Ausgabe 
18.7.1849
 
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im Regierungsblatte in Kraft.

Intelligenz-Blatt provng Sberteſſen

den Regierungsbezirk Friedberg

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im Beſonderen.

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Mittwoch den 18. Juli

1819.

Regierungsblatt⸗Auszüge. 112¹ Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 23 von 1849.

Bekanntmachung des Gr. Kriegsminiſteriums betr. die Stel⸗ lung von Einſtehern für Militärpflichtige des 2. und 3. Aufgebots vom Muſterungs⸗ und Ziehungsjahr 1848.

Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 24 von 1849.

1) Reichsgeſetze, a, Geſetz, betr. die Wahlen der Abgeordneten zum Volkshauſe, b. Geſetz, betr. die Taggelder und Reiſegelder der Ab⸗ geordneten zum Reichstage. 2) Geſeß, die Aufhebung der Todes- ſtrafe betreffend: Lu D WIG 11. Großherzog von Heſſen und bei Rhein zc. ꝛc. Zur Ausführung der im Reichsgeſetze vom 27. December 1848, die Grundrechte des deutſchen Volkes betreffend, im§ 9 ent⸗ haltenen Beſtimmung daß die Todesſtrafe, ausgenommen wo das Kriegs recht fie vorſchreibt, oder das Seerecht im Fall von Meutereien ſie zu⸗ läßt, apgeſchafft iſt, haben Wir, nach Anhörung unſeres Staatsraths und mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände, verordnet und verordnen, wie folgt: Art. 1. Bei den mit Todesſtrafe zu ahnenden Verbrechen ſoll, ſoweit dieſe Strafe durch das gedachte Reichsgeſetz abgeſchafft iſt, ſtatt der Todesſtrafe auf lebenslängliche Zuchthausſtrafe erkannt werden. Art. 2. Das gegenwärtige Geſetz tritt mit dem Tage ſeines Erſcheinens Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unter⸗ schrift und des beigedrückten Staaisſiegels. Darmſtadt am 11. April 1849. Lud wi g. Kilian.

5) Militärdienſtnachrichten Ruheſtandsverſetzungen auf Nachſuchen: 27. Dec. v. J. Oberſt Senkenberg, Commandant von Baben⸗ haufen; 16 Febr. Oberſt Gerlach, Comm. des 3. Inf ⸗Reg.; 11. März Oberſtl. v Weſterweller im 1. Inf⸗Reg. m d. Char. als Oberſt; 13. Oberſt Zeitz, Comm. des 2. Inf.⸗R.; 18. Oberſtl. Scriba im 2. Inf.⸗R. m. d. Char. als Oberſt; wegen Dienſtunfähigkeit: 16. Febr. Ober⸗ lieut. Faſſig im Art.⸗C. Nachgeſuchte Abſchiede erhielten: 8. März Major Prinz v. Wittgenſtein; am 24. Rittmeiſter a. 1. S. Gr. zur Lppe⸗Bieſterfeld. Am 47. März wurde dem Oberauditeur Hoffmann die Amtsbenennung Generalauditeur mit Oberſtenrang beigelegt. 6) Am 27. März wurde der Gymnaſiallehrer Dr. Schaum zu Gießen a. N. in den Rüheſtand verſetzt. 7) Erledigt find: die evang Pfarr⸗ ſtelle zu Alsheim, Reg.⸗Bez. Mainz, mit jährl. 545 fl.; die evang. Schullehrerſtelle zu Gunzenau, Reg⸗Bez. Alsfeld, mit jährlich 160 fl. 31 kr.; die evang. Schullehrerſtelle zu Niederklingen, Reg.-Bez. Erbach, mit jährlich 189 fl. 31 kr. 8) Geſtorben ſind: am 3. April der Major Schaffnit im Gr. Art.⸗C.; am 6, der Oberbaurath Müller zu Gießen.

Beiſeſkizzen aus Kalifornien, im Frühjahr 1848. Von J. Tyrwhitt Brooks.

(Fortſetzung.)

Mit dieſen Gefährten verſtärkt erreichen ſie nach fünftägiger Wanderung den Bärenfluß, und befinden ſich, nach unſäglichen Strapazen, enttäuſcht, in einer vollſtän⸗

digen Wildniß, wo nicht einmal Indianer zu ſehen, und noch weniger Gold zu finden. Ein ausgeſandter Streif trupp findet jedoch nach einigen Tagen weiter ſtromauf⸗ wärts, den Quellen des Bärenfluſſes zu, einen ergiebigen Goldgrund. Die Geſellſchaft überſiedelt dorthin, errichtet Hüt⸗ ten und Palliſaden, baut Wiegen, legt durch glückliche Jagd⸗ züge Fleiſchvorrath ein, und beſchaut ſich die Umgebung, bis die Goldwäſche begonnen werden kann. Dieſe liefert reiche Ausbeute und verſöhnt ſo einigermaßen mit der Oede der Gegend. Da unterbricht das Einerlei ihres Lebens der Beſuch von Indianern, die übrigens diesmal nur in friedlicher Abſicht kamen.

Geſtern, während wir bei Tiſche ſaſſen, wurden wir durch die Annäherung einer Indianerpartei in Er⸗ ſtaunen geſetzt, die vom Truckee-See ſich unſerm Lager⸗ platz näherte. Sie ſchienen keine feindliche Abſicht zu haben, und wir erwarteten deßhalb ruhig ihr Herankom⸗ men. Der vorderſte Häuptling hielt einen langen Stock in die Höhe, an dem ein Büſchel weißer Federn hing; Story erklärte uns, dies ſei ein freundſchaftliches Zeichen und verſicherte, wir hätten Nichts von dem Trupp zu fürchten. Als ſie näher kamen, fingen ſie an zu tanzen und zu ſingen; wir bemerkten auch bald, daß nur Wenige unter ihnen bewaffnet waren, und ihr ganzes Auftreten ſchien weder kriegeriſch, noch imponirend. Story ging hinaus, ihnen entgegen und ſchüttelte einigen der erſten Häuptlinge die Hände. Als ſie die Hütte erreichten, vor deren Thur wir ſaſſen, ſammelten ſich die Häuptlinge an unſrer rechten Seite und kauerten auf dem Boden nieder, wo die Friedenspfeife augenblicklich durch einen alten Häupt⸗ ling hervorgeholt und herumgereicht wurde. Ich that mit den Uebrigen einige wenige Züge daraus, und wir hörten dann von unſerm Beſuch, daß ſie ſich gern in einen Han⸗ del einlaſſen wollten. Alles was ſie übrigens hatten, waren einige wenige nahrhafte Wurzeln und mehrere Säcke Fichtennüſſe. Dieſe letztern röſten und eſſen ſie, der Geſchmack iſt aber keineswegs angenehm. Als Tauſch dafür verlangten ſie einige Ladungen Pulver und Kugeln. Drei von ihnen führten, wie ich bemerkte, alte ſpaniſche Musketen, auf die ſie äußerſt ſtolz waren. Sie hielten ſie in der gewöhnlichen vorſichtigen, indianiſchen Art, den Kolben in der rechten Hand gefaßt, den Lauf im linken Arm ruhend. Einige Andre hatten Bogen und Pfeile über den Schultern. Wir ſchützten, um den Handel abzulehnen, ſelbſt Mangel an Munition vor. Unſre Proviſionen waren ebenfalls ſo knapp, daß wir ihnen nicht einmal etwas zu