Ausgabe 
3.7.1850
 
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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den

Begierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M31.

Mittwoch den 3. Juli

1850.

Amtlicher Theil.

An die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre des Regierungsbezirks Friedberg.

Auf Erſuchen Gr. Landgerichts zu Homberg beauf tragen wir Sie, falls ſich eine gewiſſe Chriſtina Fried- rich aus Rüdingshauſen, Reg.⸗Bez. Gießen, welche in die Wetterau gegangen, in einer Ihrer Gemeinden aufhält, dies alsbald berichtlich dahier anzuzeigen.

Friedberg am 29. Juni 1850.

Die Großh. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvrier.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 17 enthält: Bekanntmachung, die Beſtätigung von Stiftungen und Vermächtniſſen betr. 2) Bekanntmachung, die Niederſchlagung eines Theils der für das Jahr 1848 zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinde zu Gräfenhauſen mit Wixhauſen, Erz⸗ hauſen und Weiterſtadt genehmigten Umlage betr. 3) Bekanntmachung, den Steuerausſchlag zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der Landjudenſchafts⸗ kaſſe zu Darmſtadt für das Jahr 1850 betr. 4) Umlagen zur Be⸗ ſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Regierungs- bezirks Nidda für 1850. 5) Bekanntmachung, die Vergütung der Brandſchäden zu Beerfelden betr; 6) Erlaubniß zur Annahme frem⸗ der Orden,(bereits früher mitgetheilt.) 7) Namens veränderungen. Es wurde geſtattet: am 14. Februar der Chriſtiane Krug zu Niedereſch⸗ bach, künftig den NamenSteinmetze und am 28. dem Matthias Grimm aus Gimbsheim, künftig den FamiliennamenMartin zu führen 8) Dienſtnachrichten. Am 4. März wurde der Hofbib⸗ liothekſecretär Walther dahier zum Hofbibliothekar ernannt; am 20. wurde dem evang. Schullehrer Ploch zu Offſtein die 1. Knabenſchul⸗ lehrerſtelle zu Zwingenberg, Reg.⸗Bez. Heppenheim, übertragen; am 25. wurde der Medicinalaſſeſſor Dr. Hohenſchild dahier zum Director und Arzt des Hospitals Hofheim ernannt, und wurde der auf die 1. evang. Pfarxſtelle zu Hungen, Reg.⸗Bez. Friedberg, präſentirte evang. Pfarrer Seipp zu Battenberg für dieſe Stelle beſtätigt. 9) Militärdienſt⸗ nachrichten,(bereits früher mitgetheilt.) 10) Charakterverleihungen. Am 9. März wurden den Beſehern beim Erhebungsamte der Rhein- ſchifffahrtsgebühren zu Mainz Scheich und A. v. Müller, der Cha⸗ rakter als Controleur verliehen; am 21. wurde dem penſ. Kreisrath v. Rüding zu Bensheim der Charakter eines Geheimen Regierungsraths verliehen. 11) Dienſtentlaſſungen. Am 6. November 1849 wurde der Notar Wieger zu Wörrſtadt, R.⸗B. Mainz, ſeines Dienſtes ent⸗ laſſen; am 14. März wurde, der evang. Pfarrer zu Steinbockenheim und Decan des Decanats Wöllſtein, Flick, a. ſ. N. von dem Amte als Decan entbunden. 12) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 18. März der Friedensrichter an dem Friedensgerichte zu Alzei, Haas; am 20. ber kath. Schullehrer Haupt zu Bechtheim, R.⸗B. Mainz. 13) Exledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Wolf, R.⸗B. Nidda, mit jährl. 815 fl., Iſenburg⸗Büding ſches Präſentationsrecht; die evang. Pfarrſtelle zu Oolgesheim, R.⸗B. Mainz, mit jährl. 546 fl.; die kath. Knaben⸗

ſchullehrerſtelle zu Oppenheim, R.⸗B. Mainz, mit jährl. 530 fl. 20 kr. einſchließlich der Entſchädigung für Heizung des Schullocals; die 1 evang. Schullehrerſtelle zu Heppenheim a. d. W., R.⸗B. Mainz, mi 320 fl. nebſt einer Vergütung von 35 fl. für Heizung des Schullocals. 14) Geſtorben ſind: Am 21. Februar der penſ. Gen. ⸗M. Frhr. v. Stoſch; am 23. der penſ. Gen.⸗L. Graf Open; am 24. der penſ. Kriegscommiſſär Lange zu Darmſtadt; am 8. März der kath. Pfarrer Herrmann zu Fürth, R.-B. Heppenheim; am 15. der evang. Pfarrer Kißner zu Mittelſeemen, R.⸗B. Nidda; am 18. der Univerſitätskanzlei⸗ diener Schmidt zu Gießen; am 19. der penſ. Seeretär Simon⸗ Günzer dahier.

Die beiden Uebenbuhler. Von J. A. Fröhlich.

(Fortſetzung.)

Roſette war gegen Beide ſo gleichmäßig liebevoll und freundlich, daß Pierre die Hoffnung nicht aufgeben mochte, treue Hingebung an ſie werde ihm am Ende noch ihre Neigung erwerben. Florian dagegen, der von luſtigerem Weſen und ſanguiniſcherem Temperamente war, und mehr auf die Reize ſeiner Perſönlichkeit vertraute, hegte nur die Befürchtung, ob Roſette ebeuſo ſehr an ſeiner Arbeit Gefallen finden würde, wie an ſeiner Perſon und ſeinen Manieren. Unter dieſem mächtigen Antrieb, in Verbindung mit dem Ehrgeiz, welchen der Vorſchlag des alten Uhr⸗ machers erregte, war der Wetteifer zwiſchen Beiden un aufhörlich und der emſigſte. Der Grundzug des Charac ters bei Beiden war aber ſo gut, daß all die kleinen Qualen des Neids und der Eiferſucht durch das Vorwal⸗ ten edlerer und wohlwollenderer Geſinnungen unterdrückt wurden.

Eines Abends las Roſette dem Großvater die Be ſchreibung eines Eichhorn-Kakerlaken vor, und die Schnee⸗ weiße des Thierchens mit den rothen Augen und dem Federſchweif gefiel ihrer Einbildungskraft ausnehmend und ſie wünſchte ſich nur einmal ein ſolches zu ſehen. Pierre ſagte Nichts, aber nicht lange nachher, als ſie eines Tages nach Tiſche Trauben aſſen, ſprang ein weißes Eichhörn chen auf den Tiſch, hüpfte von Schulter zu Schulter, und ſetzte ſich endlich mit einer Traube in den Vorder pfoten nieder. Roſetten entfuhr ein Ausruf der Ueber⸗ raſchung.Iſt es lebendig? fragte ſie.

Seht Ihr nicht, daß es lebt? verſetzte Pierre; ruft nur einmal den Hund, und ſeht, was er davon denkt!

Jenun, gab ſie lächelnd zur Antwort,wir haben hier ſo viele Sachen, welche lebendig ſcheinen und doch nicht leben!