Eigennutze und ſich gebende Autorität, was
Anderes in petto..
Georg Jacob Heep in Büdesheim.
Erwie derung.
(1006) Vor einigen Tagen wurde ich auf einen Artikel in Nro. 50 des Friedberger In⸗ telligenzblattes, unter der Ueberſchrift:„Theurer Rath“(928) aufmerkſam gemacht, worin ein gewiſſer Mühlknecht Haſſelbach vorbringt, er habe mir für gekauften und bei mir gefaßten Waizen 10 fl. zuviel bezahlt, welche ich ihm, auf ſeine Reklamation, nicht zurück, wohl aber den Rath gegeben habe, beſſer aufzupaſſen u. ſ w. Dieſe Irrthumsklage iſt dahin zu berichtigen, daß Haſſelbach, gegen Oſtern l. J., allerdings bei mir Waizen gefaßt und bezahlt, das Geld auf den Tiſch gezählt, nochmals überzählt und richtig gefunden hat, und daß auch ich die Summe richtig gefunden und das Geld zu mei⸗ ner Kaſſe gethan habe. Aber erſt nach Ver⸗ lauf von acht Tagen reklamirte Haſſelbach den erwähnten, angeblich zu viel bezahlten Be⸗ trag und ich konnte demſelben— da mir von einem Zuvielempfang durchaus nichts bekannt war, keinen anderen Rath geben als den, daß er bei ſeinen Zahlungen aufpaſſen möge. Daß ich zu dem Mackler Grill geſagt haben ſoll: „es ſey mir wie ein Traum, als hätte ich 10 fl.
„ 230.
zu viel empfangen, iſt eine freche Lüge. Wenn man indeſſen berückſichtigt, daß Haſſelbach noch an demſelben Tage, wo er doch wohl mit ſeinem Dienſtherrn abgerechnet hatte, den angeblichen Verluſt entdecken und alſo gleich Nachforſchungen anſtellen mußte, was er aber nicht gethan hat, ſo wird es einleuchten, daß der Grund oder die Urſache des Deficits anderswo zu ſuchen und zu finden ſein wird. Ich will deßhalb auch dem Hrn. Haſſelbach einen wohlfeilen Rath geben, nämlich den: künftige Deficite in der ihm an⸗ vertrauten Kaſſe, von minder großem Belang, nicht mit Hülfe der Preſſe zu beſchönigen, indem mit den Druckkoſten ſchon ein ziemlich bedeu⸗ tender Theil eines ſolchen Defieits gedeckt wer⸗ den könnte. Bauernheim den 11. Juli 1848. Conrad Solz.
Frankfurter Gold- Cours vom 13. Juli. 5
fl. 2 Neue Louisd'or 1115 Friedrichsd'or 9 55 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 5 Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 40 Engliſche Souverains 12 2
Elfter Rechenſchafts⸗Bericht
Verliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaſt.
(1007) In der am 24ſten dieſes Monats abgehaltenen General⸗Verſammlung der Actionairs der Berliniſchen Lebens⸗Verſicherungs-Geſellſchaft wurde der Rechnungs⸗Abſchluß des Jahres 1847, nachdem er ſtatutenmäßig revidirt worden, vorgelegt. Durch ihn wird für das Jahr 1852 eine eben ſo günſtige Dividende in Ausſicht geſtellt, wie in den vergangenen Jahren hat vertheilt werden können.
In dieſer Zeit des Mißmuths freut es uns um ſo mehr, obiger Erklärung die Bemerkung beifügen zu können, daß die Geſellſchaft ſeit ihrem Beſtehen durch außer gewöhnliche Un⸗ fälle(bei Hypotheken, Depots oder Wechſeln) bis auf die neuſte Zeit, nicht allein keine Ein⸗ buß(mit Ausſchluß von einigen Hundert Thalern) erlitten hat, ſondern ſich auch für die Zu⸗ kunft dagegen für geſchützt halten darf.
Im Jahr 1847 liefen 797 Anträge mit zu verſichernden 942,600 Thaler ein.
Werden die zurückgewieſenen, ausgeſchiedenen und verſtorbenen Verſicherten davon abgezogen, ſo bleibt ein reiner Zuwachs von 339 Verſicherten mit 330,000 Thalern.
Todesfälle betrafen 136 Perſonen mit 173,400 Thalern.
Am Schluſſe des Jahres 1847 war der Beſtand der Verſicherten
6413 Perſonen mit Sieben Millionen 393,700 Thalern.
Der aus dem Jahr 1843 entſpringende Ueberſchuß gewährt den, aus demſelben bei der Ge⸗ ſellſchaft auf Lebenszeit verſichert geweſenen Perſonen eine Dividende von 144% pCt. des Betrags der innerhalb jenes Zeitraums von ihnen bezahlten Prämien. Dieſe Dividende wird, den Statuten gemäß, auf die von jetzt ab ferner von ihnen zu zahlenden Prämien in Abrechnung gebracht, resp. baar gezahlt.
Das Verſicherungs⸗Geſchäft hat in den erſten drei Monaten dieſes Jahres ſeinen gewohnten, wachſenden Fortſchritt behauptet; ſeitdem aber durch die eingetretenen politiſchen und bürgerlichen Verhältniſſe eine weſentliche Störung und Hemmung erfahren.
Wir müſſen uns der Hoffnung hingeben, der noch übrige Theil des Jahres werde bei wie⸗ derkehrender Ruhe und Ordnung, eine erneuerte, vermehrte Belebung herbeiführen.
Berlin den 27. Mai 1848.
Direction der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaſt C. W. Broſe. C. G. Brüſtlein. M. Magnus. F. Lütke. Directoren. Lobeck. General⸗Agent.
Vorſtehenden 1 W bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß Geſchäfts⸗-Programme bei uns unentgeltlich ausgegeben werden.
Friedberg und Jaubach den 12. Juli 1848. Na u, Zöckler, Agenten der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs⸗Geſellſchaft.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg.
4. Sonntag n. Trinit. den 16. Juli.
Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell.
Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Gedächtnißfeier des verewigten Groß⸗ herzogs Ludwig II.
Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Steinmetz. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schaub.
Fruchtpreiſe.
12. Juli. 7. Juli. 5. Juli.
Gattung. Frted⸗ Die⸗ berg Mainz burg
fl. Tr. ff. r. ie
Waizen pr. Malter 9— 9 349/ . 5 65% 2 5 30 Gerste, 4130 4 42 435 Hafer„, 7. 41 21 4 21 3 20
„Polizei Fare für die Städte Friedberg und Butzbach vom 15. bis 21. Juli 1848.
. 8 4 5 Fried⸗ Butz⸗ S Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2— 121— 2 7. 9. 4 5 5 N 44, 1 8. 8— Lth. Lth.
— Milchbrod 15 15
— Waſſerweck 1 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15% 1 5% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 50 4 12 2 8 gemäſtete 10— 10—
„ Kühfleiſch ungemäſtetes 9——— 9 10% gemäſtetes 8— 18— „Rindſleiſch ungemäſtetes 7——— „ Kalbfleiſch 61 116— „ Schweinenfleiſch 12 112— „Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaffleiſch 7167 „ Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8——1— „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 164— 16— „ Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 18 112— „ Doörrſleiſch 18— 18—
„ Schweinenſchmalz,
ausgelaſſen 21— 120— unausgelaſſen 19— 18— „ Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 181— 1181—
Der Gr. Heſſ. ee 15 K. Friedberg Dr. Dieffenbach.
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkelt von Carl Bindernagel in Friedberg.


