeiſter haben dies bekannt zu machen. Friedberg den 8. November 1850. Die Großh. Heſſ. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvrier.
Das Heinzelmännchen. * 5 Eine Geſchichte. l 6(Schluß.) Als der Sonntag kam, gingen wir Alle in die Kirche. Nach der Kirche wurde in der Bibel geleſen. Nachmit⸗ ags wieder in die Kirche, und dann gingen wir ſpazieren, „„und er zeigte mir ſein Feld. Pinkert, das ſah ich, war % ein wohlhabender Mann. In ſeinem Hauſe war es ſo 0 tille, als ob keine Menſchen drin wohnten. Man hörte 97 07 ein hartes Wort, kein Scheltwort, kein Zankwort. Den Eltern wurde pünktlich und ohne Widerbellen gehorcht. Sonntags trug der Andres die Arbeit weg, und brachte „„ chönes, blankes Geld heim. Im Buche, das Pinkert führte, l ſtanden ſchöne Poſten aus. Es ſind reiche Leute, ſagte er, die den Martinitag pünktlich zahlen. Das Geld tilgt meine Ausgabe für Leder, das ich mir von Meſſe zu Meſſe kaufe. Kommt erſt mein Schwiegerſohn, ſo ſoll's noch ganz anders gehen. Als meine acht frohen Tage um waren, ſchied ich. An der Thüre ſeines Hauſes ſtand der Sternwirth. Nun ſrink Eins auf den Weg, ſagte er, und ich trat ein, da ich noch Zeit genug hatte. Kaum ſaßen wir, ſo kam auch ber Meiſter Hopp. Apropo! ſprach der Wirth, ich habe geſehen, Ihr poart bei dem Pinkert zu Beſuch, und er iſt Euer guter Freund, wie ſteht's denn mit dem Heinzelmännchen! Dabei winkerte er mit dem Auge nach dem Meiſter Hopp hin. Damit, ſagte ich, hat es ſeine volle Richtigkeit. 3 Was? rief der Wirth und ſprang auf. Ihr auch? A Gelt! lachte mit Siegesfreude der Hopp. Ja, ja,
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Nen
die Sitzungen des Bezirksraths auf dem Rathhauſe dahier
2 1850. mit rechten Dingen geht ſo etwas nicht zu.
ä Ich hab's immer geſagt.
Es iſt ſo, Sternwirth, ſagte ich darauf; das Hein⸗ zelmännchen heißt aber: Fleiß, Gottesfurcht, Ordnung, Sparſamkeit! Da wurde der Hopp kreidebleich.
Ich erzählte nun haarklein, wie ich's in Pinkert's Hauſe gefunden und erlebt; dann ſagte ich: dieß Heinzel— mäunchen lauft nicht fort vom Nieſen, ſondern ſagt chriſt⸗ lich: proficiat! Lauft auch nicht fort vom Anſehen, ſonſt wär's vor mir weggelaufen, denn ich hab' ihm recht ſcharf auf die Finger geſehen. Ich glaube, Meiſter Hopp, bei Eurem Großvater in Deſſau lief's auch davon nicht fort, als er den Krebsgang ging, ſondern weil es dem Meiſter zu wohl wurde. Da wurde er faul. Er hielt keine Ord⸗ nung, er und ſeine Frau aßen und tranken lieber alle Tage gut, als an den hohen Feſten allein. Meiner Treu, wo's ſo hergeht, da macht ſich das rechte Heinzelmännchen, das ich Euch vorhin genannt habe, blitzſchnell aus dem Staube und mit ihm der Segen.
Ich glaube auch, daß das Heinzelmännchen die Schop⸗ penſtecher nicht leiden kann. Es wohnt aber nicht im Hauſe, ſondern in der Seele; und Jeder kann Eins krie— gen, der Eins will, und es behalten, ſo lang er Gott fürchtet und recht thut, betet und arbeitet, Ordnung hält und ſparſam iſt. Euch, Meiſter Hopp, der Ihr viele Kinder habt, würde ich rathen, auch mal Eins zu ſuchen, wo es zu finden iſt, und ich glaube, Ihr geht nicht fehl, aber am Tiſche des Sternwirths und keines andern werdet Jyr's finden!
Da hat der Wirth geſagt: Bravo! Das laß ich gelten, und ſo ein Heinzelmännchen iſt das rechte.
Der Hopp ſchlich ſich zur Thüre hinaus.
Hört, Landsmann, hat darauf der Wirth geſagt, Ihr habt mir zwar da einen guten Kunden zur Thuͤre hinaus— gejagt mit Eurem abſonderlichen Heinzelmännchen, aber ich dank' Euch doch dafür, daß Ihr dem Eſel den Staar geſtochen habt mit einer tüchtigen Nadel. Gott geb's, daß es bei ihm fruchtet, und er das Heinzelmännchen findet.
Nun aber trinken wir einen Schoppen, und den geb' ich zum Beſten!
Ich bedankte mich und ging meines Weges.
Meiner Treu, ſagte der Gevatter, da habt Ihr das rechte Heinzelmännchen entdeckt, und Ihr Jungen und Alten in der Spinnſtube machet, daß Ihr's in Eure Häuſer kriegt. Wenn's auch nicht hilft über Nacht, wie bei des Hopps Großvater zu Deſſau, ſo hilft's doch am Tage


