Ausgabe 
7.7.1849
 
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geſetzt. Man glaubt allgemein, daß das Gold von den

Huͤgeln heruntergeſchwemmt ſei.

Ich arbeitete, wie wir alle, angeſtrengt den ganzen

Morgen hindurch. Die Arbeit iſt ſehr ſchwer, das ewige Bücken drückt natürlich den Unterleib zuſammen, während

das fortwährende Unterdemwaſſerhalten der Hände die

Haut runzelt, und zuletzt ſchmerzhaft wird. Doch was

ſind alle dieſe Unbequemlichkeiten gegen den Gewinn, mit

dem man dafür bezahlt wird!. 5. Nachdem Mr. Brooks und ſeine Gefaͤhrten, an den

unteren oderMormonen-Minen eine ziemlich ergiebige

Ausbeute gefunden, zogen ſie nach den oberen Minen, wo Mr. Marſhall damals für ſeine und Kapitän Sutter's Rechnung grub, und wo das Gold zuerſt entdeckt worden war, etwa 120 Meilen von San Francisco. Hören wir Mr. Brooks ſelbſt: f

Das Land wurde immer rauher und bergiger je weiter wir vorrückten, und als wir uns der Sägemühle

näherten, ſchienen die Hügel wirklich 1000 Fuß über die Waſſerfläche des Sacramento emporzuſteigen. Gruppen gigantiſcher Kiefern und Eichbäume wechſelten an ihren Hängen ab. Wir ſahen uns ängſtlich nach der Sägemühle um, als wir einen Schuß hörten, und gleich darauf einen Mann in weißen, weiten Beinkleidern, ſeine Füße in hirſch⸗ ledernen Mocaſſins ſteckend, einen breiten mexikaniſchen Sombrerd auf dem Kopfe und ſeine Büchſe in der Hand auf uns zukommen ſahen. Es war dies Niemand geringeres als Mr. Marſhall ſelbſt. Er empfing uns ſehr freundlich und frug nach Neuigkeiten von den untern Minen und wie es bei Sutter ausgeſehen, als wir dort durchgekom⸗

wir gute Weide für unſre Pferde fanden.

r. Marſhall hatte immer fünfzig Mann beſchäf⸗

men.

tigt Kapitän Sutter einen andern Trupp von dop⸗ pel tärke an derſelben Uferbank. Wir lagerten in einer kleinen, holzigen Niederung, am Ufer eines ſeichten

Bachs) der ſich hier dem Hauptſtrom anſchloß, und wo Mr. Marſhall's Haus lag ungefähr Meile den Fluß weiter hinauf. Nach einem guten Abendeſſen in Wildpret legten wir uns

zum Sch fen nieder. Am nächſten Morgen ritten Lacoſſe

und M' Phail mit Horry und noch zwei Extrapferden nach den Mormonen⸗Minen zurück, um die dort gelaſſenen Pro⸗ viſtonen nachzuholen. Indeſſen ging ich aus, um unſere neuen Quartiere zu recognosciren. Ich kam bald an der

Mühle an und ſah den Platz, wo das Gold zuerſt entdeckt

worden war. Hier traf ich auch Mr. Marſhall wieder. Natürlich war der Bau der Sägemühle eingeſtellt worden;

denn die Arbeiter beſchäftigten ſich entweder weiter oben

oder unten ebenfalls mit Goldgraben. Mr. Marſhall be⸗ zahlte die Indianer, die für ihn wuſchen, hauptſächlich in Waaren.. Ich ſah einen Theil ſeines Trupps. Die Män⸗ ner gingen großentheils in baumwollne Hoſen und Moc⸗ caſſins gekleidet ohne weitere Bedeckung. Sie arbeiteten mit denſelben Inſtrumenten, wie die waren, die wir in den untern Minen geſehen. Nicht weit vom Platze, wo die meiſten beſchäftigt ſtanden, ſah ich eine Anzahl Frauen und Kinder, die Eicheln in einem ausgehölten Troge mit einem langen Stein zerſtießen. Von dem alſo gewonnenen Eichelmehl backen ſie eine Art trockner, harter, ungenieß⸗ harer Kuchen, die wirklich nur ein indianiſcher Magen vertragen kann. Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. NN Auszuleihen. (103) In dem evangeliſchen Kirchenkaſten du Vilbel liegen 600 fl. zu 5 pC. gegen ge⸗

richtlichen Einfatz zum Ausleihen bereit. Für den Kirchenvorſtand: 2 Hinkel, Pfarrer. Bekanntmachung. Holzverſteigerung im Domanialwald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach betreffend. (104 Mittwoch den 11. Juli d. J. ſoll in dem überſchriebenen Diſtriete das nachver⸗ zeichnete Holz an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden: 0 24% Stecken geſchält eichen Prügelholz, birken Stockholz, 10928 Wellen geſchält eichen Reiſerholz, 32 birken Reiſerholz, Wagen voll Schlagabraumholz, 169 Gebund Ginſtern, zu Backholz, 1150 Stück Stangen, geſchält eichen, zu Baumſtützen. Nach dieſer Verſteigerung ſoll im nächſtjähri⸗ 15 Schlag, Nr. VI des Burgwalds, die aus bos, kurzer Haide und Laub beſtehende Streu⸗ nutzung, zum Selbſterndten durch die Käufer, Karren⸗ oder Wagenvollweiſe ausgeboten wer⸗ den, ungefähr 47 zweiſpännige Wagen voll. Zuſammenkunft Morgens Uhr auf dem durch den Schlag Nr. III führenden ſogenannten Ockſtädterweg.. Oberros bach den 29. Juni 1849. 0 Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Edietalla dung. 10540 Nach der auf Andringen verſchiedener Gläubiger auen Unterſuchung der Ver⸗ mögens⸗Verhältniſſe des in unbekannte Fremde ſich verfügten Haudelsmannes Moſes Oppen⸗

heimer aus Niederrodenbach, iſt es mehr als

wahrſcheinlich, vaß eine Ueberſchuldung deſſen

Vermögens vorliegt und iſt daher zu deren mehren Feſtſtellung und zum Verſuch der Güte, Termin auf den 26. Jul Morgens 10 Uhr, (als Contumazirſtunde) anberaumt worden. 1 Es werden daher ſämmtliche Gläubiger des⸗ ſelben hiermit aufgefordert, in obigem Termine ihre Forderungen, wo möglich unter Vorlage der darüber ſprechenden Urkunden entweder in Perſon oder durch gehörig legitimirte Vertreter anzumelden und bei den weitern Handlungen mitzuwirken, widrigenfalls die Nichterſchienenen und Nichthandelnden als dem Beſchluſſe der Mehrzahl beigetreten, angenommen werden. Hanau am 28. Aurfürſt. 0 8 9 urfürſtl. Heſſ. Landgericht Giller.. Nolker.

ee e zu Fried⸗

erg.

(10535) Die Erſatz⸗ und regelmäßige Er⸗ gänzungswahl des Gemeinderaths in der Stadt Friedberg findet auf dem Rathhauſe daſelbſt den 18., 19., 20, und 21. Juli d. J., von Vormit⸗ tags 9 bis 12 Uhr, unter Leitung des Unter⸗ zeichneten ſtatt, was hiermit zur Kennttuß der Intereſſenten gebracht wird. a Von den Mitgliedern des Gemeinderaths ſind Herr Philipp Werner, Herr Joh. Adam Vogt und Herr Chriſtian Ulrich durch das Loos ausgetreten, ſind jedoch wieder wählbar; außer⸗ dem find ſeit der letzten Ergänzungswahl dret Gemeinderathsmitglieder mit Tod abgegangen und find ſonach ſechs Mitglieder neu zu wählen.

In dem Gemeinderath verbleiben vorerſt fol⸗

gende Mitglieder, nämlich die Herren:

Johannes Falck, Chriſtian Fritz, Karl l

Groß, Gottlieb Kettinger, Wilheim Küm⸗ mich, Joh. Martin Simon, Georg

Steinhäußer, Karl Wahl und Hartmann Sämmiliche ſtimmfähige Ortsbürger der Stadt!

Friedberg werden hierdurch aufgefordert, an die⸗ ſer Wahl Thell zu nehmen und ſich von Be⸗ ginn der Wahl an recht zahlreich zur Abſtimmung

einzufinden, damit das Wahlgeſchäft zur Er⸗ e 8 7 5 wo möglich ſchon auf der anberaumten Fri e werden kann. g 1 a 115 W Friedberg den 3. Juli 19499. itt .Der beſtellte Wahl⸗Commiſſär.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter 0 Ben d 0

enn

SchaafpfercheVerpachtun. N

056 Montag den 9. Juli, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 510

Schaafpferche, welche den 14. Juli ihren Anfang nehmen, meiſtbletend verpachtet. 5 Friedberg am 5. Juli 1839. Der Groß. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Holz ⸗Verſteigerung. s (1057) Künſtigen Montag den 9. d. M

140

von Morgens 8 Uhr an, werden in dem Engel⸗

thaler Wald, an der Chauſfee nach Altenſtadt,

nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiftbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert:

1) 43 Stecken geſchältes eichen Prügelholz, 2) bdirken Prügelholz, 3). 164 geſchältes eichen Reigholz, 40 60 Stämme desgl. zu Bau⸗, Werk⸗ und

Nutzholz, f 5) 475 Stück desgl. Baumſtützen. Engelthal am 3. Juli 1849. Der Gräfl. Solms⸗Laubach'ſche Rentmeiſter

Grupp é. f

5 Verſteigerung. (1038) Dienſtag den 10. Juli d. J., des W um 1 a Uhr, ſoll ein der Gemeinde Reichelsheim zugehöriger 2 Jahre alter Faſel⸗ ochſe 10 Rathhauſe daſelbſt meiſtbietend ver⸗ Fee D J 3 Reichelsheim den 3. Juli 184 9.

Schmid, Bürgermeiſter.

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