Ausgabe 
5.1.1850
 
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Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 73 enthält: Bekanntmachung, die Verkündigung der landes- herrlichen Entſchließungen auf die während des elften Landtags von den Ständen überreichten gemeinſchaftlichen Beſchlüſſe betr. Coneurrenz⸗ eröffnungen für: die evang. Pfarrſtelle zu Kelſterbach, im Reg.⸗Bez. Darmſtadt, mit jährl. 1079 fl.; die Phyſikatsarztſtelle zu Vöhl, im Reg. Bez. Biedenkopf; die widerruflich zu beſetzende Stelle eines Diſtrikts⸗ einnehmers im Erhebungsdiſtrikt Bingenheim, Obereinnehmerei Nidda, mit jährl. durchſchnittlich 1080 fl. und der Verpflichtung zur Stellung einer Dienſtcaution von 3200 fl; concurrenzfähige Bewerber haben ſich binnen 14 Tagen bei Gr. Oberſteuerdirection anzumelden.

Nr. 74 enthält: 1) Geſetz, die Erhebung der Staatsauflagen für das erſte Quartal 1850 betreffend. Ludwig III. ꝛc. ꝛc. Nachdem wir mit Unſeren getreuen Ständen übereingekommen find, daß das Finanz. geſetz vom 7. Oktober 1845 auch für das erſte Quartal 1850 fortbe⸗ ſtehen ſoll, ſo haben Wir verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Art. 1. Das Finanzgeſetz vom 7. Oktober 1845 wird auf die erſten drei Monate des Jahres 1850 ausgedehnt und in Wirkſamkeit geſetzt und es ſind daher nach Maßgabe deſſelben die ſämmtlichen directen und indirecten Steuern, ſowie ſolche durch die vorliegenden Geſetze und Ver- ordnungen beſtimmt ſind, bis zum 1. April 1850 fortzuerheben. Art. 2. Unſer Miniſterium der Finanzen iſt mit der Vollziehung dieſes Ge⸗ ſetzes beauftragt. Urkundlich ꝛc ꝛe. Darmſtadt den 31. Dezember 1849.

Ludwig. F. v. Schenck.

2) Bekanntmachung des Miniſteriums der Finanzen vom 31. Dezember 1849 über den Ausſchlag der directen Steuern und der Bei⸗ träge zu den Koſten der Staats⸗ und Provinzialſtraßen für das erſte Quartal 1850. 3) Bekanntmachung, Abänderungen der Arzneimittel- taxe für das Großherzogthum Heſſen betr. 4) Bekanntmachung des Kriegsminiſteriums vom 21. Dezember, die Stellung von Einſtehern für Militärpflichtige betr., daß für Unterofficiere und Soldaten im Dienſt, welche einen Stellvertretungsvertrag abgeſchloſſen haben, und zum Behuf der Unterzeichnung der Stellvertretungsprotokolle an die Wohnorte der Einſteller ſich nicht begeben dürfen, das perſönliche Erſcheinen derſelben bei den Bürgermeiſtern der ebengenannten Orte durch Protokolle erſetzt werde, welche von den Compagnie- oder Schwadronsbefehlshabern aufzu⸗ nehmen und den betreffenden Unterofficieren oder Soldaten zuzuſtellen ſind. 8) Dienſtnachrichten. Am 3. Dez. wurde dem Kaplan Hilgen⸗ reiner zu Mainz die kath. Pfarrſtelle zu Holzhauſen, R.⸗B. Friedberg, übertragen. Am 6. wurde der Hautboiſt im 1. Juf.-Reg. Reh zum Kanzleidiener bei der Oberſteuerdirection ernannt. Am 10. wurden die Gerichtsacceſſiſten Rauch und Röder zu Mainz zu Advocaten-Anwälten bei dem Kreisgerichte zu Alzei ernannt und wurde der auf die evang. Pfarrſtelle zu Höchſt a. N. präſentirte Pfarrverweſer Bingmann beſtätigt Am 12. wurde dem Schulvicar Claus zu Oberau, R.-B. Friedberg, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen. Am 15. wurde der Feldwebel Schnellbacher bei der Pioniercompagnie zum Aufſeher bei der Ortseinnehmerei zu Mainz beſtellt. 9) Dienſtentlaſſungen. Am 4. Dec. wurde der Diſtrictsſteuereinnehmer Meiſter zu Wörrſtadt ſeines Dienſtes entlaſſen und wurde der Ergänzungsrichter am Fr.-Ger, zu Wörrſtadt, Ger.-Ac. Barthel aus Mainz, a. N. von dieſem Amte ent⸗ bunden. 10) Geſtorben: am 22. Nov. der evang. Pfarrer Daudt zu Großbieberau, R.⸗B. Dieburg; am 24. der penſ. Schullehrer Meyer zu Obernburg, im R⸗B. Biedenkopf; am 27. der Diſtrictsſteuerein⸗ nehmer Schmidt zu Bingenheim.

Stolz und Armuth. Novelle. (Schluß.)

Schweigend bewegte ſich die Geſellſchaft weiter, der Schnee fiel noch ziemlich ſtark und die ganze Gegend war

wie in ein weißes Tuch verhüllt. Als man nach Hauſe kam, begab ſich jeder in ſein Gemach, ſo daß Freeman's Abweſenheit von Niemanden bemerkt wurde; als jedoch

der Diener Dalton's in deſſen Zimmer trat, ſo ließ er.

gelegentlich fallen, daß Herr Freeman ſich ſchnell zur Ab reiſe rüſtete. Der Mann ahnte, daß nicht Alles in Ord nung ſei, und da er die Freundſchaft der beiden jungen Männer kannte, ſo glaubte er, daß es ſeine Pflicht ſei, ſeinem jungen Gebieter die ſchnelle Abreiſe des Gaſtes be kannt zu machen.

Zur Abreiſe? fragte der junge Daltoniſt das nicht ein Irrthum?

Nein, ich habe mich davon überzeugt.

Dann muß ich ſogleich ſehen was ihn dazu ver anlaßt hat! ſagte Dalton, eilte aus dem Zimmer und ſuchte ſeinen Freund auf, welchen er eben im Begriffe fand, ſein Pferd zu beſteigen.

Freeman, was hat das zu bedeuten? fragte er, die Zügel des Roſſes faſſend.

Ich bitte Dich, Dalton, halte mich nicht zurück, ich will Dir morgen ſchreiben! verſetzte dieſer wehmüthig.

Nicht doch, erzähle es mir jetzt!

Hat nicht Lady Grace Dalton Dir von meiner Anmaßung erzählt, hat ſie nicht geſagt, daß ich wagte, um ihre Hand anzuhalten?

Dalton fuhr bei dieſer Rede ſeines Freundes etwas zuſammen, der Familienſtolz kam einen Augenblick bei ihm auf, aber er bekämpfte ihn heftig, ſo daß Freeman es nicht bemerken konnte, nahm dann ſeine Hand und ſagte freundlich:Warum wies ſie Dich ab?

Warum? nicht weil ſie mich nicht liebte das hat ſie mir geſagt ſondern weil ich der Sohn eines Bettlers bin.

Aber wirklich, Freeman, das iſt kein Grund warum auch unſere Freundſchaft aufhören ſollte? Handelſt Du recht gegen mich? habe ich Dich je merken laſſen, daß ich Dich nicht für ebenbürtig hielte?

Nein, Gott ſegne Dich, Dalton, nein! erwiderte mit Innigkeit Freeman;in Deller Geſellſchaft habe ich nie einen Standesunterſchied gefühlt.

Und es gibt auch keinen, Freeman, jetzt komm und ſteige ab!-

Es darf nicht ſein, Dalton; Du biſt mein Freund, ich weiß es, und würdeſt Du wünſchen, daß ich dem Auge derjenigen begegnete, welche mich ſo von ſich gewieſen hat? Laß mich forteilen, ich werde Dir ſpäter ſchreiben. Erkläre, ich bitte Dich, mein Benehmen Deinem Vater, obſchon er es bald genug erfahren wird. Lebe wohl, Dalton, ich werde Dich nie vergeſſen!

Nun denn, lebe wohl, Freeman, rief der junge Edelmann aus, und drückte ihm auf's Herzlichſte die Hand, wir werden uns hoffentlich bald wieder ſehen!

O gewiß, wir werden uns wiederſehen! rief Free- man, drückte dem Roß die Sporen ein, und die Geſtalt des jungen Mannes verſchwand hinter den hohen Eichen alleen, welche zum Schloſſe führten. N

Der alte Freeman war erſtaunt über die ſchnelle Rückkehr ſeines Sohnes, mehr aber noch über das ſeltſame Wilde ſeines Weſens. Er ſprach kaum von den Wood lands, oder wenn er es that, ſo geſchah es mit einem bittern Lachen, welches den alten Mann in Schrecken ver ſetzte. Vier Tage blieb Freeman in dieſem Zuſtande, und als endlich die Ueberreizung des Gemüthes den Körper gänzlich erſchüttert hatte, verfiel er in ein gefährliches Fieber, von welchem er ſich nur langſam wieder erholte, das aber, wie es ſich deutlich zeigte, ſeine geiſtigen Kräfte geſchwächt hatte. Er war nicht gänzlich ſeines Verſtandes