Ausgabe 
7.12.1850
 
Einzelbild herunterladen

u Mui

4 ſeſßen Brr⸗

men und Vollen erhalten

gl.

ken.

icken, ferner und paletot,

ſertcige Shaw, elle, erſtere von

end mittelgrok Volle und Palb, Stück. tattas in alla ab bei

*

Intelligenz-Blatt

fuͤr die i

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M. 96.

Sonnabend den 7. Dezember

1850.

Amtlicher Theil.

Darmſtadt, 23. Nov. Nachſtehende Anſprache an die Landbewohner des Großherzogthums in Bezug auf die bevorſtehenden Landtagswahlen rührt von einem Landmanne her, der in öffentlichen An gelegenheiten ſeine Stimme zu erheben berechtigt und be⸗ fähigt iſt, und entſprechen wir daher gern dem Wunſche der Verbreitung.

Die Wahlen zu einem neuen Landtage, und zwar einem außerordentlichen, ſtehen bevor. Wir wollen die Verhält⸗ niſſe nicht erörtern, welche dieſen herbeigeführt haben; aber ſchon die eine Lehre liegt nur zu klar vor, daß von dem Werthe der letzten Landtage eine gedeihliche Förderſeng der wahren Intereſſen des Staates ebenſowenig zu hoffen iſt, als ohne geordneten kräftigen Gang der Staatsverwaltung die für die eigene Wohlfahrt des Bürgers dringend nöthige Rückkehr des offentlichen Vertrauens. Kann den Gewerb ſtand Härteres treffen, als die da und dort ſchon eingetre tene, zumal von ihm ſelbſt unverſchuldete, Creditloſigkeit? Allerdings gibt es noch höhere Intereſſen, als ſolche engeren. Wie mochte man aber glauben, als könne z. B. in der Frage der politiſchen Zukunft Deutſchlands ein Staat von der Größe des unſerigen einen Ausſchlag geben. Da gegen kann aber wohl darüber kein Zweifel ſein, daß den wahren Freunden des Vaterlandes, welcher Anſicht ſie auch in jener Frage ſein mögen, des neutralen Bodens zur För derung wahren Volkswohles auf dem eigenen vaterländiſchen genug geboten iſt. Wie viel beſſer ſtände es überhaupt um uns, wenn all das, was an Geld, Zeit und Talent der Erörterung für uns nutzloſer Fragen geopfert, den eigenen Intereſſen der Beſtellung des eigenen Hauſes gewidmet worden wäre. Welch großartige Entwickelung der Volkswohlfahrt, wo dies ſo geſchieht. Wir bedürfen und wünſchen ein kräftiges Regiment, und zu dieſem gehört verfaſſungsgemäß auch unſer eigenes Mitwirken. Wir ſtrafen uns alſo ſelbſt, wenn wir dazu durch die rechten Männer nicht die Hand bieten. Und ſolcher bedürfen wir diesmal mehr denn je. Wichtige Arbeiten und Fragen im Staats haushalte, in der Geſetzgebung, dem Gemeindeweſen, den Gewerben ꝛc. harren auf den Beirath, mit den Bedürfniſſen und Verhältniſſen der verſchiedenen Zweige des öffentlichen Lebens erfahrener, geſchäftskundiger, zugleich aber auch ach tungswürdiger Männer! Solche haben wir! Solche Männer werden aber um unſere Stimme nicht buhlen, um

ſo mehr gebt ſie ihnen. Der ächte Mann hält daran, daß mit Thaten wahre Treue ſich ſchmückt, nicht mit Wor⸗ ten. Machen Verhältniſſe nöthig, nach ſolchen außerhalb Euerer Kreiſe ſich umzuſehen, ſo zeigt dabei Einigkeit. Be denkt, daß wo zwei Parteien ſtreiten, immer nur ein Dritter gewinnt. Wählet Männer, die, indem ſie ſich unſere Volksvertreter neunen, unſerer Wahl, uns ſelbſt, dem Vaterlande Ehre machen und damit unſern Ruhm vor Deutſchland vollenden. Ja, je mehr ſo hochwichtige In tereſſen ächter Männer bedürfen, um ſo mehr müſſen und wollen wir auch durch unſere Wahlen zeigen, daß wir ſol cher Männer würdig ſind.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 56 enthält: 1) Verordnung vom 9. Nov. die Nachbildung von Papiergeld zu Etiquetten betr.(Die Anfertigung, Verwen⸗ dung und Verbreitung von Etiquetten, welche dem Papiergelde des Großherzogthums oder eines anderen deutſchen Staates nachgebildet find, iſt bei einer Polizeiſtrafe von 1 bis 7 Gulden, unbeſchadet der etwa gleichzeitig nach den Beſtimmungen des Strafgeſetzbuchs ver⸗ wirkten höheren Strafen, verboten.) 2) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 16. Nov. die Verbreitung der Schrift die Geheimniffe des Volkes, von Eugen Sue betr.(Die Verbrei⸗ tung der deutſchen Ueberſetzung genannter Schrift: wird bei Vermei⸗ dung der in Art. 29. der Verordnung vom 4. Oct. l. J. bemerkten Strafen, in dem Großherzogthume verboten.) 3) Bekanntmachung, die von den höchſtbeſteuerten Grundbeſitzern vorzunehmende Wahl von zehn Abgeordneten zur erſten Kammer der außerordentlichen Ständeverſammlung betr.

Ein Weihnachtsbaum).

Sie iſt wieder da, die ſchöne Zeit, die Zeit der Be ſcheerung, das Feſt der großen und kleinen Kinder mit ſeinen Weihnachtsbäͤumen und Zuckernüſſen, ſeinen Shawls und Mantillen, ſeinen Perl- und Tappiſerieſtickereien, ſei nen Erwartungen, Ueberraſchungen und Gewährungen. Wenn wir die Damen in der Regelſchöne Kinder nen nen, warum wollen wir ſie nicht auch große Kinder nen nen, die ſich der Weihnachtszeit und ihres Gefolges freuen, wie die Kleinen? Sind ſie doch alle kindlichen Gemüthes, freuen ſich kindlich an Flimmer und Tand, an Blumen (auch ſogar künſtlichen) und bunten Gewändern; zaubern ſie uns doch wie Schmetterlinge dieſe Kinder des Früh⸗ lings durch den Farbenſchmelz ihrer Trachten einen

1) Wir laſſen hier die Fortſetzung der in vorigem Jahre begonnenen Weihnachtsbilder folgen. D. Red