igen .
— Dezember.
verrichtet: .
adttiche
dtadtkuche:
t.
Burgkirche:
e D Butzbach Detember.
Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
Mittwoch den 4. Dezember
1850.
1 95.
Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche.
Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks.
Da viele Mitglieder des Bezirksraths verhindert ſind, im Laufe dieſer Woche an den Sitzungen Theil zu nehmen, ſo hat der Bezirksrath in ſeiner heutigen Sitzung be⸗ ſchloſſen, ſich bis zu nächſtem Montag den 9. l. Mts. zu vertagen. Sie werden dies alsbald zur öffentlichen Kenntniß bringen. Friedberg den 2. Dezember 1850.
Ou vrier.
Regierungsblatt⸗Auszũge.
Nr. 55 enthält: 1)(Ergänzende) Naa des Minſte⸗ tiums des Innern vom 13. Nov. die Bildung der Wahlbezirke ꝛc. betr.—) Bekanntmachung des Großh. Kriegs miniſteriums vom 30, Oct die Zutheilung und Einübung der Recruten der Reiterei detr.— 3) Bekanntmachung des Großh. Juſtizminiſteriums vom 24. et., die Entfernung der einzelnen Gemeinden in den Notariatsbe⸗ Arken Wallertheim, Bechtheim, Sprendlingen und Gaualgesheim von dem Amtsſitze des Notars betr.— 4) Bekanntmachung, das vor⸗ läufige Fortbeſtehen der Stellvertretung im Militärdienſte,— insbe⸗ ſondere die Stellung von Einſtehern für Militärpflichtige betr.— 5) Bekanntmachung, die Niederſchlagung einer Umlage zweiter Klaſſe in der Gemeinde Ftamersheim für 1850 betr.— 6) Namensver⸗ änderungen. Es wurde geſtattet: der Adoptivtochter des Feldwebels Bötticher dahier, Eliſabethe ßiſcher, künftig den Namen„Botttcher⸗ und dem Conrad Epp zu Ockenbach künftig den Namen„Gobel⸗ zu führen.—. 7) Patent an den Reallehrer Herrmann zu Biebrich auf eine Verbeſſerung von Lampen.— 8) Dienſtnachrichten. Am 24. Oct. wurde der Forſteandidat Müntzenberger aus Oſthofen zum Revierförſter für das prov. Forſtrepier Düdelsheim ernannt, und wurde dem Schulvicar Dickler zu Weſthofen die 2. evang. Schul⸗ lehrerſtelle daſelbſt übertragen. Am 26. wurde der Gerichksacceſſiſt und feitherige Ergänzungsrichter am Friedensgerichte zu Wörrſtadt, Doflein, zum Ergaͤnzuͤngsrichter am Friedensgerichte zu Oſthofeu ernannt. Am 28. wurde dem Schulvicar Hartnagel die kath. Schuhehrerſtelle zu Flockenbach, Künzenbach und Gorrheim, Reg Bez. Heppenheim, dem Schulvicar Repp zu 131675 Reg ⸗Bez. Bieden⸗ ſopf, die evangel. Schullehrerſtelle daſelbſt, und dem Schulovicar Bernd zu Gaulsheim, Reg-Bez. Mainz, die daſige kathol. Schul⸗ lehrerſtelle übertragen.— 9) Am 20. Oct. wurde der auß. Profeſſor Dr. Fritz'ſche zu Gießen auf Nachſuchen aus ſeiner Stellung ent⸗ lafſen, demſelben jedoch die Fortführung des Titels eines Profeſſors eſtattet.— 10) Erledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Nieder⸗ gaulheim, Reg.-Bez. Mainz, mit jährl. 745 fl.: die evang. Pfarr⸗ ſtelle zu Hopfgarten, Reg.⸗Bez. Alsfeld, mit jährl. 561 fl.; die evangel. Pfarrſtelle zu Frohnhauſen, Reg.⸗Bez. Biedenkopf, mit jährl. 744 fl;
die evangel. Pfarrſtelle zu Bornheim, Reg.-Bez. Worms, mit fährl. 655 fl.— 11) Geſtorben ſind: am 12. October der penſ. Stall⸗ meiſter Heil zu Beſſungen; am 16. der Univerſitäts-Kanzleiſecretär Baum zu Gießen; am 24. der evangel. Pfarrer Löber zu veidhecken⸗
Wie der Tabak zu uns kam, und das Cabakranchen dazu. (Schluß.)
Allgemein wurde das Rauchen in Deutſchland zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs. Als im Jahre 1620 das ſpaniſche Heer unter dem Marquis von Spinola in die Pfalz einrückte und alle größeren Orte und feſten Schlöſſer beſetzte, da fiel es am Rheine beſonders auf, daß die aus Holland kommenden Spanier alle rauchten und ihren Tabaksbeutel neben dem Säbel hängen hatten. Die Pfälzer begriffen nicht, warum ſie das Rauchkraut verdampften. So wenig ſie auch die Spanier liebten, und Urſache dazu hatten, ſo ahmten ſie doch bald den Gebrauch des Rauchens nach, und es wurde in der Pfalz tapfer geraucht. Durch das Rauchen und den ungeheuern Verbrauch an Tabak kam man auf den Gedanken, in der Gegend von Heidel— berg, Mannheim, Speyer und an der Nahe, namentlich in Sobernheim, Tabak anzupflanzen. Schon um das Jahr 1710, alſo genau neunzig Jahre ſpäter, als man das Rauchen gelernt, baute man Tabak an den genannten Orten und deren Umgegend, und ſpäter war es beſonders der Kurfürſt Karl Theodor, welcher den Tabaksbau in aller Weiſe begünſtigte.
An Freunden fehlt's dem Tabak nicht. Alles raucht ja heutzutage die einfältigen Cigarren, die man eigentlich, wenn ſie ſchlecht Luft haben, Ziehkarren heißen köunte. In vielen Gegenden rauchen auch die Frauen und Maͤd— chen, zum Beiſpiel in Spanien, im nördlichen Frankreich und in Belgien. Hier und da iſt es ſelbſt eine neue Mode, daß die vornehmen Damen ihr Cigärcchen rauchen. Auch die Königin Eliſabeth von England rauchte ihrem lieben Freunde, Sir Walter Raleigh, zu Gefallen, als der Tabak ihr aber einmal toll im Kopfe und übel im Magen machte, warf ſie einen ſolchen Abſcheu auf ihn, daß ſie das Rauchen verbot. Der größte Feind des Tabaks aber war König Jacob J. von England, der des Rauchens und anderer unbekannter Urſachen wegen den Seehelden Sir Walter Raleigh ſo ſehr haßte, daß er ihn köpfen ließ.
Ebenderſelbe König ſchrieb ein Buch gegen den Tabak, das er„Miſocapnos“ hieß, was zu Deutſch„Rauch— haſſer“ heißt. Wie groß des Königs Haß gegen den Tabak war, erweiſt folgende Stelle aus dieſem Buche:„Wenn


