Ausgabe 
2.2.1850
 
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Intelligenz-Vlatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

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Sonnabend den 2. Februar

1850.

DasJutelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1850, ebenſo wie im Jahre 1849, wöchentlich zweimal Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz⸗Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Laalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen. 10 b

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

Semeſter 46 kr.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.

Friedberg.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

licher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und Polizei-Officianten des Regierungsbezirks.

Betreffend: Diebſtahl mittelſt Einbruchs zum Nachtheile des Jacob Haas und des Heinrich Weith zu Niederwöllſtadt. In der Nacht vom 7. auf den 8. d. M. wurden fol gende, den Rubrikaten gehörige Gegenſtände, als: ein großer rothgeſtreifter kattunener Bettüberzug, ein ditto Pfühl, ein rothgewürfelter baumwollener Kiſſenüberzug, 13 Mannshemden, 8 Betttücher, 18 bildzeugene Tiſchtuͤcher, 13 Handtücher, entwendet. Wir weiſen Sie an, auf dieſe Gegenſtände zu fahnden und ſich ergebende Anhaltspunkte zur Ueberführung des Thäters dahier zur Anzeige zu bringen. Friedberg den 25. Januar 1850. Ou vi ex.

Die Admiral- Schenke. Eine Marineſkizze. (Fortſetzung.) Dieſe einfachen Worte des Mägdleins fuhren den Stadtherren, die den Admiral begleitet hatten, gewaltig

vor den Kopf und ſie wurden ganz ſtill. Wohl hatten ſie den wackern Seehelden mit Sang und Klang und vielen

ſchoͤnen Redensarten bewillkommnet und das Volk hatte geſchrieen ſtundenlang. Aber Keinem war es in den Sinn gekommen, dem hohen Gaſte, trotz des ſchwülen Tages, einen kühlen Trunk zu reichen. Darum ſahen ſie auch das Mädchen überaus verdrießlich an und machten Miene, ſie zurückzudrängen, aber der Admiral hinderte ſie daran, indem er das dargebotene Glas nahm und mit väterlichem Tone ſagte:Habt tauſend Dank, Jungfrau, für Euere Erfriſchung an ſolch heißem Tage. Ihr werdet einmal eine umſichtige Hausfrau werden. Wie heißt Ihr, Jung frau, und wer iſt Euer Vater?

Ich heiße Geſina und mein Vater war einsmals Seemann. Er ward aber zum Krüppel geſchoſſen und muß nun am Hungertuche nagen, weil er krank iſt und mit den reichen Schenkherren hier in den Straßen herum nicht Schritt halten kann. Er hat ſchon ſeit lange kein fröhliches Wort mehr geſprochen, aber als er hörte, daß Ihr kämet, hatte er große Freude und ſagte: Spute Dich, Geſina, und thue, was meine Schuldigkeit wäre, wenn ich die Beine noch bewegen konnte, biete dem Herrn Admiral de Ruiter einen friſchen Trunk und ſage ihm, daß ſein älteſter Schiffsmaat ihn willkommen heiße.

Was ſagt Ihr, Jungfrau? Euer Vater war mein Schiffsmaat? Wie heißt er?

Geert van Printz iſt ſein Name, Herr Admiral. Als Ihr noch für die Gebrüder Lampſin in Vliſſingen zur Kauffarthei fuhrt, iſt er Euer Backsmaat und Kojegaſt geweſen zwei volle Jahre lang. Das hat er ſein Lebs tage nicht vergeſſen.

Und ich auch nicht, mein liebes Kind. Habe viel mehr oft gedacht: Wo mag denn in's Himmels Namen der Geert van Printz hingerathen ſein, der mich einmal mit ſtarker Hand feſthielt, als ich beinahe im ſtarken Sturm über die Fokraa weg zu Deck gekommen wäre? Und nun ſtehe ich mit einem Male da vor ſeiner alten Kajüte,