Ausgabe 
18.7.1849
 
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eſſen bieten konnten. Einige Decken gaben wir ihnen aber, die wir nicht ſehr vermißten, um ſie wenigſtens bei guter Laune zu erhalten; denn ſie hätten es, wie uns Story ſagte, ſehr übel genommen, wenn ſie nicht wenigſtens einige Geſchenke erhielten. Die Indianer blieben und lagerten die ganze vergangne Nacht bei unſrem Fort, und an dieſem Morgen brach der größre Theil wieder auf. Die Wache hatte übrigens Befehl, ſcharf aufzupaſſen, da wir uns nicht enthalten konnten, zu glauben, unſre Freunde möchten, wenn auch wirklich keine feindſelige Abſicht ge gen uns, doch vielleicht eine zu freundliche Neigung zu unſeren Pferden hegen. Es ſtel aber nichts Verdächtiges vor. Fünf junge Leute des Stammes blieben zurück und erboten ſich für uns zu arbeiten. Wir fühlen aber ſchon den Mangel an Lebensmitteln ſo, daß wir das Anerbieten

nicht annehmen können, ausgenommen, unſre Jäger kehren

heute mit guter Beute zurück.

Am(Freitag den 26. Aug.), während einige von uns in der Nähe des Lagers in den zahlreichen Bergſchluch ten herumkletterten, die zwiſchen uns und der Sierra Ne⸗ vada liegen, fanden wir zwiſchen den lockern Felsblöcken, die von Seiten des Ravins abgebröckelt und in den Grund gefallen waren, verſchiedene ſehr große Goldklumpen, wie wir ſie bis jetzt noch nicht entdeckt hatten. Dies veran⸗ laßte uns, den obern Theil des Ravins zu unterſuchen, wo ſich bald gar lockend erſcheinende Goldzeichen vorfan den. Eine nähere Unterſuchung überzeugte uns, wie das edle Metall hier in weit größern Quantitäten liege, als in der Gegend die wir bis dahin bearbeitet, und auch, was uns beſonders freute, mit weniger Arbeit zu erlangen wäre. Da awir es hier größtentheils in gediegenen Klum⸗ pen aufſpürten, erſparten wir jedenfalls die mühſelige Arbeit des Waſchens. Wir entſchieden uns deshalb dafür, am folgenden Morgen all unſer Handwerkszeug zu dieſem Fleck zu ſchaffen, wo wir nur das eine Unangenehme hat⸗ ten, daß er ſich etwas zu weit entfernt von unſerm Lager befand.

Seit uns die Indianer verlaſſen, mochten wir die Hütte nicht mehr ohne Wache wiſſen, und es mußle ſtets irgend Einer von uns dort bleiben, um Pferde und Bagage vor heimlichen Dieben zu ſchützen. Zu dieſer Maßregel beſtimmte uns noch dies, daß unſere Pferde in der letzten Zeit ſehr häufig unruhig geweſen waren, ein ziemlich ſicheres Zeichen, daß Indianer in der Nähe herumkriechen. Während des Tages blieb gewöhnlich ein Mitglied der Geſellſchaft in der Hütte und behielt entweder Joſé oder Horry bei ſich.

Die Schlucht, zu der wir gehen wollten, lag ziemlich eine halbe Meile entfernt. Nach dem Frühſtück gin gen Bradley, Lacoſſe, M'Phail und der alte Jäger auf eine Jagderpedition aus; denn unſere Proviſionen fingen an, Lücken zu zeigen. Joſé und der Advocat blieben im Lager. Die Uebrigen der Geſellſchaft, ebenſo auch ich, gingen mit unſern Werkzeugen nach der Goldſchlucht hinauf, wo wir nach wenigen Stunden Arbeit mehr Gold erbeutet hatten, als in irgend zwei Tagen der letztvergangenen Woche. Wir wollten eben nach dem Lager zurückkehren, um unſer Mittagseſſen zu verzehren, als Dowling, der neben einigen Wermuthbuͤſchen am obern Theile der Schlucht ſtand, etwas zwiſchen ihnen raſcheln horte und anſpringend einen Indianer bemerkte, der ſich eben davon zu ſchleichen ſuchte. Kaum aber bemerkte er, daß er entdeckt ſei, ſo ſprang er auf und ſchoß einen Pfeil auf den Kopf des Weißen ab. Der Pfeil traf allerdings ſein Ziel nicht, zerſchnitt aber doch, und zwar ziemlich bedeutend, Dow⸗ ling's Ohr. Der Wilde ſtieß einen furchtbaren Schrei aus und lief davon, ſtelperte aber, ehe er einen zweiten

Pfeil aus ſeinem Köcher ziehen konnte, während Dowling ihm nacheilend, ſein kleines Beil aus dem Gürtel riß und dem geſtürzten Feind damit den Kopf ſpaltete. Er blieb todt auf dem Platze. In dieſem Augenblicke hörten wir einen Schuß in der Richtung vom Lager her, der uns, mit dem Schlachtſchrei der Indianer noch in den Ohren, nicht wenig erſchreckte. Wir Alle griffen jedoch nach den Büchſen, und Dowling, niederſpringend, erzählte uns mit wenigen Worten, was eben geſchehen ſei. Einige Secun den blieb Alles ſtill, und ich eilte einen kleinen Hügel hinauf, um zu recognosciren. Plötzlich ſah ich einen Trupp Indianer, die Erſten zu Pferde, die ſich uns in vollem Galopp näherten. Ich kehrte raſch zu meinen Gefährten zurück, und wir ſuchten in einer kleinen Schlucht Schutz, entſchloſſen, hier jeden Angriff abzuwehren; denn daß die Indianer nicht friedlich geſinnt ſeien, lag auf der Hand.

Es war ein Augenblick athemloſer Erwartung. Wir hörten das Stampfen der Pferde, die gegen uns anſpreng ten, ſie aber und ihre Reiter konnten wir noch nicht er kennen. Ich muß geſtehen, daß ich am ganzen Leibe zit terte, wenn auch nicht aus Furcht obgleich wir erwar ten konnten, daß wir einige Momente ſpäter von unſern wilden Angreifern Alle ſcalpirt ſein würden; es war die überraſchende Gefahr, die mich aufregte und mein Herz ſo heftig ſchlagen machte. In dem nämlichen Augenblick aber, und gerade als ich mir ſelbſt meinen Mangel an Muth vorwarf, durchſchnitt ein furchtbarer Schrei die Luft, und gleich darauf ſahen wir etwa 40 bis 50 krie⸗ geriſche Indianer vor uns. Die erſchienene Gefahr gab mir meine volle Selbſtbeherrſchung wieder, und als ein Pfeilſchauer zwiſchen uns hinſauſte, war ich der Erſte, der dieſen mit einem Büchſenſchuß erwiderte und dadurch einen der vordern Indianer vom Pferde warf. Ich lud augenblicklich wieder; indeſſen leiſteten die Büchſen meiner Gefährten gute Dienſte. Wir hatten unſre Stellung hin⸗ ter einer Reihe von Weidenbäumen genommen, die das

Ufer eines ſchmalen Baches umgürteten, und dadurch wur⸗

den wir ſehr bedeutend gegen die Pfeile unſrer Angreifer geſchützt, die größtentheils durch die Zweige eine andere Richtung bekamen. Eine zweite Salve folgte dabei von unſrer Seite der erſten, und während wir wieder luden und ſich der Rauch leiſe verzog, konnte ich ſehen, wie wir Tod und Verderben in die Reihe der Feinde geſchleudert, die ihre Todten zurückließen und ſich zum Rückzuge vorbe reiteten. Ich hatte mein Auge auf einen alten Mann gerichtet, der eben von ſeinem Pferde ſprang; mein Finger lag am Drücker, als ich aber ſah, wie er kaltblütig vor trat und einen ſeiner verwundeten Gefährten, der in's Bein geſchoſſen worden, in den Arm nahm, um ihn auf ſein Pferd zu ſetzen, dann ſein eignes beſtieg und des an dern Zügel ergriff und damit fortgalloppirte, konnte ich mich dennoch nicht entſchließen, abzudrücken, wenn ich auch wußte, daß eben dieſe Bande, hätte ſich das Glück des Tages gegen uns entſchieden, nicht einen einzigen Mann von uns am Leben gelaſſen, ſondern Alle ſcalpirt haben würde. 8

Nach wenigen Minuten waren die Hügelſeiten rein von Feinden, und als wir aus unſerm ſchattigen Ravin vortraten, konnten wir nur noch drei der Zurückgebliebenen in ihrem Blute, ein paar Pfeile, einige leere Kocher und ein paar zerſtreute Federn und Tomahawks ſehen, die auf dem Boden lagen. Einer nach dem Andern ſchlichen wir jetzt vorſichtig nach dem Gipfel des kleinen Hügels hinauf, von dem ich das erſte Nahen der Feinde beobachtet, und als wir dort fanden, wie ſie im vollen Gallopp eine ent⸗ gegengeſetzte Richtung von unſerm Lager einſchlugen, be

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