Ausgabe 
26.7.1848
 
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N 2 40-

Dieſe Regierungsform iſt es, die die meiſten Buͤrg⸗ ſchaften der Volkswohlfahrt darbietet, ſie iſt es, die von der unendlich größern Mehrheit des Geſammtvolks gewünſcht und gewollt wird, und nur dann, wenn ſie durch unſere Re volution ins Leben gerufen wird, nur dann, wann unſere Revolution nicht durch ferneres Blutvergießen entweiht wird, nur dann iſt dieſe Revolution ein wahres Zeugniß der Größe des deutſchen Volkes.

Protocoll der 3. Ausſchußſitzung des vaterländiſchen Vereins im 3. Wahlbezirk des Großherzogthums Heſſen.

Da ſich nicht die nach§. 10. der Satzungen zur Beſchlußfaſſung erforderliche Anzahl Ausſchußmitglieder eingefunden hatte, ſo erklärt ſich die Verſammlung blos für eine berathende.

Folgende Anträge kamen zur Beſprechung:

1) Der Antrag des Friedrich Eck, Abänderung des §. 9. der Satzungen betreffend.

2) Der Antrag des J. Euler, daß der Verein irgend eine Farbe annehmen wolle. Hierauf wurde bemerkt, daß der Verein die durch ſeine Satzungen ausgedrückte Farbe behalten ſolle.

3) Der Antrag von Emmerich, Vorbach und Sauer, betreffend die Verpachtung großer Güter an die Ge

meinden. Vorbach und Emmerich begründen den

Antrag. Seeger unterſtützt ihn und wünſcht, daß

man die Eigenthümer großer Pachtgüter veranlaſſen

möge, nach dem Beiſpiel des Grafen von Erbach

Schönberg alsbald ihre Grundſtücke parzellenweiſe

an die Einwohner derjenigen Orte zu verpachten,

zu deren Gemarkung die betreffenden Grundſtücke ge hören. Dieſer wichtige Gegenſtand ſoll in der Sonn tag den 6. Auguſt zu Okarben ſtattfindenden Verſammlung ausführlich zur Sprache kommen.

4) Der Antrag des Pfarrers Maas, betreffend die

Oeffentlichkeit der Gemeinderaths⸗, Kirchen⸗ und

Schulvorſtandsſitzungen. Die Erklärung des Antrag

ſtellers daß er von nun an die Kirchen- und Schul⸗

vorſtandsſitzungen öffentlich halten werde, wurde mit

Beifall aufgenommen.

Neue Anträge wurden geſtellt:

1) Von Vorbach aus Okarben, betreffend die Tren nung des Vereins in zwei Spezialvereine,(Starken burg und Oberheſſen).

) Von Engelhard vom Wildhof, betreffend Abhilfe der Jagdexceſſe. 82

3) Von demſelben, die Verlegung der Verſammlungen der Reihe nach in die verſchiedenen Orte, welche ſich bei dem Verein betheiligt haben.

4) Von Komo und Mich. Schließmann aus Klein- welzheim, die Selbſtſtändigkeit der Gemeinden betreffend.

Sämmtliche Anträge wurden auf die nächſte Tages ordnung geſetzt. Schließlich wurde von Lehrer Eck aus Offenbach noch der Wunſch ausgeſprochen, jeder Local verein wolle alsbald ein genaues Verzeichniß der Vereins⸗ und Ausſchußmitglieder an den Vorſitzer einſchicken. Der Vorſitzer wurde beauftragt, eine deßfallſige Bekanntmachung in die beiden Kreiswochenblätter zu Offenbach und Friedberg einrücken zu laſſen.

Seligenſtadt am 16. Juli 1848. Der Vorſitzer Die Schriftführer P. Wagner. Perron. Seeger.

Etwas zum Lachen.

In der von Herrn Dr. v. Löhr zu Worms heraus gegebenen radikal⸗demokratiſchen Zeitſchrift Neue Zeit, ſteht, daß der, welcher bei der Reichsverſammlung den kühnen Griff gethan Gagern für Gold ſein Vaterland an den Norden verkauft habe. f

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

S ινιιονν ννιν

Verſteigerung. (1009) Donnerſtag den 27. d. M., Vormit⸗ tags um 9 Uhr, ſoll die ſog. Spuckenmühle bei Niederwöllſtadt, erbabtheilungshalber, öffentlich an den Meiſtbietenden, gegen baare Zahlung, verſteigert werden.

Niederwöllſtadt den 15. Juli 1848. Der Großh. e o ſt.

Bekanntmachung.

(1017) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die von der Stadt Fried⸗ berg errichtete Brückenwaage nunmehr dem öffentlichen Verkehr übergeben wird.

Die Waaggebühren ſind bis auf weitere Be⸗ ſtimmungen, einſchließlich aller Koſten, feſtgeſetzt als:

1) von einem Zentner Heu und Stroh kr.

2) von einem Zentner Frucht, Aepfel, Kar⸗ toffeln ꝛc. 1 kr.

Friedberg am 19. Juli 1848.

Der Großh. Heff. Bürgermeiſter Bender.

Marktverlegung.

(1021) Der im Landkalender auf den 1. und 2. Auguſt d. J. bezeichnete Markt zu Düdels⸗ heim, wird für die Folge nicht mehr an dieſen Tagen, ſondern wieder wie früher am 1. Diens⸗ tag und Mittwoch nach Egidius, für das Jahr 1848 alſo am 5. und 6. Septbr, abgehalten.

Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, die⸗ ſes in ihren resp. Gemeinden mit dem Be merken zu veröffentlichen, daß den 2. Markt⸗ tag, Mittwoch den 6. Septbr., Viehmarkt ſein ſoll, auf welchem Auf- und Abtrieb-Gelder nicht gezogen werden.

Düdelsheim den 13. Juli 1848.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Wolf.

Edictalla dung. (1040) Die Heinrich Briels Wittwe von hier hat um Zuſammenberufung ihrer Gläu⸗ biger zum Verſuche eines Arrangements gebeten, weßhalb bekannte wie unbekannte Gläubiger derſelben hiermit aufgefordert werden,

Freitag den 11. Auguſt, Morgens 10 Uhr, zu erſcheinen und etwaige Anſprüche anzumelden und rechtlich zu begründen, auch Vorſchläge wegen des Güteverſuchs anzuhören, als von den Ausbleibenden angenommen wird, daß ſie gegen Ausführung eines zu Stande kommenden Arrangements nichts einzuwenden hätten.

Friedberg den 13. Juli 1848.

Großh. Heſſ. Landgericht Gilmer. Zeitz. Frucht ⸗Verſteigerung. (1041) Montag den 31. Juli, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 50 bis 60 Malter Korn, zweimalterweis, meiſtbie⸗ tend verſteigert. Friedberg den 22. Juli 1848.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter

Bender. Schaafpferche⸗ Verpachtung.

(1042) Mittwoch ben 26. Juli, Vormittags um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe

5 bis 10 Schaafpferche, welche den 29. Juli ihren Anfang nehmen, meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 22. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Verſteigerung. (1043) Montag den 31. Juli, Vormittags um 11 Uhr, werden an hieſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend verſteigert, als:

1) zwei Pferde,

2) drei Kühe,

3) ein Rind und

4) drei Wägen.

Friedberg den 24. Juli 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Verſteigerung.

(104) Donnerſtag den 27. Juli, Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll auf dem Rathhaus zu Niederwöllſtadt die Anlieferung der erforder⸗ lichen Pflaſterſteine aus dem Aſſenheimer und Ilbenſtädter Steinbruch zur Herrichtung elner Ortsſtraße und Viehtränke, ſowie die Pflaſter⸗ arbeit, an die Wenigſtfordernden in Accord ge⸗ geben werden: fl. 1) Pflaſterſteinlieferung, veranſchlagt zu 120 2) Pflaſterſandlieferung 61 3) Pflaſterarbeit 12⁰

Niederwöllſtadt den 22. Juli 1848. Der Großh. 175 en

o ſt.

Arbeits ⸗Verſteigerung.

(1045) ODonnerſtag den 27. Juli l. J., Vor⸗ müttags um 10 Uhr, ſoll das Brechen von