Ausgabe 
23.6.1849
 
Einzelbild herunterladen

ſie wieder beſchlagen zu laſſen. Auch wollten wir für künftige Zufälle eine Partie Hufeiſen und Nägel mitneh⸗ men. M' Phail und unſer ſpaniſcher Freund unterzogen ſich zu derſelben Zeit dem Auftrage, etwa für zehn Tage Proviſion für uns einzunehmen, und Bradley verſprach, ſich im Fort umzuſehen, ob er dort nicht noch einen Diener bekommen würde. Leider gelang ihm das aber nicht. Während dieſe verſchiedenen Kommiſſionen beſorgt wurden, kehrte der Kapitän zurück und führte mich im Fort herum. Unterwegs zeigte er mir das Wachthaus, die indianiſchen Soldaten aber, die es ſonſt beſetzt hielten, waren faſt bis auf den letzten Mann nach den Bergwer⸗ ken deſertirt. Nur in der Wollenfaktorei fand ich noch einige 30 Frauen an der Arbeit; das Brennereihaus, wo der berühmte Pisco(aus den dortigen Trauben) fabrieirt wird, und die Schmiede- und Wagnerwerkſtatt hatten mehr Arbeit liegen, als ſie mit den wenigen Arbeitern in einem ganzen Monate hätten ausführen können. Dennoch ſpra⸗

chen alle dieſe Leute davon, in ein oder zwei Tagen nach

den Minen ebenfalls aufzubrechen. Der Kapitän verſicherte mir, es ſei ihm nur möglich geweſen, ſie bis jetzt durch raſend

erhöhte Preiſe und einen vollſtändig freien Gebrauch von

Pisco und Brandy an ſich zu feſſeln. a ortſetzung folgt.) 15

Eine Anekdote.

Es iſt eine bekannte Thatſache, daß die Amerikaner über alle Begriffe lügen können. In einem Kaffeehauſe zu Boſton ſaßen zwei Amerikaner und logen einander an. Denken Sie Sich, ſagte der Eine, was kürzlich einem der hieſigen Aerzte paſſirt iſt! Er hatte einen Kranken, der an einer heftigen Erkältung litt. Um ihn zum Schweiße zu bringen, verſchrieb er ihm ein Recept, das aber ſo heftig wirkte, daß der Menſch Morgens in ſeinem Bette im eigenen Schweiße ertrunken gefunden wurde.

Davon hab' ich auch gehört, ſagte der Andre, aber

206

mit dem Zuſatze, daß man, um zu dem ſchwimmenden Leichnam zu kommen, ein Boot zu Hülfe nehmen mußte! Das geht noch über deutſches Jägerlatein!

An die Bewohner Friedbergs und der Umgegend).

In dieſer Zeit, wo ſo vieles wankt, hat die Treue der heſſiſchen Krieger nicht gewankt. Sie haben durch ihre Standhaftigkeit der, Ordnung und Wohlſtand zertrümmern⸗ den, Bewegung an unſerer Grenze Einhalt gethan. Allein die Rettung hat Blut gekoſtet, es hat Wunden gegeben, welche auf ein ſchmerzliches Krankenlager werfen, Wunden, welche auf Lebenszeit zur Arbeit untüchtig machen. Iſt es nicht Pflicht Derjenigen, zu deren Schutze dieſe Wunden empfangen wurden, zur Linderung derſelben beizutragen? Keinem Vaterlandsfreund, keinem Heſſen kann dies unzwei⸗ felhaft ſein. Wirklich ſind ſchon in den bedeutendſten Orten unſeres Landes Vereine zur Unterſtützung unſerer verwun⸗ deten Landsleute zuſammengetreten und haben begonnen, Gaben für dieſelben zu ſammeln. Friedberg und ſeine Um⸗ gebung wird nicht zurückbleiben, wo es gilt, eine ſo edle Pflicht zu erfüllen. Mögen die Zeiten ſchwer ſein! für ſo dringende Verpflichtungen wird immer noch eine Gabe übrig bleiben; insbeſondere, wenn man bedenken will, daß ohne das wackere Verhalten unſerer Soldaten die Zeiten ja längſt ſchon hundertmal ſchwerer ſein würden.

Die Unterzeichneten erklären ſich zur Empfangnahme und Beförderung der eingehenden Gaben bereit und werden demnächſt öffentliche Rechenſchaft darüber ablegen.

Friedberg am 14. Juni 1849. Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. Mayer Hirſch. H. M. Decher. Jac. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß. er amen

*) Durch Zufall verſpätet. a 0

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

NN Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. 1863) Dienſtag den 26. l. M, Vormittags 10 Uhr, wird an Ort und Stelle die Vollen⸗ dung des Looſes 15 der Erdarbeiten in der Gemarkung Vilbel unter den, bei der Verſtei⸗ gerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Die Zuſammenkunft iſt auf dem Sections⸗ büreau zu Vilbel. Friedberg den 16. Juni 1849. 6 Der Großh. Heſſ. Sections ⸗Ingenieur der Section Vilbel J. d. A. Geſſner.

Arbeits Verſteigerung. (975) Dienſtag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll auf Ort und Stelle, und zwar hinter dem Schloß, eine Strecke von 40 Klafter lang zum Planiren und Chauſſtren, ſowie das Auliefern der Chauſſirſteine hierzu, durch öffent⸗ liche Verſteigerung an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden:

1) Planixarbeit veranſchlagt zu 80 fl. kr.

2) Chauſſirarbeit 80

3) Liefern der Chauſſirſteine, 10,5 157

4) Fuhrlohn der Steine 63

5) Setzerlohn i 10

Fauerbach II. am 16. Juni 1849. Der Groß. Heſſ. Bürgermeiſter Holler.

* 30.

30

Bekanntmachung,

Holzverſteigerung im Domanialwald Frauenwald, Reviers Oberrosbach betreffend.

(970) Dienſtag den 26. d. M., Morgens um 8 Uhr, wird in dem rubricirten, bel Nieder⸗ mörlen gelegenen Walddiſtrict, an die Meiſtbie⸗ tenden öffentlich verſteigert:

2 Stecken 855

1975 me geſchält Eichen 2092 Wellen Reiſerholz, 8

3 Wagen, 5 Läſte Allerleiholz,

7 Stämme in 39 C.-F, 1 geſchält

240 Stangen in 67 C.⸗F. Nutzholz, Eichen 2

zu Baumſtützen brauchbar, 100 Gebund Ginſtern, zu Backholz. Oberrosbach den 16. Juni 1849. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann.

Gras ⸗Verſteigerung.

(9877) Nach Gemeinderathsbeſchluß vom Heu⸗ tigen ſoll Montag den 25. d M., Morgens 9 Uhr anfangend, das dies ſährige, der hieſigen Gemeinde gehörende Gras zu Heu von circa 180 Morgen vom ſog. Erlen und der Sau- weide, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Florſtadt den 19. Juni 1849.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter

Appel..

Gras ⸗Perſtei gerung.

(988) Das diesjährige Heugras von nach⸗ 5 benannten Gräflich Solms-Laubach ſchen Wieſen,

ſoll in Abtheilungen meiſtbietend verſteigert und

gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine Eredit bis(ge

Martinitag d. J. bewilligt werden; nämlich: 1) die zu Altenſtadt den 25. d. M., von Morgens 8 Uhr an, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Holzapfel daſ., und 2) die zu Höchſt an demſelben Tage, Nach⸗ mittags von 2 Uhr an, und zwar zu Heu und Grummet, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirth Altvater daſelbſt. Engelthal am 19. Juni 1849. Der Gräfl. ee Rentmeiſter

ru hu E. Gras Verſteigerung.

(989) Montag den 25. Juni d. J., Mittags 11 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde zu⸗ ſtehende Heugras von eirca 18 Morgen, par⸗ cellenweis, an Ort und Stelle, gegen gleich baare Zahlung, meiſtbietend verſteigert werden. Wohnbach den 19. Juni 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter pill ip

Gras Verſteigerung. (990) Montag den 25. d. M., Nachmittags

um 2 Uhr, ſoll das Gras von den hieſigen

Gemeindewieſen, in den gewöhnlichen Abthei⸗ lungen, zu Heu und Grummet an Ort und Stelle öffentlich verſteigert werden. Schwalheim am 20. Juni 1849. Der Bürgermeiſter Reimer.