Ausgabe 
24.11.1849
 
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384 Entgegnung.

(1736). Mir kommt jetzt erſt Nr. 85 des Intelligenz-Blattes von Friedberg zu Geſicht, in

welches mein früherer Verwalter Herr A. Barth eine Erklärung gegen mich hat einrücken laſſen«

Daß mir derſelbe deßhalb vor Gericht Rede ſtehen ſoll, habe ich zur Entgegnung dem Publikum

micht zu verſichern nöthig. Da jedoch die Rachſucht dieſes Mannes gerade dadurch rege geworden

iſt, daß ich ihm die Ausſtellung eines guten Leumunds⸗Jeugniſſes verweigerte, weil ich ihm meiner

ännerſten Ueberzeugung nach dieß nicht ertheilen konnte, ſo will ich jetzt dasjenige Zeugniß, welches

ich der Wahrheit gemäß nur ausſtellen konnte und welches ich bei Gericht zu vertreten

bereit bin, hiermit veröffentlichen laſſen: a 1 Leumund ⸗Zeugniß.

Herr Alexander Barth, Sohn des penſionirten Herrn Hofkammerraths Barth von Wies⸗ baden, in Okarben bei ſeinem Schwiegervater Herrn Fauerbach ſich jetzt aufhaltend, war drei Jahre Verwalter meines neu errichteten Hofguts Ludwigshöhe. Obgleich derſelbe, wahrſcheinlich in Folge ſeiner früheren wahrhaft abentheuerlichen Lebensberhältniſſe, ſich diejenigen Qualificationen noch bei Weitem nicht genügend erworben hatte, welche bei einem intellectuellen Oekonomen erfordert werden, ſo ſuchte er ſich doch Anfangs durch Fleiß und ſcheinbare Anhänglichkeit mein Vertrauen zu erwerben und ich war deßhalb gern geneigt, die vielen Mißgriffe deſſelben möglichſt zu über⸗ ſehen, ſo widerlich mir auch ſeine lügenhaften Aufſchneidereien von Anfang an, wie ich ihm abmah⸗ nend ſtets zu erkennen gab, waren. Allein ſein in periodiſchen Ausbrüchen ſich kund gebender und ſich ſtets mehrender Jähzorn und die eben ſo periodiſch hiermit in Verbindung ſtehenden Mißhand⸗ lungen feiner Ehefrau und der ihm untergebenen oder mit ihm in Berührung gekommenen Per⸗ ſonen,(weßhalb faſt keine Arbeiter mehr bei ihm, welcher allgemein als ſ. g. Lichtnarr erklärt wurde, bleiben wollten und er nur durch Lohnerhöhungen u. ſ. w. einzelne Leute von Dienſtaustreten mit Mühe noch abhalten konnte) brachten mich perſönlich oft in die unange⸗ nehmſten Verwickelungen, ſo daß die Entfernung dieſes Verwalters ſchon mit Rückſicht auf die ganze Umgegend endlich geboten ſchien..

Dieß war unvermeidlich, als er noch einen anderen fremden Abentheurer auf meinem Hof aufgenommen hatte, welcher von meinem Vermögen ernährt werden ſollte, während derſelbe ſeine Einkünfte dort zu verpraſſen Anſtalten traf, und beide es für unnöthig hielten, mir über ihr

Verhältniß irgend welche Aufſchlüſſe, welche ſie mir vielmehr geradezu verweigerten, zu geben. Durch den verderblichen Einfluß dieſes fremden Menſchen gewann bei Herrn Barth das böſe Princip wieder in allen Beziehungen die Oberhand. Beide Abentheurer fuͤhrten jetzt ein notoriſch lüderliches Leben, begingen ungeſcheut Exceſſe u. ſ. w. 5 g

Einer ſolchen Aufführung(das Deficit bei meinem Branntwein⸗Vorrathe giebt allein ſchon einen Maaßſtab der lüderlichen Barth'ſchen Wirthſchaft) mußte ich mit Energie entgegen⸗ treten; die Entfernung jenes fremden Eindringlings war die nächſte Maßregel, welche ich endlich durch Hinwpeiſung auf anzurufende polizeiliche Hülfe durchſetzte. Ihr ſollte alsbald die Entfernung der Barth'ſchen Familie folgen, da kündigte mir Herr Barth, um nothdürftig noch einen Schein zu retten, ſelbſt auf. Die Entfernung des Herrn Barths auf die kürzeſte Weiſe war der Zweck; ohne nur im Einzelnen auf die Abgabe des Inventars, worüber der Verwalter nicht einmal das Verzeichniß fortgeführt hatte, zu dringen, ließ ich ihn alſo ſo ſchnell als möglich ziehen. Leider ſtellten ſich aber, nach ſeinem Weggange, gegen die Barth'ſche Eheleute dringende Indicien von Unterſchlagungen und Entwendungen heraus. Wie verhaßt und verachtet ſich derſelbe übrigens in der ganzen Umgegend gemacht hatte, geht ſchon daraus hervor, daß mir, ſelbſt von Ortsvor⸗ ſtänden, wegen ſeiner Entfernung wahrhaft gedankt worden iſt.. 00 Aus dem Vorgetragenen folgt alſo, daß ich Herrn A. Barth das Lob eines tüchtigen und pflichtgetreuen Oekonomie⸗Verwalters nicht ertheilen kann. Gießen den 17. November 1849.

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Briel, pofgerichts⸗Advokat.

a eee ee (14737) Da die Wahl für die zweite Kam⸗ mer der Landſtände in den nächſten Tagen ſtait⸗ findet, ſo beehrt ſich der Unterzeichnete, die Wähler des Bezirks Nidda hiermit zu einer nochmaligen Beſprechung auf Mittwoch den 28. November, auf 1 Uhr Nachmittags, nach Echzell in das Gaſthaus des Herrn Mogk einzuladen. Muth, Bürgermeiſter zu Beienheim.

Nachkirchweihfeſt zu Okarben. 1738) Nächſten Sonntag den 25. d. M. findet bei mir gut beſetzte Tanz⸗ muſik ſtatt, ausgeführt durch Oeſtreicher Militär⸗Muſik, wozu ich mit dem Be⸗ merken höflichſt einlade, daß ich fuͤr gute Speiſen und Getränke beſtens be ſorgt ſein werde.

Okarben. Carl im Carlshof.

Einladung.

(1739) Kommenden Montag den 26. d. M. wird der ſchon ſeit vielen Jahren ſehr beſuchte Katharinen-Markt⸗Ball in meinem Local ſtatt⸗ finden. Zur gefälligen Theilnahme ladet ein Butzbach den 20. November 1849. 1 A. Joutz,

im Heſſiſchen Hof.

Harmonie⸗ und Tanzmuſik ſtatt.

Butzbacher Katharinenmarkt!

(1740) Nächſtkommenden Montag, als den 26. d. M., findet in meinem Saale gutbeſetzte Für gute Speiſen und Getränke werde ich beſtens ſorgen.

Es wird ein Entrée von 18 kr. erhoben, wo⸗ für ein Schoppen Wein verabreicht wird. Zu

zahlreichem Beſuch ladet höflich ein Butzbach den 20. November 1849. Carl Becker, zum deutſchen Hof.

Literariſche Anzeige.

(1741) Bei Louis Weis in Friedberg iſt zu haben: N Der wohlunterrichtete Pferde⸗ arzt oder leichtfaßliche Anweiſung für jeden Pferdebeſitzer, alle Krank heiten und Gebrechen ſeiner Pferde ſelbſt und ſicher zu heilen. Von Dr. Karl Raimund. Zweite Auflage. 8. geh./ Thlr.= 36 kr. Der Titel bezeichnet hinlaͤnglich, was in vor⸗ liegendem Werkchen zu finden iſt. Kein Pferde- beſitzer, vorzüglich auf dem Lande, wo in Krank⸗ heitsfällen nicht oft gleich Hülfe bei der Hand iſt, ſollte die kleine Ausgabe ſcheuen, ſich daſſelbe anzuſchaffen.

Kirchliche Anzeigen ag für Friedberg. 2 25. Sonntag n. Trinit. den 25. Nobr. Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Hunzinger. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: t Herr Diaconus Baur. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Kromm.

Fruchtpreiſe.

1821. Nob. 16. Nob. 1. Nob. Gattung. Fried⸗ 5 Die⸗

f berg Mainz burg fl. kr. fl. kr. fl. kr.

Waizen pr. Malter 1 1 7 4 7 Korn 448441] 42 ee 335 346 340 HF 250 391 230 Polizei- Taxe

für die Städte Friedberg und Butzbach vom 24, bis 30, Novbr.

2. dried⸗ Butz Brod Preiſe. berg. bach. 75 I kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 21 2 2 77 7. 24 14 4 r 4 8. 8 a 2 Lth. th. Mllchbrod 145¼½ 16 Waſſerweck 7 1 16. Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 16, 18 Fleiſch⸗Preiſe. 10 0 1115 1 Ochſenfleiſch 111 11 Kühfleiſch, gemäſtetes 91 9 Rindfleiſch, gemäſtetes 81181 Kalbfleiſch 7 8 Schweinenfleiſch 10 110 Hammelfleiſch 2 Schaaffleiſůoh 6 Wurſt v. bloͤs Schweinen 12 12 1 Bratwurſt 14 414 Schwartenmagen 1144 144 Geräucherter Speck 22 20 Schinken 16 16 Dörrfleiſch 16 16 Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24 18 unausgelaſſen 18 16 Nierenfett 20 14 Hammelsfett 16 14

Bei Ludwig Kreuter und Heinrich Engel das Pfund Hammelfleiſch 7 Kreuzer.

Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Ben diele. de 0 2 8 1 0 f

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.

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