Ausgabe 
5.7.1848
 
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216.

die Ueberrumpelung des Platzes. Noch dehnte ſich der Haupt⸗ mann Hieronimo Valetto in den Federn, als der deutſche Michel mit ſeinen Waghälſen über die Schlaͤfer herfiel, niedermachte was ſich zur Wehre ſetzte, und mit vieler Beute zuſammt dem ſpaniſchen Hauptmanne wieder ver⸗ ſchwand, ehe Entſatz kam von Kreuznach. Nicht weniger ſchlimm hauſete er vor Hörſtein, deſſen Thore er mit Pedar⸗ den ſprengte. 190 3

Mittlerweile begann es mit der Sache der Proteſtan⸗ ten eine ſchlimme Wendung zu nehmen. Pfalzgraf Fried⸗ rich war nach der Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai 1622 zum zweiten Male geflohen und entließ den edlen Mans⸗ feld aus ſeinem Dienſte. In ſolcher Noth erkor Nieder- ſachſen, der Hauptſitz der evangeliſchen Partei, den jugend lichen, thatkraͤftigen König Chriſtian IV. von Dänemark zum Kriegsoberſten und ſetzte auf ihn ſeine Hoffnung in der bedrängten Lage. Obentraut führte 3000 Reiſige in das königliche Lager und der Herzog von Weimar ernannte ihn zum Befehlshaber der Reiterei. Da brach Tilly, der baye⸗ riſche Feldmarſchall, der Sieger von Wimpfen, in den nie⸗ derſächſiſchen Kreis ein. Er wollte gen Hannover vordrin⸗ gen. Auf ſeinem Zuge hatte ſich ihm Schloß Kaltenberg auf Capitulation ergeben. Obentraut ſollte ihm die Priſe wieder entreißen, und ſchickte ſich mit wenigen Faͤhnlein hierzu an. Es war zu Anfang Novembers 1625. Tilly war in der Nacht mit einem bedeutenden Trupp von Fuß⸗ volk und Reiſigen von Pattenſee aufgebrochen. In der Morgendämmerung ſtieß Obentraut mit den Seinigen auf die Vorpoſten des liguiſtiſchen Heeres. Bald entſpann ſich aus dem Vorpoſtengefecht ein hartes, blutiges Treffen. Wie Mauerbrecher ſtürmten die Obentraut'ſchen Reiter ge gen den Wall von Lanzen und Hellebarden, aber die Rei⸗ hen der Kaiſerlichen konnten nicht zum Weichen gebracht werden. Des Feldherrn unbeugſamer Sinn war in jeden einzelnen Kriegsknecht gefahren; ſie ſtanden wie Säulen trotz des Löwenmuthes der königlichen Reiter. Da traf die Kugel eines feindlichen Hackenſchützen das Herz des deut⸗ ſchen Michels. Todeswund ſank er vom Pferde; ſeine Rei ter ſahen ihn ſtürzen, mit ihm ihre Hoffnung. Da wandte ſich, wers noch vermochte, zur eiligen Flucht.

Der Obentraut lag auf der Landſtraße. Hier fanden ihn die Kaiſerlichen, und brachten ihn in den Wagen des Grafen von Anhalt. Tilly verlangte den ſterbenden Hel⸗ den zu ſehen, und als man i leid es ihm thue um den wackeren Degen, obwohl er ihm gegenüber geſtanden im ſchweren Strauße. Da deutete der Obentraut auf ſeine blutende Wunde, und entgegnete dem Feldmarſchall:In ſolchem Garten pflückt man ſolche Ro⸗ ſen. Bald danach verſchied er.

Auf der Heerſtraße nach Hannover ward ihm eine Denk⸗ ſäule errichtet an der Stelle, wo er das Zeitliche ſegnete. Seitdem iſt der deutſche Michel in aller Leute Mund; wenige wiſſen warum. Er ward zum Scheltnamen, den wir uns aber gerne wollen gefallen laſſen, ſo lange die Sippſchaft Haus Michel Obentrauts nicht ausſtirbt in unſerm Vaterlande, jenes biderbe Geſchlecht, welches den Degen zu handhaben weiß in der ſtarken Fauſt, dreinſchlägt, wo es Noth thut, dem fremden Söldlinge deutſche Art lehrt, und für Recht und Glauben in Kampf und Tod geht.(Fl. Bl.)

Verbeſſerungen des Ackerbaues und der Viehzucht, ein Bedürfniß unſerer Zeit.

Zwar iſt die Landwirthſchaft eine Erfahrungswiſſen ſchaft und kann daher viel eher von einem reinen Prac

hn hingeführt, geſtand er, wie

tiker als von einem bloßen Theoretiker mit Gewinn gefuͤhrt werden; aber dennoch lebt der in tiefer Unwiſſenheit, wel⸗ cher ſich einbildet, man könne ohne Theorie bei ihrem Be triebe den höchſten Gewinn erlangen. Deßhalb ſollte jeder junge Mann, der ſie zum künftigen Lebensberufe erwählt, zuvor, ehe er in die ſogenannte Lehre tritt, ſich in Mathe⸗ matik, Phyſik, Logik, Kenntniß und Heilkunde der Thier krankheiten, Anpflanzung und Wartung der Hölzer und Fruchtſtämme, ſowie in Mineralogie und Pflanzenkunde, ſoweit ihm ſolche noͤthig, gehörig unterrichten laſſen, wenn er den höchſten Ertrag aus ſeiner Wirthſchaft ziehen, den nützlichſten Staatsbürgern angehören und kein Alltagsmenſch in ſeinem Fache werden will. Es iſt indeſſen nur zu gewiß, daß ehe dieſe ausgeſprochene Wahrheit allgemein erkannt, von den Eltern dieſer jungen Leute beherzigt, und vom Staate ſelbſt die Möglichkeit dazu geboten werden wird, erſt noch mancher Tropfen Waſſer vom Himmel fallen müſſe. Und wie könnte dies auch anders ſein! Denn ſo lange noch Väter vieler Söhne jedesmal den geiſtesunfähigſten fur den Betrieb der Landwirthſchaft beſtimmen, da noch kein anderes Geſchäft der Welt in ſo viele Branchen, als die Landwirthſchaft zerfallt; ſo lange noch auf den Real⸗ ſchulen nicht animaliſche Pathologie und Therapie, ja alles, was dem tüchtigen Landwirth zu wiſſen nöthig iſt, ge lehrt wird; ſo lange es noch zur Begünſtigung der niedern Jagd dem Eigenthümer geſetzlich verboten bleibt, die dem deſſern Ertrage ſeiner Feld- und Wieſengrundſtücke ſo nach⸗ theilig gelegenen Holzmarken auszurotten; ſo lange noch Staatsforſten Brennholzdeputate liefern muͤſſen, und nicht zu Nutz- und Bauhölzern allein herangezogen und ver⸗ wendet werden; ſo lange noch Kirchen, Pfarr-, Schul⸗ und Gemeindehölzer, Gemeindehutungen und Gemeinde triften vom Staate geduldet werden, und Gemeindehirten geſetzlich anbefohlen bleiben; ſo lange noch Kalk und Ziegel mit Holz zu brennen geſetzlich nicht verboten wird; ſo lange der unbebaute wüſte Boden nicht vierfache Grund⸗ ſteuer zu entrichten hat; ſo lange es noch Landwirthe gibt, die ihren Wirthſchaften die nachtheiligſten Opfer zu muthen, um bei dem großen deutſchen forſt- nud landwirth⸗ ſchaftlichen Vereine auch ein Paradeſtückchen vorzeigen zu können; ſo lange es noch Landwirthe gibt, welche ſich zwar dieſem Vereine anſchließend den größten Eifer für das angebliche Fortſchreiten zeigen, und dabei ihren Dünger auf dem Hofe, ja wohl gar noch auf dem Felde verbrennen laſſen; ſo lange ſage ich bleibt das rationelle Erlernen und Betreiben der geſammten Landwirthſchaft nur ein frommer Wunſch, und deswegen werden ſich auch von Zeit zu Zeit Jahrgänge wiederholen, in welchen Hunger und Theurung die Menſchen geiſeln, wenn ſich auch die Auswanderungen von Jahre zu Jahre ſteigern ſollten!

Weil aber überhaupt in der Welt die Fortſchritte zum Beſſern nur nach und nach mehr Boden gewinnen, ſo will ich, wenn auch nur ein Scherfchen zur beſſern Verehrung der Ceres auf deren Altar niederlegen, da zwar Alter und Krankheit mich für dieſen Dienſt unbrauchbar, aber nicht für das Wohl und Wehe der Menſchen haben fuͤhllos machen konnen.

Wenn aber der Eine oder Andere der Leſer eine ge⸗ lehrte, oder wenigſtens angenehm unterhaltende Deduction

erwarten ſollte, ſo muß ich um Entſchuldigung bitten, daß

dieſes nicht möglich iſt, weil nur da, wo Menſch und Thiere wohnen, die Milch der Ceres fließen kann. Alſo kurz, aber faßlich zur Sache.

Die Wachskraft oder der Humus, welchen die Gott heit in die ganze Oberfläche der Erde gelegt hat, und von

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