Intelligenz- Blatt
fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke
im Beſonderen.
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M39.
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Mittwoch, den 17. Mai
1848.
Bel der heute dahier fuͤr den 8. Wahlbezirk des Großherzogthums Heſſen ſtatt—
gehabten Wahl des Abgeordneten zur conſtituirenden Nationalverſammlung in Frankfurt, wurde Herr Guſtav Hofmann, Großh. Heſſ. Landrichter zu Friedberg, mit
194 Stimmen erwaͤhlt.
Friedberg den 15. Mai 1848.
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Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: die Muſterung für 1848. In dem hieſigen Kreiſe wird die diesjährige Muſterung, reſp. Loosziehung, am 1. bis 7. Juli d. J. vorgenommen. Am 1. Juli l. J., Morgens präcis 28 Uhr, haben die Gr. Bürgermeiſter mit den Conſcriptionspflichtigen ſich einzufinden aus den Bürgermeiſtereien:
Altenſtadt, Bodelrod, Butzbach, Aſſenheim, Bönſtadt, Büdesheim, Bauernheim, Bruchenbrücken, Fauerbach J., Beienheim, Burggräfenrod, Fauerbach II.
Am 3. Juli l. J., Morgens präcis 28 Uhr, dezgl. Florſtadt, Großkarben, Hochweiſel. Friedberg, Heldenbergen,
Am 4. Juli d. J, Morgens präcis 28 Uhr, desgl. Holzhauſen, Kleinkarben, Niedereſchbach, Höchſt, Langenhain, Niedermörlen, Ilbenſtadt, Maibach, Niederrosbach, Kaichen, Melbach, Niederurſel, Kirchgöns, Münſter, Niederweiſel.
Am 5. Juli l. J., Morgens präcis 38 Uhr, desgl.
Niederwöllſtadt, Okarben, Ockſtadt, Oberau, Obermörlen, Oppershofen, Obererlenbach, Oberrosbach, Oſtheim, Obereſchbach, Oberwöllſtadt, Petterweil.
Am 6. Juli l. J., Morgens präcis 28 Uhr, desgl.
Pohlgöns, Rommelhauſen, Steinbach, Rendel, Rödelheim, Steinfurt, Rockenberg, Stammheim, Vilbel, Rodenbach, Södel, Wickſtadt. Rodheim,
Die Prüfung der Excapitulanten und Nicht⸗Excapi⸗ tulanten, welche ſich zum Einſtehen gemeldet haben, erfolgt ſtets an dem Tage, an welchem die Conſcriptionspflichtigen ihres Orts gemuſtert werden, und zwar ſogleich nach be— endigtem Muſterungsgeſchäfte. Die Entſcheidung über die Depotanſprüche, wobei die Depotanſprechenden ſich gleich⸗
zeitig unfehlbar einzufinden haben, erfolgt jedesmal nach beendigter Muſterung.
Am 7. Juli d. J. wird ſodann von den ſämmtlichen Conſcriptionspflichtigen das Loos gezogen und haben ſich die Großh. Bürgermeiſter ꝛc. mit den Conſcriptionspflich⸗ tigen präcis 28 Uhr Morgens dahier einzufinden. Da es mit großer Störung für das Geſchäft verknüpft iſt, wenn, wie dies zuweilen geſchehen, Einzelne von Ihnen nicht zur rechten Zeit zur Hand ſind, ſo erwarte ich von Ihnen, daß Sie ſich pünktlich um 8 Uhr auf hieſigem Rathhauſe ein— finden. Gegen diejenigen, welche hiergegen handeln, müßte mit unangenehmer Verfügung vorgegangen werden.
Sie werden die Militarpflichtigen und ſich zum Ein⸗ ſtehen ſchon gemeldet habenden Leute Ihrer Bürgermeiſte— reien alsbald um ſich verſammeln, ſie von dieſen Anord— nungen in Kenntniß ſetzen, ſich um deren Verhältniſſe genau erkundigen, und diejenigen, welche an ſinnlich nicht wahr— nehmbaren Fehlern und Gebrechen, als Kurzſichtigkeit, Schwerhörigkeit, fallender Sucht ꝛc. ꝛc. leiden, veranlaſſen, den Beſtimmungen im F. 10 Ziffer 6 und im§. 127 der Verordnung vom 30. April 1831 vollſtändig Genüge zu leiſten. Als vorzügliche Mittel zum Erweis dieſer oben be— nannten und andrer im Reglement vom 22. April 1834 (Regierungsblatt Nr. 42 von 1834) näher bezeichneten nicht erkennbaren Uebel gebe ich auch hier an:
a) Beſcheinigung der Phyſikatsärzte oder derjenigen Aerzte, welche die Dienſtpflichtigen behandelt haben, wenn letztere an Uebeln zu leiden angeben, die eine Folge überſtandener Krankheiten oder Verletzungen ſein ſollen;
b) Atteſtate der Geiſtlichen und Schullehrer, deren Unter— richt der Militärpflichtige genoſſen hat, jedoch wird hier, ſowie bei allen andern Zeugniſſen dieſer Art, er— fordert, daß ſie ſich genau darüber ausſprechen, zu welcher Zeit der Militärpflichtige an dem betreffenden Uebel gelitten hat, und ob es Ausſteller bekannt ſeie, daß daſſelbe noch jetzt(zur Zeit der Muſterung) fortdaure;
c) Zeugniſſe der Bürgermeiſter und Gemeinderäthe, wobei zu bemerken iſt, daß, wenn dergleichen nur von einzel— nen Mitgliedern und nicht von der, zu einem geſetz— lichen Beſchluß des Gemeinderaths(nach Vorſchrift der Gemeindeordnung) erforderlichen Anzahl derſelben, ausgeſtellt ſind, dieſelben nur dann volle Gültigkeit haben, wenn ſie eidlich vor Gericht abgelegt wurden;
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