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Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Begierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M 62.
Sonnabend den 10. Auguſt
1830.
Regierungsblatt⸗Auszüge.
Nr. 32 enthält: Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern vom 21. Juni, die mit 1. Juli d. J. in Wirkſamkeit tretenden Uebereinkunft zwiſchen der Großherzogl. Heſ— fiſchen und der Königl. Sächſiſchen Regierung wegen Aufhebung der Vergütung strafrechtlicher Koſten.
Nr. 33 enthält; 1) Verordnung vom 26. Juni, die Abhaltung der Wahlen zur periodiſchen Ergänzung des Handelsgerichts in Mainz betr.— 2) Bekanntmachung des Miniſteriums des Innern vom 1. Juli, die Organiſation der Verwaltungsbehörden, insbeſondere Er— richtung einer Regierungscommiſſion zu Worms betr.— 3) Bekannt⸗ machung, die Errichtung eines Salzmagazins zu Fürth betr.— 4) Dienſtnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben geruht: durch allerhöchſtes Decret vom 28. Juni den Staats⸗ miniſter Pr. Heinrich Carl Jaup, auf ſein aus Geſundheitsrückſichten geſtelltes Nachſuchen, von ſeinen Functionen als Miniſter des Innern und Vorſitzender im Geſammtminiſterium, unter Bezeigung der be— ſonderen allerhöchſten Zufriedenheit mit ſeinen ausgezeichneten treuen Dienſten, zu entbinden, mit gleichzeitiger Ernennung deſſelben zum wirklichen Geheimenrathe mit dem Prädicate„Excellenz“ und zum zweiten Präſidenten des Oberconſiſtoriums; ſodann durch allerhöchſtes Decret vom 30. Juni den Provinzial⸗ und Territorial⸗Commiſſär Reinhard Carl Friedrich Freiherrn v. Dalwigk zu Mainz zum Director des Miniſteriums des Innern und durch allerhöchſtes Decret vom 1. Juli den penſionirten Miniſterialrath Friedrich Georg von Bechtold zum Miniſterialrath im Miniſterium des Innern zu er⸗ nennen. f i
Der Schiffbruch.
Eine Erzählung von H. J. Nott.
Mein Vater war ein angeſehener Pachter in der Umgegend von Glasgow. Seine Umſtände waren nicht glänzend, geſtatteten ihm aber frei von Sorgen zu leben, und ſeinen Kindern, zwei Söhnen und einer Tochter, eine an⸗ gemeſſene, in mancher Hinſicht ſelbſt bevorzugte Erziehung zu geben. Er ſagte uns oft, daß er uns ſo gut er nur könnte, werde erziehen und unterrichten laſſen, daß wir aber der— einſt weiter nichts zu erwarten hätten. Als ich das fünf⸗ zehnte Jahr erreicht hatte, ward ich, da ſich eine gute Gelegenheit darbot, bei einem Kleinhändler als Commis und Buchhalter angeſtellt; aber dieſer Mann ſah ſich nach drei Jahren genöthigt, ſein Geſchäft aufzugeben, und ich befand mich ohne beſtimmte Ausſicht für die Zukunft. Ich kehrte noch einmal zu meinen Eltern zurück; doch blieb ich nicht lange von ihnen abhängig. J
Ein Schiffskapitän von unſerer Bekanntſchaft, der, als er eines Abends bei meiner Familie war, meine Lage erwähnen hörte, ſagte in einem ſcherzenden Tone:„Nun, Allan, wie würde Dir ein Ausflug nach den Vereinigten
Staaten mit mir gefallen?“—„Der würde mir ſehr an⸗ genehm ſein,“ erwiderte ich.—„Wirklich? Nun dann brauchſt Du Dich nur bereit zu halten; denn ich reiſe in der nächſten Woche nach New- York.“—„Wenn meine Eltern einwilligen, meine Vorbereikungen ſind bald gemacht.“ Nach einigem Bedenken und einem kurzen Aufſchub von einem oder zwei Tagen erhielt ich ihre Zuſtimmung, und zu rechter Zeit war ich am Bord des Schiffes, das in Greenock bereit lag, in See zu ſtechen.
f Unſer Schiff war bald unter Segel und mit einer friſchen Briſe fuhren wir ſchnell den Clyde hinunter. Der Kapitän rieth mir, auf dem Verdeck zu bleiben, um der Seekrankheit vorzubeugen, doch war es wohl nur ſeine Abſicht/ daß die Geſellſchaft und neue Gegen ſtände meine Traurigkeit zerſtreuen ſollten. Wir hatten ohngefähr zwölf Kajüten⸗Paſſagiere und nicht weniger als ſechzig im Zwi⸗ ſchendeck, letztere meiſt arme Leute aus den ſchottiſchen Hochlanden und einige Weber, die keine Arbeit mehr ge⸗ 1
eine Aufmerkſamkeit ward vorzüglich angezo
durch ein engliſches Paar, Mann und— 1 fich bon den Uebrigen abgeſondert hielten. Der Mann lehnte ſich an das Bollwerk bel'm Back des Schiffes, mit bleicher Wange, die Zähne zuſammengebiſſen, die Lippen geſchloſſen und die eine Hand an ſeine Stirn gedrückt. Die Frau ſaß da, mit ihren Armen eine Tochter von ungefähr zehn Jahren umfaſſend; ſie weinte nicht laut, aber große Thräuen rannen über ihr Antlitz, während ihr Buſen ſich hob, als ob das Herz ihr zerſpringen wollte. Sie ſchien ſich abzu⸗ wenden, als ob ſie den Kummer, den ſie zurückzudrängen nicht vermochte, verbergen wollte. Ich hatte ſie länger als zwei Stunden in Zwiſchenräumen beobachtet. Alle Anderen hatten einen gewiſſen Grad der Faſſung gewon⸗ nen, ſie aber, wenn ſie einen Augenblick ruhig geworden war, ſo begann ſie nur deſto bitterlicher zu weinen. Die Tochter ſchien den Gram der Mutter nicht zu begreifen; doch da ſie dieſe ſo traurig ſah, küßte ſie ſie wiederholt und rief in kläglichem Tone:„Weine doch nicht, Mutter; liebe Mutter, weine nicht!“ Alles, was ich über die Fa⸗ milie erfahren konnte, war, daß ihr Name Campbell ſei und daß ſie einſt beſſere Tage gekannt hakten.
Das Schiff glitt raſch voruͤber an den grünen Thälern und luftigen Hügeln von Bute und Arran, an den Fels⸗ klippen von Cantyre; Jura zeigte ſich gerade als die Nacht hereinbrach. Den nächſten Tag paſſirten wir den Norden von Irland, und das Land entſchwand unſern Augen. Ich


