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beraubt, denn zu Zeiten pflegte er noch zu ſtudiren und mit ſeinem alten Vater ſich zu unterreden, den er dann bewegen wollte, Oxford zu verlaſſen.“
„Was wird aus Dir werden, theurer William, wenn ich geſtorben bin 2% pflegte der alte Mann bisweilen zu ſagen.
„Nicht die am längſten gelebt haben, ſterben deßhalb zuerſt, Vater; ich hoffe, Du wirſt noch viele Jahre leben.“
Der Bettler ſchüttelte ſein Haupt und ſein Sohn machte keine weitere Bemerkung, ſondern las eifrig in ſeinem Buche weiter. Seine Krankheit hatte jedoch, daran ließ ſich nicht zweifeln, ſeine Köͤrperkräfte gänzlich geſchwächt und er bedurfte jetzt im höchſten Grade der liebevollen Pflege ſeines alten Vaters. Es war rührend anzuſehen, wie zärtlich der alte Mann, welcher ſelbſt ſchon mit einem Fuß im Grabe ſtand, den Sohn von einem frühzeitigen Tod zu erretten ſuchte. Keine Mutter hätte mit größerer Sorgfalt ihr Kind pflegen können, als der Vater ſeinen etwas zu gefühlvollen Sohn. Natürlich erſchöpfte dieſe Krankheit ſehr die Geldmittel des Bettlers, und Freeman, als ob er ſich erinnere, daß der Vater nicht mehr ſeinem gewöhnlichen Beruf obliege und daher auch nichts ver— dienen könnte, pflegte bisweilen aus ſeinen Träumereien aufzuwachen, ſich mit ſeinen Papieren zu beſchäftigen, einige Seiten zu ſchreiben, deren Inhalt meiſt ſehr unzu⸗ ſammenhängend war, und wieder in Schlaf zu verſinken.
Der Sommer kam und an einem herrlichen Junitage ſtarb der junge Student, ſein Vater mußte das letzte Geld ausgeben, um ihn nach dem Kirchhof bringen zu laſſen, wo ſeine Mutter in Frieden ruhte. Mit Thränen pflanzte der alte Mann ein zweites Kennzeichen an dem Orte auf und erhob ſeine Blicke zum Himmel, als wolle er Gott bitten, auch ihn zu ſich zu nehmen; doch er lebte noch
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Von der Familie Dalton haben wir wenig mehr zu ſagen. Ihr Schickſal war dem vieler vornehmen Leute gleich und im Strudel des geſelligen Lebens vergaſſen Alle bald des armen Freeman.
(Erheiterungen.)
Blinden ⸗Aſyl.
Im Monat Dezember gingen für die in der Aufſchrift benannte Anſtalt nachfolgende Gaben ein und werden hiermit von dem Unterzeich⸗ neten 15 herzlichem 94 77 8
ei dem unterzeichneten Direkt.: Von Hrn. v. R. zu Darmſtadt 20 fl.; W. in Frankf. 8 Gr.; Diehl in F 2 Gr.; W 40 Erz Frau D. und T. 60 Gr; C. W 6 Gr.; Cand. Welker 20 Gr.; Mayer Hirſch 20 Gr.; Eine 85jährige Wittwe 20 Gr.; Schreinermeiſter F. 14 kr.; Frl. K. und B. 12 Gr.; Eine treue Magd 2 Gr.; Frau H. 4 Gr.; W n 24 Gr.; K. H. 8 Gr.; L. in Rodh. 20 Gr; Tx—. 20 Gr.; Von einem Cand. theol. 20 Gr.; G. S. Poſtzeichen Frank⸗ furt, für die 3 blinde Geſchwiſter zur Weihnachtsgabe 20 Gr.; Frl. S. G. zu A. 60 Gr.; Cand. Schaffnit zu Darmſtadt: 20 Gr.
Durch die Redaction des„freien Gutenberg“: 24 fl. 34 kr.
Durch Hrn. Gärtner Ott in Frankfurt a. M.: X. 20 Gr.; Frl. Ludwig 40 Gr.; Hr. v. St. G. ö fl.
Durch Hrn. Apotheker-Gehülfen Iffland hier: Von— 20 Gr.
Durch Hrn. Steuereinnehmerei-Gehülfen Battenfeld hier: Von D. in O. 2 Gr.
Durch den„evangel. Verein“ zu Frankfurt a. M.: S. L. 2 fl. 4
Durch Hrn. Cand. Kapſer zu Reinheim: Von deſſen Schüler It.
Durch Hrn. Lehrer Bindewald zu Ziegenberg: Von Bgr. 1 Gr.; F. 1 Gr.; M. 1 Gr.; Ptz. 1 Gr; G. 1 Gr.; X. 1 Gr.; Un⸗
genannt 6 Gr.
Durch Färbermeiſter Rübſamen zu Vilbel: Von Frau Pf. Hinkel 2 Gr; Großh. H. Brigadier 7 Gr.
Durch Hrn. Inſpector Culmann zu Umſtadt: Von den Con- firmanten dort 12 fl. 34 kr.
Durch Gebr. Schwarz in Schzell: Von Hrn. Behrends zu
Frankfurt a. M. 10 fl. Friedberg am 1. Januar 1850.
manches Jahr, den Verluſt ſeines Sohnes zu beklagen.
J. P. Schäfer, Taubſtummenlehrer.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
NN NN
Bekanntmachung.
(1879) Eingetretener Umſtände wegen kann die creditweiſe Abgabe von Braunkohlen des Großh. Dorheimer Bergwerks für's I. Quartal 1850 nicht nach ſeitheriger Beſtimmung bis Ende Juni, ſondern nur bis Ende März 1850 erfolgen.— Indem man dieſes für die Braun⸗ kohlen⸗Conſumenten des Dorheimer Bergwerks zur öffentlichen Kenntniß bringt, bringt man zugleich die bereits unter dem 12. September 1848 erlaſſene Beſtimmung in wiederholte Er⸗ innerung, daß auch fernerhin kein neuer Bürg⸗ ſchein angenommen werden wird, wenn nicht der Einleger die Bezahlung einer älteren, be⸗ reits fällig geweſenen Schuld durch Vorlage der Quittung nachzuweiſen vermag.— Es betrifft dieſes namentlich alle diejenigen Reſtanten, welche im J. Quartal 1850 einen neuen Bürgſchein einzulegen beabſichtigen und noch mit Poſten bis zu Ende Dezember 1849 im Rückſtand ſind.
Die Herren Bürgermeiſter werden im In⸗ tereſſe ihrer Ortsangehörigen erſucht, bei Aus⸗ ſtellung von Bürgſcheinen, auf obige Beſtim⸗ mungen die nöthiße Rückſicht zu nehmen und dieſelben nöthigen Falls durch die Schelle be— kannt machen zu laſſen. i
Dorheimer Bergwerk und Friedberg
am 19. Dezember 1849.: Gr. Berginſpector Gr. Bergrentmeiſter A. Storch. Textor.
Mäntelverſteigecung.
(1892) Montag den 7. k. Mts, Vormittags um 9 Uhr, ſollen in der Kloſterkaſerne dahier,
50 Stück getragene Mäntel, ſowie ausrangirte Caſernenxequiſiten und altes Eiſenwerk, an die Meiſtbietenden, gegen gleich baare Zahlung, öffentlich verſteigert werden. Dies den Steig— liebhabern zur Nachricht. Friedberg den 27. Dezember 1849. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter.
Oeffentliche Ladung.
(7) Alle unbekannte Gläubiger des zu Vilbel verſtorbenen Johannes Breiter 1. fordert man hiermit auf, ihre Forderungen Dienſtag den 22. Januar, Vormittags, bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, als ſie ſonſt bei der Erbauseinanderſetzung nicht berück⸗ ſichtigt werden. Groskarben am 30. Dezember 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Schmidt.
Fruchtverſteigerung.
(8) Dienſtag den 8. Januar 1850, Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathbhauſe 50 60 Malter Korn und 15— 20 Malter Gerſte, zweimalterweis, von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds meiſtbietend ver— ſteigert. Friedberg den 31. Dezember 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Immobilien-Verſteigerung.
(9) Dienſtag den 15. Januar k. J., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die Immobilien der Balthaſer Schmidts Ehe⸗ leuten dahler meiſtbietend verſteigert, als: 1) Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, Holz⸗ ſchoppen und Stall, an Chriſtian Müller,
2) 46 Ruthen Garten in der 2. Gewann an Karl Heinrich Friedrich, Zins der Stadt⸗ kirche 12 kr. 1½ hlr.,
3) e in der 7. Gewann an Chriſtian
Oſt,
4) 27¼ Ruthen in der Burg⸗ Gemarkung, zwiſchen dem Riedgraben, an Rudolph Weiß.
Friedberg den 31. Dezember 1849.
In Auftrag Groß. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Güterſtücke⸗Verſteigerung.
(100) Dienſtag den 15. Januar k. J., Vormit⸗
tags um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe,
in Auftrag der der Frau Ludwig Hieronimus dahier, gehörende Güterſtücke, als:
1 208 Ruthen, der Ackergarten am Juden⸗ begräbniß, getheilt mit Karl Waßmutb und Ludwig Trapp, bepflanzt mit 17 Obſtbäumen,
2) 93 Ruthen beim Wildkautsgraben an der Ockſtädter Grenze an Ludwig Finzel, Zins in die Pia corpora 4½ Kreuzer,
3) 105 Ruthen daſelbſt an voriges Stück, Zins in die Pia corpora 4½ Kreuzer,
freiwillig meiſtbietend verſteigert, mit dem An⸗ fügen, daß die beiden letzten Grundſtücke erſt im Einzelnen, dann im Ganzen zum Meiſtge— bot gebracht werden.
Schließlich wird noch angeführt, daß die untere Etage des vor dem Mainzerthor befind⸗ lichen Wohnhauſes aus der Hand vermiethet wird.
Friedberg den 31. Dezember 1849.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.


