Ausgabe 
4.9.1850
 
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fuͤr die f Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

Mittwoch den A. September

1850.

N 60.

Negierungsblatt⸗Auszüge.

Die Nr. 38 enthält: 1) Verordnung, die Verleitung der Mi⸗ litärperſonen zur Verletzung ihrer Dienſtpflichten betr. Ludwig II. don Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen e. Um den dringenden Gefahren vorzubeugen, welche daraus hervorgehen, daß bisher häufig ver⸗ fucht wurde, Perſonen vom Militärſtande zum Ungehorſame gegen ihre Vorgeſetzten zu verleiten, oder ſonſt von ihren militäriſchen Pflichten ab⸗ wendig zu machen, haben Wir auf den Grund des Axt. 73 der Verfaſ⸗ Fungsurkunde verordnel, und verordnen hiermit wie folgt: Art. 1. Wer Militärperſonen von den Großherzoglichen oder verbündeten Truppen auffordert oder anreizt, den Befehlen ihrer Vorgeſetzten den Gehorſam zu verſagen, oder wer in ſonſtiger Weiſe, namentlich durch Erregung don Unzufriedenheit mit ihrem Stande oder den militäriſchen Einrichtun⸗ gen, es verſucht, dieſelben von ihren militäriſchen Pflichten abwendig zu machen, wird, inſofern die Handlung nicht als ein ſchweres Verbrechen oder Vergehen einer höheren Strafe unterliegt, mit(Bofängniß nicht unter einem Monate oder mit Correctionshaus bis zu einem Jahre beſtraft. Art. 2. Ueber das durch den Art. 1 der gegenwärtigen Verordnung vorgeſehene Vergehen haben in den Provinzen Starkenburg und Ober⸗ heſſen die Landgerichte, in der Provinz Rheinheſſen die Kreisgericht zu erkennen. Art. 3. Gegenwärtige Verordnung tritt vom Tage ihres Er⸗ ſcheinens im Regierungsblatte an in Wirkſamkeit. Urkundlich ze. Auer⸗ bach, den 7. Auguſt 1850. Lud wi g. v. Lindeloff.

2) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 23. Juli, die Verbeſſerung der Lage der Volksſchullehrer betr.(Daß aus dem durch Leiſtungen der Mobiliar FJeuerverſicherungs⸗Geſellſchaften gebildeten Fonds für gemeinnützige Zwecke eine weitere Vertheilung von 4000 Gulden zu einmaligen Zulagen ſtatt zu finden habe.) 3) Be⸗ kanntmachung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 26. Juli, die Wiederbeſetzung des biſchöflichen Stuhls zu Mainz betr.(Daß, nach⸗ dem der zum Biſchof von Mainz ernannte Herr Wilhelm Freiherr v. Ketteler conſecrirt und eingeſetzt worden, ſonach in die volle Ausübung der mit dem Episcopat verbundenen Rechte und Pflichten getreten iſt, die beſtandene probiſoriſche Verwaltung des erledigt geweſenen Bisthums ſo⸗ wohl in geiftlicher als auch in ökonomiſcher Hinſicht aufgehört hat.) 5) Bekanntmachung, 25 e einer nachträglichen Umlage der

inde Rohrbach für 1850 betr.

Kani; ee Seine Königliche Hoheit der Großher⸗ zog haben am 8. Auguſt d. J geruht, den ſeitherigen Departementschef des Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern, Gebeimen, Staatsrath Wilhelm Conrad Hallwachs, auf ſein unterthänigſtes Nachſuchen, aus Rückſichten für ſeine geſchwächte Geſundheit und unter Bezeigung der allerhöchſten Zufriedenheit mit deſſen bisherigen treuen und erſprießlichen Dienſten in den Ruheſtand zu verſetzen. Allerhöchſtdieſelben haben Sich zugleich bewogen gefunden, dem Director des Miniſterſums des Innern Reinhard Carl Friedrich Freiherrn v. Dalwigk proviſoriſch die Leitung der Geſchäfte des Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern zu über⸗ tragen. 7) In den Ruheſtand wurde verſetzt: am 7. Juli der Steueraufſeher Diſtel zu Michelſtadt und der Waldſchütze Becker zu Hartenrod; am 20. der Phyſtcatswundarzt Schneider zu Marienhagen; am 27. der Phyſicatswundarzt Engau zu Umſtadt. 8) Erledigt find: die Phpſicatswundarztſtellen für die Bezirke Waldmichelbach, Um⸗ ſtadt, Dieburg und Vöhl; die kath. Schullehrerſtelle zu Alsheim, R.⸗B. Mainz, mit jährlich 409 fl., ausſchließlich 30 fl. für Heizung des Schul⸗ locals.

Der Schiffbruch. Eine Erzählung von H. J. Nott. (Schluß.)

Da ich Niemand um Rath zu fragen und nur wenige Vorbereitungen zu machen hatte, ſo wurde unſere Hochzeit in kurzer Zeit gefeiert; wenn ich auch nicht reich war, ſo konnten wir doch ein anſtändiges Haus machen.

D.rei Jahre waren vergangen, als ich eines Morgens

bei'm Durchſehen einer engliſchen Zeitung eine Nachfrage nach einem William Malone, deſſen Frau und Tochter fand, die vor neun Jahren nach Neu⸗Südwales oder nach den Vereinigten Staaten gereiſt ſein ſollten. Obgleich ich mich keiner ſolchen Perſonen erinnern konnte, ſo kam mir doch der Name bekannt vor, und am Ende fiel es mir ein, daß ich in dem einen von zwei Büchern, die mir Katha⸗ rinen's Vater auf dem Schiffe geliehen und die ich beim Schiffbruche in meiner Taſche behalten hatte, dieſen Na⸗ men geſehen hatte. Ich ſuchte das Buch auf und fand darin wirklich den NamenWilliam Malone geſchrieben, zum Theil ausgelöſcht; ich unterſuchte auch das andere Buch, das ich früher nie geöffnet hatte, und entdeckte da⸗ rin noch deutlich genug den NamenKatharina Dormer, obwohl auch hier der Verſuch gemacht war, ihn auszu⸗ loſchen. Indem ich die Bücher in meiner Hand hielt, fielen drei Silhouetten heraus, unter denen mit Bleiſtift die NamenWilliam Malone, Katharina Malone und Katharina Dormer Malone geſchrieben waren. Die letzte Silhouette war die eines kleinen Mädcheus. Ich theilte meiner Frau meine Entdeckung mit und ſagte ihr, daß ich die Hoffnung hätte, ihre Familie ausfindig zu ma⸗ chen; ſie aber zeigte mir ſogleich ein kleines goldenes Schloß, das ſie immer getragen hatte, mit den Buchſtaben K. D. M., welches wahrſcheinlich die Anfangsbuchſtaben der Namen auf der kleinen Silhouette waren.

Da dieſe Nachforſchung langwierig und mühſam ſein konnte, ſo entſchloß ich mich, nach Europa zu reiſen, um ſo mehr, da auch unſere Handelsverhältniſſe dieß wünſchens⸗ werth machten. Als wir in England angekommen waren, gingen wir nach Exeter, von wo jene Anzeige datirt war. Dort erfuhr ich, daß ein ſehr achtungswerther junger Mann Namens William Malone eine Heirath mit einer Tochter eines Herrn Dormer, eines reichen Gutsbeſitzers, gegen den Willen der Eltern derſelben, geſchloſſen, daß er darauf nach unglücklichen landwirthſchaftlichen Verſuchen, in Dürf⸗