Deutſcher Volksverein in Friedberg.
(1752) Oeffentliche Sitzung Sonntag den 17. d. M., nach Schluß des Bezirkstags, im Gerlach'ſchen Saale.
Zum Verkaufen.
(1753) Eine Quantität guten Hopfen, wel⸗ cher auch im Pfund abgegeben wird, hat zu verkaufen P. Falck.
Anzeige.
(1750 Der Unterzeichnete beehrt ſich einem verehrten Publikum die Anzeige zu machen, daß er ſich als Barbier und Heilgehülfe dahier etablirt hat. Indem er verſpricht, durch promp⸗ teſte Bedienung ſich das in ihn geſetzte Zutrauen zu erhalten, ſpricht er den Wunſch aus, recht vielfach in ſeinem Geſchäfte in Anſpruch genom⸗ men zu werden.
Friedberg den 13. Dezember 1848.
H. Diehl, Heilgehülfe.
Meine Wohnung iſt bei Hrn. Schneidermeiſter Fauſt, Eck der Köhlergaſſe und nächſt dem neuen Schulhauſe.
Von dem Actien⸗Anlehen
(1755) der Friedberger Turngemeinde ſind die Nummern
81, 93, 124, 41, 95,
102, 97, 114, 64, 53, durch Verlooſung zur Rückzahlung beſtimmt worden, was zur Kenntniß der Inhaber mit dem Bemerken gebracht wird, daß von Ablauf d. J. an keine Zinſen mehr vergütet werden und die Erhebung des Betrags gegen Rückgabe der quit⸗ tirten Actien, bei dem Rechner H. Fink jeder⸗ zeit geſchehen kann.
Friedberg den 13. Dezember 1848. Der Vorſtand.
Anzeige. (17560) Der Unterzeichnete beehrt ſich einem verehrten Publicum die Anzeige zu machen, daß er ſich als Herrenkleidermacher dahier etablirt hat; indem er verſpricht, gute Arbeit zu liefern, hegt er auch zugleich den Wunſch, recht vielfach in ſeinem Geſchäft in Anſpruch genommen zu werden.
Friedberg am 13. Dezember 1848. H. Schwalm, Herrenkleidermacher, wohnhaft bei P. Mann auf dem Haugk.
Erklärung.
(1157) Bezüglich des Inſ. 1739 in Nr. 98 des Int.⸗Bl. diene dem Publicum zur Nachricht, daß ich gegen den Einſender bei Gr. Landgericht Friedberg Klage erhoben habe und werde das Reſultat derſelben ſeiner Zeit veröffentlichen. Altenſtadt. Brack.
Erwiederung auf das Inſerat 1713 Nro. 97 des Intelligenz⸗ Blattes, wegen der angekauften Butter, welche ſo übelſchmeckend geweſen ſein ſoll.
(1758) Ich frage einen Jeden, ob bei einer Kuh, die ſchwer trächtig iſt, die Milch und But⸗ ter eben ſo geſchmackhaft iſt wie bei einer friſch⸗ melkenden. Sie ſagten, es wären Käsmatten darunter geweſen; aber ſehr zu bewundern iſt,
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daß man die Butter nicht ſogleich beim Auf⸗ ſchneiden, wo ſich die Käsmatten befanden, auf das Gr. Landgericht gebracht hatte. Man hatte aber zuerſt einen Theil davon gegeſſen, dann Schmelzbutter davon gemacht und den übrigen Theil mir um den Kaufpreis wieder angeboten; das iſt mir ſehr auffallend geweſen, indem ich beinahe 40 Jahre Butter verkaufe. Wie glücklich wäre ich geweſen, wenn ich/ Pfund Käsmatten darunter gemacht hätte; das/ Pfund koſtet 5% kr., für das/ Pfund Käsmatten bekomme ich 2½ kr., bleiben mir noch 2/ kr.; was für einen Gewinn! Ich glaube dem Butterpublikum genug dargethan zu haben, daß ich dieſen Gegen⸗ ſtand auf Seel' und Seligkeit weder gethan noch gedacht habe.* A. M. Plaz.
7 e Nicht zu uͤberſehen.
(1759) Bei dem vom 5. auf den 6. d. M. Abends zwiſchen 8 und 9 Uhr ausgebrochenen Brandunglücke dahier, eilten alle benachbarten Orte herbei, um Hülfe zu leiſten, nur die Ge⸗ meinde Oberwöllſtadt, welche eine der erſten ſein ſollte, blieb zu Haus. Es läßt ſich hier gerade nicht urtheilen; wahrſcheinlich lagen die Leute in ihrem erſten Schlaf und der Nacht⸗ wächter hat vielleicht ein blodes Geſicht und hatte den großen Schein am Himmel nicht vernom⸗ men, vielleicht iſt es auch ein alter betäubter Mann, der die Sturmglocken von allen Thurmen nicht hörte; vielleicht hat auch der Nachtwächter ſeine Schuldigkeit gethan und hat es dem Bür⸗ germeiſter angezeigt und Herr Bürgermeiſter Diel dachte die Koſten zu ſparen. Es iſt freilich gut, wenn man einen ſolchen ſparſamen Mann in einer Gemeinde bat. Schließlich können wir f Dank für die Gemeinde Oberwöllſtadt paren.
Jedoch die Gemeinde Oberwöllſtadt nicht al⸗ lein, ſondern auch die Stadt Friedberg bediente ſie mit gleichſeitiger Hülfe, wo die Gemeinde Bruchenbrücken mit großem Verlangen harrte und um Hülfe ſchrie. Ach es rührte ſie kein Rufen des Thurmwächters, der ſogar den Ort noch angab, wo ſich das Feuer befand. Einem jeden kann man's freilich nicht verdenken; der eine ſaß vielleicht beim Weinglas, der andere bei einer ſchönen Caſſino-Geſellſchaft; vielleicht wollten ſich auch die Herren nicht beſchmutzen. Wir fragen nun die Stadt Friedberg, ob ſie dann den Thurmpächter blos dafür hingeſetzt habe, daß er das Feuer ausruft und ſie es dann nur beurtheilen oder fich damit ergötzen wollen; wenn er für ſonſt nichts da iſt, ſo rechnen wir ſolchen für überflüſſigz die Herren Gensdarmen blieben dann auch zurück, wahr⸗ ſcheinlich weil die Feuerſpritze von Friedberg auch nicht fort machte; anſichtlich ſind dieſe nur dafür da, die Friedberger Spritze zu be⸗ wachen.
Aber für die hülfereichen Orte, nämlich: Aſ⸗ ſenheim, Ilbenſtadt, Niederwöllſtadt, Bönſtadt, Florſtadt, Dornaſſenheim, Okarben, Burggrä⸗ fenrod, Oſſenheim und dann die Uebrigen, die wir nicht alle überſehen konnten, ſagen wir un⸗ ſern herzlichſten Dank.
Bruchenbrücken
den 12. Dezember 1848.
Mehrere Ortsbürger daſ.
Wit e rag t ſſch e
Ahn z e ige.
Zu Weihnachts⸗Geſchenken
empfiehlt
die Buchhandlung von C.
Vindernagel in Kriedberg
ihr wohlaſſortirtes Lager von Kinder- und Jugendſchriften, Bilderbücher, Andachts⸗ bucher und ſonſtigen zu Geſchenken paſſenden Werken.
i
Kirchliche Anzeigen für Friedberg.
3. Advent⸗Sonntag den 17. Dzmbr. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Diaconus Baur. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Kullmann. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch.
(Der Gottesdienſt in der Burgkirche bleibt noch ausgeſetzt.)
Fruchtpreiſe.
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13. Ozbr. 1. Dzbr. 23. Aug.
Gattung. Fried⸗ Die⸗ berg Mainz——
g fl. f kr. fl. kr. ff. r. Waizen pr. Malter 751 5 2910 5 Korn„ 5 18 521 6— Gerſte„„ 5 41121 419 510 Hafer 7 7 215813 531—4—
Polizei- Taxe fuͤr die Städte Friedberg und Butzbach vom 16. bis 22. Dezbr. 1848.
8 5 Fried⸗ Buß⸗ 85 Brod-Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. kr. pf 1 Leib⸗Roggenbrod 2 17 2, 77 4 1 4 4 , 2 8 18 1 5 Lth. th — Milchbrod 5* 5 81 Waſſerweck 15 155 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 16 16 Fleiſch-Preiſe. pf pf 1 Ochſenfleiſch 15 12— 12— 1 gemäſtetes 9e „Kühſteiſch ee S i zg ze gemäſtetes 8— 8— 1 Rindſteiſch ungemäſtetes e „ Kalbfleiſch 8 „ Schweinenfleiſch 19 „ Hammellleiſch 8— 8— „ Schaaflleiſch 7 7— „ Wurſt von blos Schweinen 14— 14— „ Gemiſchte Wurſt 160 „Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 17— 16— „Geräucherter Speck 24— 24— „ Schinken 19— 118— „ Dorrfleiſch 19— 18— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24— 24— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 1161— 161—
Die Großh. Heſſ. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg. Müde
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.
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