Intelligenz- Glatt
18. Juli men für die N tl N Sta 1 + N geen. Provinz Oberheſſen b igt N ert im Allgemeinen, ö Stad 1 e: 1 1 i ä — den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke ö Durgfg⸗ im Beſonderen. Burgkirch;.
. M 56. Mittwoch, den 19. Juli 18438. ie. 0
7 An das deutſche Volk!
Deutſche! Eure in Frankfurt verſammelten Vertreter haben mich zum deutſchen Reichsverweſer erwählt. 3 Unter dem Zurufe des Vertrauens, unter den Grüßen voll Herzlichkeit, die mich überall empfingen und die mich
770 rührten, übernahm ich die Leitung der proviſoriſchen Centralgewalt für unſer Vaterland.— Deutſche! nach * 303 Jahren des Druckes wird Euch die Freiheit voll und unverkürzt. Ihr verdient ſie, denn Ihr habt ſie muthig — und beharrlich erſtrebt. Sie wird Euch nimmer entzogen, denn Ihr werdet wiſſen ſie zu wahren.— Eure 1 Vertreter werden das Verfaſſungswerk für Deutſchland vollenden. Erwartet es mit Vertrauen. Der Bau will 1 Bude mit Ernſt, mit Beſonnenheit, mit ächter Vaterlandsliebe geführt werden. Dann aber wird er dauern, feſt wie 11848 Eure Berge.— Deutſche! Unſer Vaterland hat ernſte Prüfungen zu beſtehen. Sie werden überwunden werden.
Eure Straßen, Eure Ströme werden ſich wieder beleben, Euer Fleiß wird Arbeit finden, Euer Wohlſtand wird ſich heben, wenn Ihr vertrauet Euren Vertretern, wenn Ihr mir vertrauet, den Ihr gewählt, um mit Euch
Deutſchland einig, frei und mächtig zu machen.— Aber vergeßt nicht, daß die Freiheit nur unter dem Schirme der Ordnung und Geſetzlichkeit wurzelt. Wirkt mit mir dahin, daß dieſe zurückkehren, wo ſie geſtört wurden. Dem verbrecheriſchen Treiben und der Zügelloſigkeit werde ich mit dem vollen Gewichte der Geſetze entgegentreten. Der deutſche Bürger muß geſchützt ſein gegen jede ſtrafbare That.— Deutſche! Laßt mich hoffen, daß ſich Deutſchland eines ungeſtörten Friedens erfreuen werde. Ihn zu erhalten iſt meine heiligſte Pflicht.— Sollte aber die deutſche Ehre, das deutſche Recht gefährdet werden, dann wird das tapfere deutſche Heer für das Vater— land zu kämpfen und zu ſiegen wiſſen. Frankfurt am Main, den 13. Juli 1848.
Der Reichsverweſer: Erzherzog Johann.
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Die Reichsminiſter: Schmerling. Peucker. Heckſcher. Allerhand Erlebtes, Geleſenes und Gedachtes. aber auf hohem ſteilem Berge den Tempel der Ver⸗ (Fortſetzung von Nro. 55.) herrlichung, in Flammenſtrahlen erglänzend— es war
II. In den Himmel.
In demſelben Buche, von dem ich oben geredet, ſteht eine andere Geſchichte von einem Manne, namens Herkules, die gleichfalls der Mittheilung werth ſcheint.
Herkules der Sohn des Zeus und der Alkmene, war ein Inbegriff männlicher Kraft und Vollkommenheit. Seine Jugend brachte er zu mit Erlernung der dem zu⸗ künftigen Helden nothwendigen Fertigkeiten und Künſte und als er ins Mannesalter trat, da geſchah es, daß einſtens zwei Geſtalten ihm erſchienen, deren jede ihn zu ſich rief; die eine, halbnackt mit verführeriſchem Blicke und Ton bot die Fülle ſinnlicher Luſt— es war das Laſter; die andere, ſittſam verhüllt, zutrauenerweckend mit freundlichem Wort wies auf rauhen Weg, an deſſen Ende
die Tugend. Herkules ſtand am Scheidewege zwiſchen Laſter und Tugend und wie ſehr auch das erſte lockte und winkte, wie wenig die zweite auch bot, was dem ſinnlichen Menſchen behagte, doch warf er ſich der letztern in die Arme und begann ſofort den Kampf. Nicht leicht war dieſer Kampf, denn Herkules, als Knecht des Euryſtheus geboren, hatte in demſelben einen gar ſchlim— men Herrn, einen Herrn, der ihn ob ſeiner Kraft mit neidiſchen Augen betrachtete und der eben aus Neid und Furcht dem in ſeinem Dienſte ſtehenden Gewaltigen Dinge zumuthete und gebot, die ganz unmöglich ſchienen, die aber Herkules doch alle vollbrachte. Es würde zu weit führen, wenn wir über die Großthaten des Herkules uns weiter verbreiten wollten,— genug er führte ein Leben voll unſäglicher Mühſale und Beſchwerden, ein Leben, das


