Ausgabe 
16.2.1848
 
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Intelligenz

-»Olatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke

im Beſonderen.

M14.

Auszüge aus dem Regierungsblatte.

Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 3. von 1848. (Fortſetzung.)

IV. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: dem Kammerherrn u. Ceremonienmeiſter, Oberappell⸗ u. Caſſ.⸗Gerichtsrath Frhrn. v. Münch⸗Bellinghauſen für den kf. ruſſ. St. Annenorden 2. Cl., dem Kammerherrn u. Geh. Regierungsrath Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau für den St. Stanisfausorden 2. Cl. f

V. Dienſtnachrichten: Am 15 Dez. wurde der Riviſionscon⸗ troleur Schlöß mann zu Mainz zum Niederlageverwalter und der Con⸗ troleur b. d. Nebenzollamte zu Bingen Schlapp, zum Reviſtonscontroleur b. d. Hauptzollamte Mainz, der Ortseinnehmer, Controleur Acker⸗ mann zu Heppenheim zum Controleur b. d. Nebenzollamte zu Bingen und E. Kuhlmann aus Darmſtadt zum Gehülfen b. d. Hauptzollamte zu. Mainz; 23. der kath Pfarrer u Prof der Theol Dr. Hartuggel zu Gießen auf 5 Jahte zum Decan des kath. Decanats Gießen ernannt; 24. dem Pfarrverweſer Kaiber zu Nordheim die evang. Pfarrſtelle daſ. übertragen; Revierförſter Reibeling zu Grebenau, auf ſein Nachſuchen in das Revier Alsfeld, mit dem Wohnſitz zu Eifa, und Dr. Juſtus zu Eichelſachſen in das Revier Grebenau verſetzt, ſodann Forſteandidat Heyer aus Oberramſtadt zum Revierförſter in Obereſchbach; 25. Forſteand. Billhardt aus Bingen zum Revierförſter in Eichelſachſen; 25. Forſt⸗ cand. Erdmann aus Höchſt zum Revierförſter für Roßdorf; 27. Forſt⸗ cand. Frhr. von Lehmann aus Darmſtadt zum Revierförſter in Duden⸗ hofen und am 28. Forſtcand Klipſtein von Bingenheim zum Revier⸗ förſter in Jägersburg ernannt; an demſelben Tage dem evangeliſchen Pfarrer Küchler zu Kleeſtadt die Pfarrſtelle zu Egelsbach übertragen; 29. Forſtcand Löwer zu Darmſtadt zum Revierſörſter in Niederamſtadt, Forſtcand. Pückel aus Büdingen von dem Herrn Fürſten zu Iſenburg⸗ Büdingen zum Revierförſter in Vonhauſen und am 30. Forſtcand Dr. v. Schmalkalder aus Gießen zum Revierförſter in Wimpfen ernannt; an demſ. Tage dem Schulvicar Bangel zu Gönnern die evang. Schul⸗ lehrerſtelle daf übertragen: 31. Forſtrand. Lang von Lengfeld zum Revier⸗ förſter in Vadenrod ernannt;. Jan. Kreisrichter Uhler zu Alzey zum Richter bei dem Kreisgerichte zu Mainz, Landgerichtsaſſeſſor Bücking zu Grünberg zum Aſſeſſor m. St. bei dem Landgerichte Gießen, Hofger. Secr.-Acceſ. Zeitz zu Offenbach zum Aſſeſſor m. St. b. d. Landgerichte Grünberg und Hofg.⸗Secr.⸗Acceſ. Dr. v. Krug zu Gießen zum Aſſeſſor m. St. bei dem Stadtgerſchte daſ, ernannt; 5. der Vicar an der 2. Stadtknabenſchule zu Alzey, Dr. Ennemoſer, zum Lehrer an der Ge⸗ meindeſchule daſ. ernannt; dem Schullehrer Schwarz zu Guntersblum die Lehrerſtelle 3. Cl. an der Gemeindeſchule zu Alzey und dem Schul⸗ vicar Lichtenäcker zu Guntersblum die kath. Schullehrerſtelle daf. über tragen; 6, der Hauptzollamtsgehülfe Raab zu Mainz zum Ortseinneh⸗ mer zu Heppenheim, und Hermann Rau aus Darmſtadt zum Ge⸗ hülfen beim Hauptzollamte in Mainz; 7. Friedensrichter Fiſcher zu Pfeddersheim und Ado.⸗Anwalt Brück zu Alzei zu Richtern bei dem Kreisgerichte zu Alzey, ſodann Ergänzungsrichter Neiling zu Mainz zum Friedensrichter zu Pfedderoheim, Gerichtsacceſſiſt Valkenberg zu Mainz zum Subſtituten des Staatsproeurators bei dem Kreisgerichte zu Alzey, Gerſchtsacceſſiſt Dr! Jul, Herm. Schalk zu Mainz zum Hono⸗

Mittwoch, den 16. Februar

1848.

A

rar⸗Subſtituten des Staatsprocurators bei dem Kreisgerichte das. ernannt, und dem Gerichtsacceſſiſten Gaßner zu Mainz die neu errichtete Nota⸗ riatsſtelle im Bezirke Wörrſtadt⸗Niederslm, mit dem Amksſitze zu Wallert⸗ heim übertragenz 10. dem Chriſtian Weichſel zu Beerfelden das Patent als Geometer 3. Cl. für d. L. B. Erbach ertheilt; 14. Gerichtsgereſſiſt Heinr. Schalk zu Mainz zum 2. Ergänzungsrichter bei dem Friedens⸗ gerichte zu Woͤrrſtadt ernannt; 12. dem Schulvikar Haſſelbaum zu Steinfurth die 2. evangeliſche Schullehrerſtelle zu Seeheim Übertragen. (Schluß folgt.)

Mitbürger! Freunde! Brüder!

So lange der Herr nicht verzieht, die Meuſchen heim⸗ zuſuchen mit allerlei Trübfal, Noth und Gefahr, ſo lange müſſen wir offen hakten Herzen und Hände, damit uns des Elendes Anderer jammern könne und damit wir herzutreten und williglich helfen und retten, wo immer und ſo weit wir's vermögen. Verſchließen wir Herzen und Hände, ſelbſtſüchtig uns beſchränkend auf die Förderung eigenen Wohles, auf die Linderung eigenen Leides, eitelen Sinnes voll nur das, was unſern Beſitz mehrt, fuͤr Gewinn, Alles, was ihn mindert, für Verluſt haltend, wie iſt da die Liebe in uns des echten Glaubens Frucht, an der wir als Chriſti Jünger erkannt werden ſollen? wo iſt da der himm⸗ liſche Sinn, der dahinten läſſet, was von dieſer Erde iſt und ſtets nach Oben trachtet? wo iſt da das Streben, ähnlich zu werden dem, nach deſſen Bilde wir geſchaffen ſind und der da will, daß Allen geholfen werde, ähnlich zu werden dem, der uns als leuchtendes Muſter vorange gangen iſt und die größte Liebe ſeinen Mitmenſchen bewieſen hat, die, daß er ſein Leben für ſie ließ am Holze, auf dem der Fluch lag?

Freunde! Brüder! Dem, von dem Glück und Un⸗ glück kommt, Armuth und Reichthum, Leben und Tod, der die Menſchen hoch macht und niedrig nach ſeinem Wohl gefallen, deſſen Rath wir nicht verſtehen und iſt wunder barlich, wie er regieret, dem Ewigen und in Ewigkeit Hochgelobten hat es gefallen, einen Theil ſeiner Menſchen⸗ kinder mit einer Trübſal heimzuſuchen, wie ſie in unſerm civiliſirten und kultivirten Europa ſchon ſeit Jahrhunderten ihres Gleichen nicht hat und wie ſie faſt das Maas des Glaubens überſteigt und dieſe armen Geſchlagenen ſind die Bewohner der ſüdöſtlichen Kreiſe Schleſiens.

Wohl habt Ihr, meine Brüder, ſchon Schilderungen