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„Dank Dir,“ ſagte Freeman, ſeines Freundes Hand drückend, denn ſein Herz war gehoben durch Hoffnung und Freude. Und es lag keine Aumaßung darin, wie die Welt es vielleicht genannt haben würde. Warum ſollte der Mann, den ſeine eignen Anſtrengungen hinaufgetrieben und nur der Druck des ſocialen Lebens niedergehalten hatte, warum ſollte er nicht auf gleichem Fuße ſtehen mit Weſen, welche nur zufälligen Verhältniſſen ihre hohe Stellung verdankten? Der Geiſt, welcher Freeman lehrte, hinaufzuſchauen, war eben ſo edel als der, welcher Lord Dalton lehrte, auf ſeine Nebenmenſchen herabzublicken. Es lebte jetzt etwas in dem Herzen des jungen Studenten, was allen ſeinen Handlungen Kraft verlieh und auch das Unbedeutendſte ihm intereſſant machte. Jeder wunderte ſich über die Heiterkeit ſeines Weſens, über ſeine Rührig— keit. Die Triebfedern ſeines Lebens begannen ſich zu ent— wickeln. Unglücklicher Irrthum! er befand ſich im Zenith ſeines innern Lebens, als ſeine Gefährten ſeine jetzt ange— nehme Geſellſchaft aufſuchten; er fühlte ſich dadurch ge— ſchmeichelt. Die Literatur feſſelte jetzt ſeine ganze Auf— merkſamkeit, ſie erſchien ihm wie ein neues, reizendes Ge— filde; ſo bildete er ſich ein, den Schlüſſel gefunden zu haben, welcher ihm den gemeimnißvollen Weg zur Macht öffnen werde, und mit dieſer Idee verfolgte er einen ver— geblichen Zweck, vergeblich, weil das Schaffen in der Lite— ratur nur ein verlockendes Spiel iſt, welches auf ermüden— den Wegen zu einem Kerker führt, wo Enttäuſchung in kurzer Zeit eintreten wird.
Die Weihnacht kam und mit ihr die Feſtlichkeiten in Woodland, welche Dalton in ſeine Heimath lockten, be— gleitet von ſeinem Freunde Freeman. Er wurde freund— lich empfangen, doch vergeblich ſah er aus nach einem Lächeln der Wiedererkennung von Lady Grace. Diesmal genoß er viel mehr ihre Geſellſchaft und begleitete ſie häufig auf Spazierritten. Freeman war ein ſehr guter Reiter und pflegte ſie unermüdlich ſtundenlang durch das Gehölz zu begleiten, indem Dalton mit anderen Freunden folgte.
Eines Tages machten ſie einen Ausflug nach einer alten, mehrere Meilen entfernt gelegenen Ruine. Der Morgen war klar und hell, Froſt machte die Luft ſcharf, aber die Wege waren deſto beſſer zum Reiten. Wie ge— wöhnlich waren Freeman und Lady Grace voran und ſprachen ſich über manche Gegenſtände aus. Der junge Mann hatte ſich kühnlich entſchloſſen, ſeiner Begleiterin ſein Herz zu öffnen und das Reſultat ruhig zu erwarten. Er wartete gar nicht, ſogleich angenommen zu werden; er wünſchte nur zu wiſſen, in welchem Lichte er von ihr betrachtet werde, und zu erfahren, ob ſie darauf eingehen werde, in künftigen Jahren ſeine Lebensgefährtin, ſein an— deres Ich zu ſein.
Lady Grace gehörte zu jenen Frauen, welche es für ein Vorrecht ihres Geſchlechtes halten, mit den Männern nach Willkür zu verfahren. Hätte ihr Bruder das gewußt, er würde nicht zugegeben haben, daß Freemann ſich ſo ausſchließlich ihrem Umgange hingebe, da er aber ſich ein— bildete, daß ihr ſtolzer Character und ihre im Allgemeinen ehrenwerthen Grundſätze ſie von der Schlechtigkeit, mit den Gefühlen ſeines Freundes ein Spiel zu treiben, zu— rückhalten würden, ſo beachtete er den Umſtand nicht wei— ter. Sie ſelbſt fühlte ſich geſchmeichelt durch die Bewun— derung des jungen Mannes, und gebrauchte ihn außerdem als ein Werkzeug, um den jungen Herzog, der ihr ſeine Aufmerkſamkeiten erwies, eiferſüchtig zu machen. Alles dieſes wußte Freeman nicht, er bemerkte nur ihre Liebens— e und die augenſcheinliche Sanftmuth ihres Cha— rakters.
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Die Ruinen wurden unterſucht, die ſchaft drückte die lebhafteſte gentour aus. Dennoch beſchloß man, ſogleich zurückzu— kehren. Ein heftiger Schneefall ſtand bevor, denn dunkle Wolken zeigten ſich an manchen Stellen am Himmel und bald begann er herabzufallen. Man ſuchte Schutz in den Ruinen und die Damen geriethen in Schrecken, als nach beträchtlicher Zeit des Wartens kein Nachlaſſen bemerkt wurde. Man beſchloß nun um jeden Preis zurückzukehren, als endlich zwei der Herren, ihre Pferde beſteigend, es unternahmen, ſich nach einem Wagen umzuſehen; die vier, welche zurückgeblieben, ſuchten weiter in die Ruinen ein— zudringen und Freemann blieb auf dieſe Weiſe ganz allein in der Geſellſchaft der Lady Grace; was aber während dieſes kurzen Zuſammenſeins vorging, darüber hat er ſich niemals geäußert. Jedenfalls hatte er eine beſtimmte Frage geſtellt, eine entſcheidende Antwort erhalten, denn als Dalton mit dem Wagen zurückkam, empfing er ſeine Schweſter von Freeman, welcher mit einer kalten Ver— beugung ſie ſogleich verließ und während der Fahrt nach Hauſe ſich nicht blicken ließ. Lady Grace war ſchweigſam und in der dürftigen Beleuchtung des dämmernden Abends bemerkte ihr Bruder, indem er ihr Antlitz erblickte, den Ausdruck einer ſtolzen Entrüſtung.
„Was iſt Dir begegnet, theure Grace?“ fragte der Bruder flüſternd.
„Ein andermal will ich es Dir erklären, nicht jetzt!“ — erwiderte ſie mit einer abwehrenden Handbewegung.
(Schiuß folgt.)
N ganze Geſell— Zufriedenheit mit der Mor—
Eine Frage.
Wie mag's kommen, daß, wenn man zur Erndtezeit an einem Kornacker vorübergeht, die meiſten Aehren zur Erde gebeugt ſind, einige aber ganz gerade in die Höhe ſtehen und weit über die anderen hinausſchauen?
Ei, ruft der Gevatter aus, da müßte man doch Tinte getrunken haben, wenn man das nicht wüßte; die Aehren, die voll Körner ſind, die ſenken ſich herunter, und die ganz leeren recken ihre Hälſe hoch in die Höhe!
Richtig, Gevatter, ſo iſt's! aber gerade ſo iſt's in der Menſchenwelt. Den vollen Aehren, die ſich in ihrer Körnerfülle zur Erde beugen, möchte ich die Menſchen vergleichen, die viel wiſſen und viel erfahren haben, in— wendig und auswendig. Die ſind beſcheiden und demü— thig, weil ſie wiſſen, daß ſie noch viel mehr wiſſen könnten und möchten und es doch nicht wiſſen. Die Dummköpfe, die nichts im Kopfe haben, gleichen den leeren Aehren, die gerade in die Höhe ſtehen. Die recken auch die Köpfe hoch hinauf über andere Leute, und meinen, ſie waren's.
Nun ſagt, Gevatter, was denkt Ihr, wenn Ihr ſo einen hochmüthigen Pinſel einhertänzeln ſeht, der die Naſe hoch trägt und meint, er habe es ſchon erreicht?
Nun, ſagt der Gevatter, ich denke, es ſei eine leere Aehre, leeres Stroh, oder in Summa— ein Eſel!
Hat der Gevatter Unrecht, liebe Leſer? Merk's darum: Geſcheidte Leute ſind beſcheiden und demüthig, und Demuth und Beſcheidenheit ſteht Jedem gut zu Geſichte!
(Spinnſtube.)


