— 224
aus nicht zuzutrauen, daß ern auf einmal aus Gründen der„Gnade von dem Nachweis des
Inferendums abgeſtanden hätte.
Zur Würdigung meines Miethperböltniſſes mit Jacob Burk 1. bemerke, icht Das Haus
des Jacob Burk II. habe ich um einen hohen Zins gemiethet.
Da daſſelbe jedoch nicht in einem
wohnlichen Zuͤſtande war, ſo müßten verſchiedene Reparaturen vorgenommen werden, deren Koſten⸗
betrag ich vorgeſtreckt habe. Ob dieſes für Jacob Burk II. Vortheil iſt,
ich jedem Unbefangenen zu beurtheilen. Nur Bürgermeiſtereiſchretber Burk ſcheint in ſeiner Unver⸗ ſchämtheit mehr zu wiſſen, als Miethvertrag und Uebereinkunft beſagen. Jacob Burk II. iſt übri⸗ gens wohl des, Leſens und Schreibens kundiger, als gewiſſe andere Herren, die Etwas unterſchreiben, ohne zu wiſſen, was ſienſchreihen, welches ihnen ſpäter unzweifelhaft ſehr unangenehm aufſtoßen wird.
Im Uebrigen berufe ich mich lediglich auf meine Anſprache an die Ortsbürger von
Obermörlen in. Nr. 48. dieſes Blattes,
welche Erklärung ihrem ganzen Inhalte nach ich
hiermit ausdrücklich wiedertole und erkläre nochmals den Herrn Lehrer Königs als Urheber
des Inserats in Nr. 46, d. Bl., trotz der Verſicherung des Schreibers Burk. „Ii dem Buͤrgermelſtereiſchreiber Burk(angeblich„Lehrer ch wendend, bemerke ich, erachte, mit dieſem Menſchen in die Schr mir zu einer Kritik über ſeinen Lebenswandel und 5 angreift, beſudelt ſich. Uebrigens weiß man, was für ein tief geſun⸗ Mit der Hundspeitſche ſollte ich dieſen Lotterbuben treffen, Jeder ehrbar denkende Mann würde es mir daher höchlichſt ver⸗
nur ein fortgelaufener?!) mich
doch wer Sch mütz kener Vogel er iſt. ein allzuerbärmlicher Wicht.
doch wahrſcheinlich daß ich es unter meiner Würde anken zu treten. Schreiber Burk würde Charakter nur allzureichlichen Stoff darbieten;
wäre er nicht
argen, wenn ich mit einem ſolchen niederträchtigen Menſchen, wie dieſer Burk es iſt, mich in einen
Streit einließ. Dieſer Schreiber Burk
iſt moraliſch unfähig,
irgendwie Jemanden die Ehre
abſchneiden zu können. Ich werve es daher auch unterlaffen, fernerhin noch Etwas auf Schmähungen
von dieſem nichtswürdigen Menſchen gegen mich
zu erwiedern, werde vielmehr ſelbige einzig und
allein der Beurtheilung des Publikums überlaſſen, wie ich dann überhaupt ein Urtheil über mich und dieſem traurigen Suͤbfeete jedem ehrliebenden Manne getroſt anheim gebe.
Obermörlen den 2. Jull 1840.
Oswald Riedel.
N Gegenerklärung. (1073) Der würdige Gemeinderath von Obermörlen und Herr Lehrer König daſelbſt
erklären in Nr. 50. dieſes Blattes, daß ſie,
gemachten„Verdächtigungen /, mich verklagt hätten. dei behaupteter„Unſchuld« nichts anderes zu thun übrig.
wegen den von mir gegen ſie in
Nr. 48. d. Blts. Dem Herrn Lehrer König blieb wohl, Was den Gemeinderath anlangt, ſo
erkläre ich, daß dieſe ſeine Erklärung mich freut und mein flaues Zutrauen zu ihm wieder recht
ſtark gemacht hat. tigungen /, ſprochen find, gleichzeitig Klage erhoben haben;
zu veröffentlichen. 0 Obermörlen den 2. Juli 1849.
Hoffentlich wird der löbliche Gemeinderath auch wegen anderer„Verdäch⸗ welche in Nr. 40. dieſes Blattes vom vorigen Jahre und andern Nummern ausge⸗ chen ſind es geht ja in Einem hin. Nur bitte N ſchließlich, ja nicht zu vergeſſen, das Reſultat der gerichtlichen Klage in dieſem Blatte demnächſt
Oswald Riedel.
Zur Beurtheilung. (107 Herr Rentmeiſter Riedel in Ober⸗ mörlen ſcheint bei den Einwohnern von Ober⸗ mörlen doch nicht für den Mann zu gelten, für welchen ihn der geweſene Lehrer Burk in Obermörlen in Nro, 50. d. Bl. ausgibt. Dafür ſpricht die große Anhänglichkeit und Liebe, womit dem Herrn Rentmeiſter Riedel bei dem geſtrigen Kirchweihfeſt von den hieſigen Einwohnern begegnet wurde. Es wurden ihm vier Ständchen von den hieſigen Jünglingen, unter Begleitung von Muſikchören, gebracht. Von den dabei ausgebrachten Toaſten zeichnete ſich beſondets der eines ſchlichten Jünglings aus, welcher mit den Worten ſchloß:
i„Den Rentmeiſter Riedel zu ehren Kann uns Niemand wehren“
Hierauf wurde Herr Rentmeiſter Riedel von den, einen luſtigen Marſch aufſpielenden Muſi⸗ kanten in die Mitte genommen und von der verſammelten großen Menge unter lautem Jubel in den„Grünen Baum“ begleitet, wo er noch⸗ mals auf die herzlichſte Weiſe begrüßt wurde.
Dieſer treffende Beweis von Liebe und Ach⸗ tung iſt wohl die beſte Antwort auf den Schmäh⸗ artikel des geweſenen Lehrer Burk.
Obermörlen den 3. Juli 1849.
Mehrere Orts bürger daſelbſt.
Literariſche Anzeigen.
Nervenleidende (1078) werden hiermit ganz beſonders auf⸗
merkſam gemacht auf die ſo eben erſchienene
fünfte Auflage des allleitig gewürdig⸗
ten Dr. Cernow'ſchen Schriftchens;
Dr. Hilton's Nervenpillen. geh.
Preis 10 Ngr. Zu beziehen durch C. Bindernagel in Friedberg.
(1076) Bei C. Bindernagel in Fried⸗
berg iſt ſo eben eingetroffen:
Höchſt merkwürdige Viſionen und Träume eines von Gott erleuchteten Hellſehers über
Deutſchlands ſchreckliches
Loos und herrliche Zukunft. Preis nur 6 kr.
Von dieſer merkwürdigen Schrift eines erleuchteten Geiſtlichen wurden bereits 60,000 Exemplare abgeſetzt.
Frankfurter Gold-Cours vom 5. Juli.
ö fl.] kr. Neue Louisd'or 1106.6 Friedrichsd'or 91537 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 5 Rand⸗Ducaten 5 40 20 Frankſtücke 91 39 Engliſche Souverains 12155
oder nicht, dieſes überlaſſe
ich die Herren
Kirchliche Anzeigen für Friedberg.
5. Sonntag n.
Trinit. den 8. Juli. Pfarramtliche Functionen verrichtet:
Herr Stadtpfarrer Sell.
Vormittags predigt in der Stadrkirche:
Herr Candidat Wagner.
Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fer tſch.
Vormittags predigt in der Burgkirche:
Herr Candidat Koch. Nachmittags predigt in der Burgkirche:
Herr Candidat Welcker.
lt
t pr e i ſ e.
c r u ch
Gattung.
Waizen pr. Malter e 970
erste,
Hafer„„.
4. Juli.] 29. Juni. 22. Juni
Fried⸗ 1, Die⸗ berg Mainz burg fl. kr. ft. kr. ft. ir. 2 401.937 8130 6 526 530 755 471425 345 416330
N
e i Taxe
für die Städte Friedberg und Butzbach vom 7. bis 13. Juli 1849.
Regierungsbezirks Friedberg
S I dried⸗ Bütz⸗ een prelſe berg. bach. Jb:mee 1 Leib⸗Roggenbrod 3 3 24 1 7 nnen 4 7 7. 3 9 —Milchbrod 1495 1055 Week e eee — Gemiſchte(Tafel-) Brod 145¼ 1% Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf.
1 Ochſenfleiſch näſtedes 12— 112— are gemäſtetes 9
5 wunde eee 80——— g a iich gemäſtetes 9-8— 1 Rindfſeiſch angemafet 71——— „ Kalbfleiſch* 6— 6— „ Schweinenfleiſch 11— 111— „ Hammellleiſch⸗ 9— 1 9— „ Schaaflleiſch 1 7— 7— „ Wurſt v. blos Schweinen 12— 14— „Gemiſchte Wurſt 10 fc len „ Bratwurſt 15— 16— „ Schwartenmagen 15— 16— „Geräucherter Speck 24— 24— 17 Schinken 17— 18— „„ Dörrfleiſch 171 18 „ Schweinenſchmalz, g— ausgelaſſen 24— 24—
i unausgelaſſen 20— 20—
„Nierenfett 20— 24— „[ Hammelsfett 16— 416— Die Großh. Heſſ. Regierungskommiſſion des
Ouvrier.
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C.
Bindernagel in Friedberg.
*


