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alle Eltern, Vormuͤnder ꝛc. der ſchulpflichtigen Jugend un⸗ ſerer Stadt dahin, daß ſie doch, wie es ſeit Jahren die erfreuliche Regel geweſen iſt, auch fernerhin niemals ohne hinreichende Grunde die ihnen untergebenen Kinder dem Schulbeſuche entziehen möchten. Sind aber dergleichen Gründe vorhanden, ſo wolle man ſich(nach Arttikel 20 des obigen Geſetzes), wenn nur ein Urlaub von einem oder zwei Tagen verlangt wird, unfehlbar vor der erſten Verſäumniß an den betreffenden Claſſen⸗ lehrer, wenn es ſich dagegen um eine längere Be⸗ freiung vom Schulbeſuche handelt, an den Gr. Schul⸗ rector, Prof. Dr. Dieffenbach, als das von dem Schulvorſtande ein fur allemal dazu beſtimmte Mitglied deſſelben, mit ſeinem Geſuche wenden. Wird dieſes Geſuch mündlich vorgebracht, ſo muß es durch eine zuverläſ⸗ ſige Perſon geſchehen. Beſſer und ſicherer iſt es jedoch, den ſchriftlichen Weg einzuſchlagen, in welchem Falle auf dem einzureichenden Zettel die Veranlaſſung zur Verſäumniß angegeben werden muß, und weder die Na⸗ mensunterſchrift, noch die Angabe des betreffenden Tages fehlen darf. Friedberg am 9. Auguſt 1849. Der Schul vorſtand.
Jur Chronik der Stadt Friedberg. (Verſpätet.) Motto: Alles hat ſeine Zeit. Pr. Sa. 3.
Das Wort des alten weiſen Salomo iſt, ſeitdem es zum erſten Male geſprochen wurde, noch nicht unwahr geworden. Warten wir's nur geduldig ab, und es wird ſchon eine Zeit kommen, die für unſere Wünſche die rechte iſt. Alles kann nicht auf einmal da ſein. Nicht kann Keim und Aehre zugleich geſehen werden. So iſt es und Beweiſe für dieſe Wahrheit kann unſere Stadt mehr denn einen aufweiſen. Es iſt den Bewohnern hieſiger Stadt nicht unbekannt,“) wie eine reiche Schnur von Perlen, be⸗ ſtehend in gemeinnützigen Anſtalten, unſere Stadt aufzuweiſen hat. Sind ſie auch nicht mit der großen Glocke angekündet, ſie beſtehen doch, und wer ſie benutzt und leitet hat eitel Kuſt daran. Wachſen ja die ſchönſten und wohlriechendſten Blumen, wie das beſcheidene Veilchen z. B., im Verborgenen, und werden oft von Vorübergehenden mit den Füßen zer⸗ treten, bis ihnen der ſüße Duft zu den Geruchsorganen dringt und ſie verwundert ausrufen.„Wer hätte das ge⸗
dacht.— Gleich ſo iſt es, mein freundlicher Leſer, mit
menſchlichen Dingen, die aber ein höhern Grund haben, zu Nutz und Frommen des Geſammtganzen.
Schon ſeit 1840 beſteht hier eine Kleinkinderſchule, oder wir ſagen lieber:„Klein⸗Kinder⸗Bewahr⸗Anſtalt,“““) die bisher kümmerlich ihr Leben gefriſtet. Beſonders man⸗ gelte ihr ein paſſendes Lokal. Ob es dem verehrten Stadt⸗ worſtande ſchon lange ein Anliegen war ſeiner Pflicht, auch für dieſe lieben Kleinen zu ſorgen, nachzukommen, wiſſen wir nicht; nur ſo viel iſt uns bekannt, daß er es in Er⸗ wägung gezogen“) den Kleinen ein Aſyl zu eröffnen. Das Reſultat dieſer Erwägung war, daß er einige Zimmer in der alten Auguſtiner⸗Schule verwilligte, und dieſelben zum Gebrauch für genannte Anſtalt freundlich herrichten
ließ, ſo daß dieſe Räume am 2. v. M. von der Lehrerin
mit ihren etlich und 40 Kindern bezogen werden konnten.
Mittags 2 Uhr, an genanntem Tage, verſammelte ſich die kleine Schaar noch einmal in dem ſchon geräumten alten Lokale und zogen mit Fähnchen, die treue Pflegerin an der Spitze und in Begleitung des männlichen Vor—
7) Troß der geheimen Sitzungen des Stadtraths. g N 7 Auf deren Nutzen wir hier nicht weiter eingehen können, die es aber verdiente, daß man ihr den Lorbeer zuerkennte.
der) Vielleicht durch andere Orte, z. B. Lich, ermuntert.
ſtandes der K.⸗K.⸗B.⸗An., der neuen Wohnung zu. Vor derſelben ſtand ein Theil des Stadtrathes mite dem Buͤrger⸗ meiſter in der Mitte. Dieſer empfing den Vorſtand ge⸗ nannter Anſtalt und überreichte demſelben im Namen der Stadt die Schlüſſel. Während dieſer Zeit hatten etliche Damen, des weiblichen Vorſtandes, die kleinen Tiſchen mit Tellern beſtellt und dieſelben mit Kirſchen“) gefüllt und je mit einer Bretzel zugedeckt. Das Schulzimmer war feſtlich mit Kränzen und Blumen geſchmuͤckt. Ei, wie glaͤnzten die kleinen Geſichtchen, als ſie dieſe Herrlichkeiten ſahen. Eine ganz neue Welt ging ihnen auf. Freilich weinte auch Manche ob der vielen fremden Geſichter; aber beim Anblick des Tellers mit ſeinem Inhalte, klärte ſich das Angeſichtchen auf. Nachdem ſich die Kinder ein wenig zu recht gefunden hatten, ſtimmten ſie einige nette Liedchen an, an denen ſich auch die anweſenden Erwachſenen ergoͤtzten. Sobald die Kinderchen ſchwiegen trat Herr Profeſſor Dr. Fertſch in eine Fenſterniſche und hielt eine kurze Anſprache an die Verſammlung. Er ſprach von des Inſtituts Anfang, ſeinem Fortgang und ſeinen Hoffnungen für die Zukunft; vom Vorurtheil gegen die Anſtalt, vom Weichen dieſes Vorur⸗ theils und der Anerkennung und wünſchte zum Schluſſe, daß die Theilnahme an dieſem Werke wachſe. Mit einem kurzen Gebete, in dem das Geſagte zuſammengefaßt war, wurde die Verſammlung entlaſſen.
Wir wären nun mit der Beſchreibung dieſes unſchein⸗ baren Feſtes zu Ende; aber was iſt der Zweck dieſer un⸗ ſerer Mittheilung;— Der, mein Leſer, Dich für dieſe Sache zu intereſſiren, damit Du ihr Deine Aufmerk⸗ ſamkeit nicht verſagen mögeſt und Du an die Kleinkinder⸗ Bewahr⸗Anſtalt erinnert würdeſt, wenn Dir eine kleine oder große Gabe zu wohlthätigen Zwecken zwiſchen die Finger geriethe. Es kann ſolches Opfer, das Gott gefällig und den Menſchen nützlich, auf zwiefache Weiſe gebracht werden. Einmal, daß Du Familienvater, Deine Kinder der Anſtalt anvertraueſt und zweitens, daß Du ſie mit Gaben der Liebe unterſtützeſt. Es muß aber nicht immer Geld ſein, Geld koſtet es genug, denn von allen Seiten zeigen ſich offene Hände, es können auch Lebensmittel ſein; wir glauben gewiß die Anſtalt weißt Nichts ab, z. B. Bohnen, Linſen, Erbſen, Weißkraut, Kartoffel ꝛc. c. Es thut zwar auch Geld noth, wir hörten es ſo im Vorbeigehen bei der Einweihung, daß ein Vorſtands-Mitglied zu einer Verſamm⸗ lung einlud, denn der Rechner habe kein Geld um die alte Miethe zu decken. Dieſe Verlegenheit hört nun auf, aber immer bedarf die Anſtalt der thätigen Hülfleiſtung. Wir ſchließen und wunſchen eine geſegnete Ernte.——
l ) von wohlthätigen Händen geſpendet. Für die bei dem Kampfe in Baden verwundeten Heſſ. Soldaten ſind zu den in Nr. 62 d. Blis. angezeigten 268 fl. 53 kr. weitere Bei⸗ träge eingegangen: von Beigeordn. Stumpf zu Oſſenheim 1 fl. Pfarrer Muller zu Bruchenbrücken 1 fl., L.⸗G.⸗A. Zeitz dahier 2 fl., Heinrich Rüb⸗ ſamen dahier 24 kr., gelegentlich eines Termins in einer Civilſache an Gr. Landgericht dahier von den ſtreitenden Theilen, und zwar: a) von Kläger 5 fl., b) von Beklagten 10 fl., von Wiſſelsheim 1 fl. 33 kr., und zwar: von Beigeordn. Schmidt 6 kr., Georg Huber 6 kr., Georg Hofmann 3 kr., Konrad Hofmann 3 kr., Pachter Anton Leonhard 24 kr., Jacob Schultheis 12 kr., Eberhard Huber 6 kr., Franz Klebers Wittwe 3 kr., Georg Nicolaus 6 kr., Anton Steinhauer 6 kr., Balthaſar Hubers Wittwe 6 kr., Carl Huber 6 kr., Carl Hofmann 6 kr., von Steuer⸗ Einnehmer Müller zu Melbach 2 fl., S. J. W. hier 1 fl. 12 kr., Fr. Oberlieutenant R. 2 fl., A. R. 42 kr. Bisherige Summe im Ganzen 295 fl. 44 kr., welches wir mit herzlichem Dank für die gütigen Geber
beſcheinigen. Friedberg am 13. Auguſt 1849.
Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. M. Hirſch. H. M. Decher. J. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß.


