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Amtlicher Theil
de Die Großherzablich Heſſie. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks
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an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ „ darmerie des Regierungsbezirksz.
Betreffend: In Unterſuchungsſachen wegen Ausſetung eines Kindes. Nach einer Mittheilung Gr. Landgerichts Offenbach, würde daſelbſt am 9. November, Vormittags 8 Uhr, in dem an der ſogenannten Bieberer Straße vorüberfließenden Bache tin todtes, neugebornes Kind aufgefunden, welches Pi haft in der Nacht vom 8. auf den 9. November dort aus⸗ geſetzt worden. 8 550 e Das Kind iſt männlichen Geſchlechts, hat blaue Augen e ee e ee, ee Wir beauftragen Sie, dieſem Gegenſtande ihre Auf⸗ merkſamkeit zuzuwenden und etwa ſich ergebende, auf die Entdeckung der Thäterin führende Indicien alsbald zu un⸗ ſerer Kenntniß zu bringen. 2 Friedberg am 16, November 1849. f ee 1 n u i en- 310 1 Die letzte Nacht in der Wildniß. eee 10 f(Fortſetzung.) 95 1 Es vergingen nunmehr zwei Jahre; die alte Fran war jetzt bei der Familie ganz einheimiſchogeworden, und da die letztere ſeit der Zeit ſo gar keine Nachricht empfan⸗ gen hatte und deßhalb unruhig zu werden begann, ſo ward beſchloſſen, Stephan nach Quebeck zu ſenden, um deßhalb Nachfragen anzuſtellenn. 550 g Einige Tage nach Stephan's Abreiſe, als Richard im Hofe beſchäftigt war, Emilie aber bald ihrer Handar⸗ beit oblag, bald nach den Kindern ſah, trat letztere freund⸗ lich zu ihrem Gatten mit der Frage, ob der kleine Wagen bald vollendet ſei, welchen er; für die Ziege ihrer älteſten Tochter fertigte.„ 442 0 11 511 „„Ich kann leſder die Arbeit nicht vollenden,“ ent⸗ geguete Richard,„es fehlt mir dazu eine Art Holz, welche den Fluß hinan wächſt, dort won ich. neulich auf die Bären⸗ gad ging ß ene dun me, g, Bi 0 ö f e ſollteſt Du heute hin, das Wetter iſt ſo ſchoöͤn,/ ſprach die Frau.„Nimm Corney mit Dir, Du kannſt
zun Abendessen wieder, Alt c ſeit. Ich iu, Dir t
den Kindern entgegen kemmen, und ein gutes Fiſche ſoll Dich erwarten) lit ſeiner Axt alf der Schultet, einem treuen Hünnd zur Seite, machte ſſch 9 00 Campbe l äuf den Weg, und ihrem Verſprechen geiukß, ging ihm Emille eine Stunde vor Einbruch der Dämmerung mit den Kindern entgegen. Sie ſchritten tüſtig fort, bis es dunkler zu werten 15 mit der Anſtrengung ihrer ganzen Sehkraft ſchante Emiſie nach allen Seiten hin, konnte aber nichks von ihrem Maſine ecke.. r „Mich friert, ach, mich friert gar zu ſehr, liebe Mutter, klagte die kleine Betty, indem ſie ſich in den Mantel ihrer Mutter hüllte. 8 e% Ja, ja, mein liebes Kind, es wird zu kalt, wir wollen heimkehren,“ verſetzte Emilie, und nachdem ſie noch einen langen Blick in die Ferne geworfen hatte, kehrte ſie mit den Kleinen traurig nach Hauſe zurück. Granny, ſo nannte ſich die alte Frau, hatte das Abendeſſen bereitet und im Kamin ein helles Feuer ange⸗ zündet. Nachdem ſie noch länger als eine Stunde ängſt⸗ lich auf die Rückkehr ihres Gatten gewartet hatte, ſetzte ſich Miſtreß Campbell mit ihren vom Hunger geplagten Kin⸗ dern zum Theetiſch, aber der Anblick des leeren Stuhles neben ihr raubte ihr jeden Appetit. Alle Augenblicke er⸗ hob ſie ſich und blickte zum Fenſter hinaus, aber ſie konnte weder etwas ſehen noch hören, denn die Nacht war dunkel und der Wind hatte ſich erhoben. Ste verſuchte es, ihren Muth zu ſammeln, aber ihre Angſt nahm immer mehr über⸗ hand.! Die Fragen der Kinder hakten etwas Qualvolles für ſie; ſie erkundigten ſich fortwährend, ob der Vater noch nicht heimkehre und ob er dieſe Nacht noch heimkehren werde. Endlich wurden ſie zu Bett gebracht und die arme Emilie blieb jetzt allein, allein mit ihren quälenden Gedanken. Als Granny die Kinder zur Ruhe gebracht hatte, kehrte ſie zu ihrer Gebieterin zurück, die in heftiger Ge⸗ müthsbewegung im Zimmer auf⸗ und abging. 0„Ach! Granny, Granny! jammerte ſie,„wo bleibt mein Mann? Wo kann er ſein? Ach, wenn ich doch nur kräftiger und die Nacht nicht ſo dunkel wäre!“ Sie trat an's Fenſter, um wieder hinaus zu ſchauen. g Die Dienerin ſuchte ihrer Herrin den Gedanken aus⸗ zureden, ſich in der Dunkelheit der Nacht hinauszuwagen, und verſicherte, wie es oft geſchehe, daß ein Wanderer in Waldung übernachtet, weil ihn die hereingebrochene Dun⸗ kelheit überraſcht und verhindert habe, den Weg heimwärts
Gericht
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