Ausgabe 
7.8.1850
 
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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 61.

Mittwoch den 7. Auguſt

1850.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 30 enthält: 1) Verordnung, die Vornahme der Wahlen zu den beiden landſtändiſchen Kammern des Großherzogthums betr. ) Verordnung, die Eingangszolle für den ausländiſchen Zucker und Syrup betr.; 3) Bekanntmachung, die Beſteuerung des Runkel⸗ rübenzuckers im Zollverein betr. 4) Bekanntmachung, die Vergü⸗ tung der Brandſchäden in der Gemeinde Weinheim, R.⸗B Mainz betr. 5) Bekanntmachung, die Umlagen der iſraelitiſchen Religions- gemeinde Lampertheim betr. 6) Dienſt nachrichten. Am 6. Mai wurden der Diſtrictsſteuereinnehmer des Erhebungssdiſtricts Ober⸗ ohmen, Georg Muth zu Grünberg, zum Diſtriktsſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Bingenheim; der Diſtriktsſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Rodheim, Ludwig Bernbeck, zum Diſtriktsſteuer⸗ einnehmer des Erhebungsdiſtrikts Oberohmen; der Diſtriktsſteuerein⸗ nehmer des Erhebungsdiſtrikts Wenings, Carl Keim, zum Diſtrikts⸗ ſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtriets Rodheim; der damalige Vicar der Diſtriktsſteuereinnehmerſtelle zu Langen, Georg Velten, zum Diſtriktsſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Wenings; der Diſtrikts⸗ ſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Engelſtadt, Heinrich Bechtold zu Jugenheim, zum Diſtrikksſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Wörrſtadt; und der Zeugwart Sebaſtian Völckner zu Darmſtadt zum Diſtriktsſteuereinnehmer des Erhebungsdiſtrikts Engelſtadt ernannt. Am 18. Mai wurde der Gerichts- Acceſſiſt Ur. Philipp Arens zu Mainz zum Ergänzungsrichter bei dem Friedensgerichte des 2. Bezirks Mainz ernannt. Am 19. Mai wurde dem katholiſchen Pfarrer Franz Wiegand zu Sauerſchwabenheim die kath. Pfarrſtelle zu Umſtadt, im Regierungsbezirke Dieburg, übertragen. Am 24. Mai wurde dem evang. Pfarrer Georg Philipp Schuckmann zu Blödesheim die evang. Pfarrſtelle zu Schornsheim, im Regierungsbezirke Mainz, übertragen. Am 25. Mai wurde der Privatdocent Dr. med. et phil. Ernſt Dieffenbach zu Gießen zum außerordentlichen Profeſſor bei der philoſophiſchen Facultät der Landesuniverſität ernannt. An dem⸗ ſelben Tage wurde dem evang. Pfarrer Georg Wilhelm Fuhr zu Felda die erſte evang. Pfarrſtelle zu Oberrosbach, im Regierungs- bezirke Friedberg, ſowie am 29. Mai dem Schulvicar Jacob Scheuer⸗ mann zu Langwaden, im Regierungsbezirke Heppenheim, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und am 31. Mai dem Pfarrvicar Ernſt Vogler zu Ueberau die evang Pfarrſtelle zu Hähnlein, im Regie⸗ rungsbezirke Heppenheim, übertragen. Am 3. Juni wurde dem Bau⸗ aufſeher lr Klaſſe im Baubezirke Bingen, Ernſt Böhm, dermalen zu Dieburg, die Stelle eines Bauaufſehers lr. Claſſe im Baubezirke Dieburg und dem Bauaufſeher lr. Claſſe Georg Meyer zu Oppen⸗ heim die Stelle eines Bauaufſehrs ur Claſſe im Baubezirk Bingen übertragen. An demſelben Tage erhielten Patente als Geometer Zr Claſſe: Johannes Heyl aus Richen füc den Regierungsbezirk Die burg; Johannes Möller aus Fleſchenbach für den Regierungsbezirk Heppenheim; Hermann Winckler aus Allendorf für den Regierungs⸗ bezirk Gießen und der Geometer Ir Claſſe Adam Weigel aus Oberhörlen für den Regierungsbezirk Biedenkopf. 7) Militärdienſt⸗ nachrichten. Bei der Gendarmerie ſind ernannt worden: der Rittmeiſter Scheerer, Commandant der Diviſion Oberheſſen, zum Commandanten der Diviſion Rheinheſſen, der Oberlieutenant Kerz zum Rittmeiſter und Commandanten der Diviſion Oberheſſen, der characteriſirte Oberlieutenant Rüti zum wirklichen Oberlieutenant der Oberwachtmeiſter Schmidt zum Lieutenant mit Verſetzung als zweiter Ofſtzler zur Diviſion Oberheſſen.(Patente vom 16. Mai.)

8) Dienſtentlaſſung. Am 21. Mai wurde der Oberſteuerbote Johann Rechel zu Zwingenberg ſeines Dienſtes entlaſſer. 9) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 7. Mai der Oberſteuerbote Daniel Reinbott zu Wörrſtadt. 10) Erledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Wirberg, im Regierungsbezirke Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 791 fl.; die zweite evang. Schullehrerſtelle zu Waldmichelbach, im Regierungsbezirke Heppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 234 fl. 52 kr. 11) Geſtorben ſind: am 3. Januar der penſ. Stadtſchreiber und Speicherverwalter Bingmann zu Oberrosbach, im Regierungsbezirke Friedberg; am 1. Mai der Schullehrer Thomas Natale zu Kloppenheim, im Regierungsbezirke Friedberg; am 20. Mai der Schullehrer Gg. Chriſtian Kaffenber⸗ ger zu Wolfskehlen, im Regierungsbezirke Darmſtadt.

Nr. 31 enthält: 1) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 26. Juni, die Beſtellung der Wahleommiſſäre für die Wahlen der Abgeordneten zu den beiden landſtändiſchen Kam⸗ mern betr. 2) Bekanntmachung des Großh. Miniſterſums des Innern vom 26. Juni, die Wahlen der Abgeordneten zur erſten Kammer der Stände des Großherzogthums betr. 3) Bekanntmach⸗ ung, die Zuſammenlegung und neue Eintheilung der Felder in der Gemarkung Achenbach, im Regierungsbezirke Biedenkopf, betr. 4) Bekanntmachung, die Umlagen der Gemeinde Wahlen im Regierungs⸗ bezirke Heppenheim für 1850 betr. 5) Bekanntmachung, die Er- hebung einer nachträglichen Umlage in der iſraelitiſchen Religions gemeinde Wachenheim an der Pfrimm pro 1850. 6) Dienſtnach⸗ richten. Am 3. Juni wurde der auf die evang. Pfarrſtelle zu Ober- hörlen, R.⸗B. Biedenkopf, präſentirte Pfarrvicar Kleeberger zu Arheilgen für dieſe Stelle beſtätigt; ferner der geweſene Polizeicom⸗ miſſär Nover zu Offenbach zum Polizeicommiſſär zu Gießen er⸗ naunt. Am 10. wurde dem Schullehrer Walter zu Walldorf die evangeliſche Schullehrerſtelle zu Niedereſchbach, Reg-Bezirks Friedberg, übertragen, und dem Stadtgerichtsdiener-Subſtituten Schmidt dahier die Stelle eines 2. Stadtgerichtsdieners an dem Staͤdigerichte zu Darmſtadt ertheilt. 7) Geſtorben ſind: am 5. Febr. der penſ. Schullehrer Köhler zu Hermannſtein, R.⸗B. Gießen; am 24. Mai der penſ. Revierförſter Seribg zu Udenhauſen, R.⸗B. Alsfeld; am 27. der penſ. Kirchen- und Schulraths-Regiſtrator zu Gießen; am 31 der Kreisrichter Brück zu Mainz.

Erinnerungen eines Londoner Polizei-Veamten. (Schluß.)

Dieſe ſeltſame Geſchichte machte nicht den mindeſten Eindruck auf die Richterbank und auch nur einen ſehr ge ringen auf die Zuhörer, obwohl ich ſogleich fühlte, daß ſie buchſtäblich wahr ſei, denn fuͤr eine erfundene Geſchichte war ſie weitaus nicht ſinnreich genug. Ich vergaß vor hin zu bemerken, daß Mr. Bagſhawe unmittelbar nach ſeiner Ausſage wieder aus dem Gerichtszimmer geführt wurde.

Angenommen alſo, Ihre ſeltſame Erzählung ſeie wahr, Mr. Briſtowe, fragte der Gerichtsſchreiber,ſo können Sie ja wohl leicht ein Alibi nachweiſen? 2