Ausgabe 
11.5.1850
 
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Welcher Unſinn! Ich wollte mit Dir zuſammen⸗ treffen, ſagte Antonio, welcher den verborgenen Sinn in Santo's Phraſe nicht recht zu verſtehen ſchien.

Ja, ja, bis Du mit mir zuſammentrafſt, erwiderte der Bandit, indem er das letzte Wort betonte,und ich in Beſitz Deiner Flinte gelangte hübſche Flinte, meiner Treu, nicht uͤbel! fügte er hinzu, indem er ſich erhob und das Gewehr mit der Hand wogleicht wie eine Adler feder! ö

Haſt Du Luſt zu einer vernünftigen Unterredung, Santo? fragte Antonio ungeduldig.

So viel Du willſt, mein Junge, das heißt bis Mittag, wo ich ein Stelldichein habe.

Antonio erbleichte, er dachte bekümmert an das, was Angeluccia ihm von dem Verlangen dieſes Elenden erzählt. In acht Stunden konnte viel geſchehen ſeyn.

Ein Stelldichein? wiederholte er fragend.

Mit dem Empfänger des Tallano! antwortete Santo.

Er erwartet Dich!

Wie die Empfänger die braven Leute meiner Sorte erwarten, ſagte der Räuber mit jenem ſardoniſchen La chen, das ihn nur ſelten verließ.Aber baſta, das ſind meine Sachen und nicht die Deinen.

Während des ganzen Geſprächs hatte Pietro Santo nicht einen Augenblick den jungen Mann aus den Augen verloren, dabei aber ſeine Flinte über die Schulter ge⸗ worfen und Antonio's Gewehr zwiſchen ſeine eiſernen Füße geklemmt.

Na, komm hierher, mein Junge, nahm er das Wort wieder auf,ſetze Dich auf dieſen Moosteppich;

in Deinen Jahren liebt man ſeine Bequemlichkeit. Ich meinestheils, der ich oft die Nacht über ein Felsſtück zum Kopfkiſſen gehabt habe, werde mich mit dieſem Steine be gnügen. Gott verdamm' mich, das iſt aber ja der Zwillingsbruder von dem Steine, welcher den Leichnam 19 185 von Giovanni Roballini umgebrachten Bruders edeckt.

Ein kalter Schweiß überrieſelte den Körper Anto nio's, die ganze Rachſucht des Banditen prägte ſich in dieſem höhniſchen Scherze aus. g

Du biſt genugſam gerächt dieſe Zeit hindurch, Santo, und der Augenblick iſt da, wo das aufhören muß.

Warum genug, wenn der alte Giuſeppe noch ein Kind übrig hat? fragte kaltblütig der Bandit.

Aber es iſt ein Weib!

Die Weiber ſind's, welche die Buben gebären.

Du weißſt, daß Roballini, um Dir das Leben ſeiner Tochter abzukaufen, ſein Eigenthum bis auf ſein letztes Stück Weinberg verkauft, und daß er kaum noch ſo viel übrig behalten hat, um trocken Brod eſſen zu können, was willſt Du, das er noch thun ſoll?

Angeluccia iſt hübſch, verſetzte Pietro Santo mit einem cy niſchen Blicke.

(Schluß folgt.)

Bei Ifidor Lindheimer

für die Binger Brandverunglückte eingegangen: fl. 62. 33 kr. im Ganzen, worüber demnächſt ſpezifizirte Angabe.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

Y ον N 155 0 fl. b is f

(683) liegen in der Bauernheimer Kirchen⸗ kaſſe zum Ausleihen bereit.

Oſſenheim den 1. Mai 1850.

Pfr. Buchhold.

Frucht ⸗Verſteigerung. (170) Mittwoch den 15. d. Mts., Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden in dem Geſchäftszimmer der Fürſtl. Jſenburgiſchen Kammerkaſſe dahier, hundert Malter Waizen, das Malter zu 200 Pfund Gr. Heſſ. Gewichte gerechnet, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert, wozu man Kaufliebhaber einladet.

Die Bedingungen, unter welchen die Ver⸗ ſteigerung ſelbſt ſtattfinden ſoll, werden vor der⸗ ſelben bekannt gemacht werden.

Büdingen den 1. Mai 1850.

Die Verwaltung Fürſtl. Jſenb. Büd. Kammerkaſſe Wegelin.

Oeffentliche Ladung.

(11) Zur Feſtſtellung des Vermögens⸗ wie Schuldenſtandes der Oekonom Chriſtian Carl Eheleute zu Okarben werden alle unbekannte Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen binnen 14 Tagen bei Gericht anzuzeigen. Groskarben am 6. Mai 1850. Geoßh. Heſſ. Landgericht Jäger. Schmidt.

Verſtei gerung. (115) Montag den 27. d. M., von Morgens 9 Uhr an und die darauf folgenden Tage wer⸗ den in der Behauſung des verſtorbenen Kauf⸗ manns Job. Heinr. Fritz hier eine Parthie Stab⸗ Rund- und Band⸗Eiſen, Oefen, Heerde, eiſerne

Achſen, Ketten, Drath, Kroppen, Pflug⸗Schaaren, Blech, Schippen, Schlöſſer ꝛc., ſodann Diele und Latten, ferner Gold- und Silberſachen, Meſſing, Kupfer, Kleidungsſtücke, Bettzeug, Bett⸗ laden, Kleiderſchränke, Kommode und ſonſtige Haus⸗ und Handels ⸗Geräthſchaften öffentlich meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung ver⸗ ſteigert, und ſoll mit den Mobilien der Anfang gemacht, die Eiſenwaaren aber am Dienſtag den 28. d. M. zum Verkaufe gebracht werden. Sämmtliches Eiſen wird auch im Ganzen bei annehmbarem Gebot vor der Verſteigerung abgegeben, und ſind Kaufluſtige zur Anſicht deſſelben höflichſt eingeladen. Friedberg am 7. Mai 1850. In Auftrag der Erben: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen.

(7100 Montag den 13. Mai, des Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſollen Böſchungsarbeiten in der Gemarkung Gießen in 3 Looſen, veranſchlagt zu 980 fl., 913 fl. und 1678 fl., an die Wenigſt⸗ fordernden öffentlich in Accord gegeben werden. Die Zuſammenkunft iſt am Rodberg. Gießen am 5. Mai 1850. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eickeme per.

Bekanntmachung.

(717) Die am 7. Mai 1850 abgehaltene Holzverſteigerung im Freiherrn von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſeleck iſt genehmigt worden und kann das Gehölz nach den ſchon bekannten Bedingungen mit dem Bemerken abgefahren werden, daß der 1. Fahrtag auf Montag den 13. Mai l. J. feſtgeſetzt worden iſt. Friedberg den 8. Mai 1850. In Auftrag: F a a 8.

Holz⸗Verſteigerung. (718) Mittwoch den 22. dieſes, Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Freih. von Died'ſchen Schneiderwalde dahier:

1) 500 Stecken buchen Scheitholz, 2) 130 Prügelholz von jungen Buchen, 3) 27 Stecken alt eichen Scheitholz, 4 36 Prügelholz von jungen Eichen und 5) 15000 buchen und eichen Aſtholz Wellen öffentlich an Ort und Stelle an den Meiſtbie⸗ tenden verſteigert werden Ziegenberg den 8. Mai 1850.

Kirchner. Arbeits ⸗Verſteigerung.

(119) Montag den 13. Mai, Vormittags 11 Uhr, ſoll in hieſiger Bürgermeiſterei die bei Reparatur der Pfarrhofraithe vorkommende Dachdeckerarbeit, welche zu 148 fl. 39 kr. ver⸗ anſchlagt iſt, an die Wenigſtnehmenden öffent⸗ lich in Accord gegeben werden. Bruchenbruͤcken den 5. Mai 1850. Für den Kirchenvorſtand: Der Großh. e e ſt.

Bekanntmachung.

(120) Nächſten Dienſtag den 14. d. M., Nachmittags 3 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Bergwerk 86 Haufen Zimmerſpähne und altes Grubengehölze verſteigert werden, wozu Kauf⸗ liebhaber eingeladen werden. Die näheren Be⸗ dingungen werden vor der Verſteigerung bekannt gemacht.

Dorheimer Bergwerk am 8. Mai 1850. Für die Großh. Heſſ. Dorheimer Bergverwaltung

Der Großh. Heſſ. Berginſpector A. Slo y ch.