Ausgabe 
13.7.1850
 
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ſehr dauerhafte Schriftzüge. Das Blatt der Talipot dient ganz ſo wie bei uns in früheren Zeiten das Perga⸗ ment in allen wichtigeren Fällen als Schreibmaterial, während man zu geringeren Zwecken das Blatt einer an⸗ deren Palme verwendet. Ein cingaleſiſches Buch beſteht aus einer Unzahl ſolcher zuſammengehefteten Blätter. Den Einband bilden zwei hölzerne Brettchen und zwei Schnüre, welche am Rande durch all dieſe Blätter gezogen ſind. Man hat ſchon viele dieſer Bücher in Europa als ſolche vorgezeigt, welche aus egyptiſchem Papyrus gemacht ſeien; allein ſie gleichen weder in Form noch Textur den Büchern des Alterthums. Außerdem deckt man auf Ceylon die Häuſer mit ſolchen Blättern, und bereitet aus ihnen Hüte, deren Leichtigkeit und breiter Rand ſie beſonders geeignet macht zum Schutze gegen die Hitze der Tropen; unter einen ſolchen Hut kann man beinahe eine ganze Familie bringen.

Der Talipotbaum wächſt gewöhnlich nicht an der Küſte, ſondern findet ſich mehr in den Wäldern im Innern der Inſel, denen er ſozuſagen eigenthümlich iſt. Er iſt aber auch auf der Küſte von Malabar, auf den Marqueſas und Freundſchafts-Inſeln einheimiſch. Seine Frucht hat die Größe einer gewöhnlichen Kirſche, iſt nicht eßbar, und pflanzt ſich fort, wo ſie auf den Boden fallt. Aus dem Kern der Frucht dreht man Kügelchen zu Paternoſtern ꝛc., welche die Cingaleſen des Innern als Schmuck tragen. Wären die Eingebornen der Länder, wo dieſer Baum ein heimiſch, nicht ſo träge, begnügten ſie ſich nicht mit Dem, was die Natur freiwillig für ſie thut, würden ſie über haupt für ihre Zukunft ſorgen, ſo wäre dieſer nützliche Baum, der ihnen Palmkohl, Sago, Mehl, Dächer, Schirme, Fächer, Hüte, Schreibmaterial u. dgl. liefert, noch weit

häufiger und wohl noch trefflicher, da es Erfahrungsſatz iſt, daß alle Vegetabilien durch Anbau an Güte und Er⸗ giebigkeit noch zunehmen. f

Für Wölfersheim gingen ferner ein:

Bei Karl Fritz: von E. Bechſtein jun. 1 fl., H. Betz 1 fl., für Wölfersheim 3 kr., D. G. 30 kr., Franz Reitz 36 kr., J. Engel 24 kr., E M. B. 30 kr., Pfarrer Buff in Niederwöllſtadt 2 fl. Fräulein von Günderode 2 fl., von den Damen eines Nähvereins für Arme in Frank⸗ furt 33 verſchiedene Kleidungsſtücke.

Bei J. Faatz: von Dr. S. I fl. i

Bei C. C. Weis: von C. A. 30 kr., J. Croneberg 30 kr., Pfarrer Landmann von Rendel 1 fl., B. und W. 12 kr., J. A. S. Frankfurt 1 fl. 45 kr.

Bei H. Hahn: durch Hrn. E. W. Koch von Frankfurt von E. W. M. 2 fl., E. W. M. 5 fl., A. W. M. 1 fl., J. P. M. 1 fl, M. M. 30 kr, E. M. 30 kr, H. M. 1 fl., Samuel Lindheimer 5 fl., Actuar Nau 1 fl.

Bei Heinrich Weller: von Mager Hirſch 1 fl., Hrch. Mack 1 fl., J. F. Niederrosbach 6 kr., Jacob Leonhard 12 kr., Wilhelm Tönges 18 kr.

Bei der Expedition des Intelligenz Blattes: von R. 2 fl.

Zuſammen an Geld 34 fl. 36 kr. Im Ganzen mit den in Nr. 49 angezeigten Beiträgen 290 fl. 19 kr.

Da die Sammlung mit Ende dieſer Woche geſchloſſen wird, ſy bitten wir etwaige Gaben uns gefälligſt bis zu dieſem Termine zu gehen laſſen zu wollen.

Friedberg den 10. Juli 1850.. Namens des Comités

J a

Für die Familie des H. Sommerlad in Langenhain ſind bei der Expeditlon eingegangen: von F. Müller 9 kr.

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

S= NN Immobilien ⸗Verſteigerung.

(10277) Dienſtag den 30. Juli, Morgens um 10 Uhr, werden die Immobilien der Lud⸗ wig Wagenknecht'ſchen Eheleute in hieſigem Rathhauſe meiſtbietend verſteigert, als:

1) Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, zwei Nebenbäuen, Scheuer, Schoppen, Stall und zwei Mühlgängen an der Uſa,

2) 192 Klafter Garten in der 6. Gewann, an Johann Heinrich Müller,

3) 927 Klafter Garten in der erſten Gewann, an Heinrich Hanſtein IV.

Friedberg am 27. Juni 1850.

In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Immobilien-Verſteigerung.

(1028) Dienſtag den 30. Juli, Morgens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe die den Hartmann Lang'ſchen II. Eheleuten dahier gehörenden Immobilien meiſtbietend verſteigert, nämlich: 1) Hofraithe, als Wohnhaus, Hinterhaus und Stall, an Georg Rauſch III., 2) 81,6 Klafter Garten beim Schüßenrain, an Johs. Engels Wittwe. Zins der Barfüßerſchule 12 kr. Heller. Friedberg am 27. Juni 1850. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Güter Verpachtung. (1061) Dienſtag den 16. Juli, Morgens

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um 9 Uhr anfangend werden in hieſigem Rath bauſe die Güterſtücke der Frau Philipp Storks Wittwe dahier, in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegen, auf einen Zeitraum von ſechs Jahren freiwillig einer meiſtbietenden Ver⸗ pachtung ausgeſetzt. Friedberg den 3. Juli 1850. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Verſteigerung von Bauarbeiten zu Butzbach. (1088) Montag den 15. Juli l. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſollen die bei Umbauung des II. Pfarrhauſes zu Butzbach vorkommenden Arbeiten und Material-Lieferungen im frühern J. Pfarrhaus daſelbſt öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden.

Der Voranſchlag hierfür beträgt: 551

1) Maurerarbeit 0 90 27 2) Steinhauerarbeit 337 51 3) Zimmerarbeit 481 42 4) Dachdeckerarbeit 140 20 5) Schreinerarbeit 699 25 6) Schloſſerarbeit 465 30 7) Glaſerarbeit 195/ 52. 8) Weißbinderarbeit 66625

9) Spenglerarbeit 63 46 10) Anlieferung der erforderlichen Materialien, beſtehend in Mauerſteinen, Backſteinen, Kalk und Sand, veranſchlagt im Ganzen zu 773 fl. 38 kr.

Zu gleicher Zeit wird das an der früheren Wohnung des Schreiners Diehl ſtehende, von Holz erbaute Kugelhausgebäude, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert.

Die weiter an den zum Abbruch beſtimmten Kugelhausgebäude vorkommenden Arbeiten wer⸗ den mit den oben angegebenen Arbeiten öffent- lich an die Wenigſtnehmenden verſteigert.

Voranſchläge und Verſteigerungsbedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. 5 5

Friedberg den 7. Juli 1850.

Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen.

Bekanntmachung.

(1087) Montag den 15. Juli l. J., Nach⸗ mittags um 3 Uhr, ſollen in Butzbach bei Herrn Gaſtwirth Joutz die auf die Straße von Butz⸗ bach in der Richtung nach Friedberg vom Stein⸗ bruch bei Griedel noch anzufahrenden Steine, auf Koſten der früheren Steigerer, nochmals öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 7. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen.

Main ⸗Weſer⸗ Bahn.

(1088) Die Lieferung der nachgenannten Materialien in das Magazin des Bahnhofes zu Friedberg ſoll auf dem Submiſſionswege ver geben werden. Die Bedingungen der Lieferung können vom 10. Juli l. J. an auf dem Büreau des Materialverwalters der Station Friedberg eingeſehen werden; die Gebote ſind verſiegelt und mit der Aufſchrift:an die Gr. Maga⸗ zins⸗Commiſſion zu Friedberg, Material-Lie⸗ ferung betreffend/ längſtens bis zum 16. Juli Nachmittags 2 Uhr auf genanntem Büreau ab zugeben woſelbſt unmittelbar hierauf dle Er⸗ öffnung der Gebote geſchieht, welcher die Inte⸗ reſſenten beiwohnen können.

Die Lieferung erſtreckt ſich auf:

1) 20 Zentner Knochenöl,

2) 18 Zentner Rüböl,

3) 14 Zentner Sparöl,

4) Zentner Schmalz.

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