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2) Bekanntmachung, die Verſehung der Geſchäfte der Bezirks⸗ Schul-Commiſſionen überhaupt und insbeſondere in den Bezirken der ehemaligen ſtandesherrlichen Conſiſtorien betreffend. 3) Bekanntmachung, die Ausſtellung von Jagdwaffenpäſſen betr. 4) Bekanntmachung, die Erhebung des Chauſſeegeldes auf den Staats- und Provinziglſtraßen betr. 5) Verzeichniß einiger Berichtigungen, welche in dem am 23. März. 1846 (Nr. 18 des Reg.-Bl.) bekannt gemachten Verzeichniſſe der zur Erhebung des Chauſſeegeldes auf den Staats- und Provinzialſtraßen des Großher⸗ zogthums beſtimmten Orte und der Entfernungen der im Chauſſeezuge liegenden Orte von einander, vorzunehmen ſind, 6) Bekanntmachung, die Extrapoſtbeförderung und Diſtanzregulirung zwiſchen Vöhl und Rhadern, ſowie zwiſchen Vöhl und Frankenberg betr. 13) Militärdienſtnach⸗ richten. Am 4. Aug. wurde der Lieut. v. Waldegg im G. R. Chevauxl. zum Oberlieut. befördert. Am 5. Aug. ſind ernannt worden: der Ober⸗ lieut. Bichmann im 4. Inf.-Reg. zum Hauptmann darin; die Lieuts. v. Zangen vom 2., Külp und Riedel vom 4. Inf.⸗Reg. zu Oberlieuts. in dieſem Reg.; die Cadetcorporale Steinius vom 1., Wehland vom 2., Kolb vom 4, Freund und Lannert vom 2., Kreuter vom 3. und Selzam vom 4. Inf.⸗Reg. zu Lieuts. im 4. Inf.⸗Reg., der Cadet⸗ corporal v. Heſſert vom 2. zum Lieut, in demſelben Reg. Am 9. Aug. wurde der Militärarzt Dr. Becker vom Lazareth zu Darmſtadt zum Oberarzt, der Lazarethacceſſiſt br. Tenner zum Mllitärarzt, und der Aceeſſiſt des veterinärärztlichen Dienſtes Zimmer zum Veterinärarzte ernannt. Am 11. Aug. haben S. K. H. der Großherzog den Gen.-Maj. Pfaff, Commandeur der 1. Inf.⸗Brig., auf ſein Nachſuchen, u. bes. A. ſ. langj. u. vielſ. Dienſtl., in den Ruheſtand und zur Suite der Inf. zu verſetzen geruht. Der Unteradjutant Nicolai im 4. J. ⸗ R. iſt zum Lieut. in dieſem Reg. ernannt und der Lieut. Kreuter II. vom 4. zum 1. J.⸗R. verſetzt worden. Am 12. Aug. haben S. K. H. der Groß⸗ herzog nachſtehende Ernennungen und Verſetzungen vorzunehmen geruht: 1) Der Gen.⸗M. v. Bechtold tritt n. ſ. W., u. A. h. A. ſ. g. beſ. Th. aus dem Kriegsminiſterium, unter gleichzeitiger Ernennung zum Com⸗ mandeur der 1. Inf.⸗Brig. 2) Der Major Roth vom G.⸗Q.⸗M.⸗St. iſt, mit Entnehmung aus dieſem Corps und mit Beibehaltung ſeiner Anciennetät, zur Dienſtleiſtung bei dem Kriegsminiſterium commandirt. 3) Der Major Meyer Comm. des 1. Bat. 2. J.⸗Ri., iſt zum G.⸗Q.⸗M.⸗St. verſetzt. 4) Der Hauptm. Selzam vom 4. J.-R. iſt zum 1. Bat. 2. Inf.⸗Reg., mit Uebertragung des Bat.⸗Commando's, verſetzt. 5) Der Oberlieut. Hoffmann vom 2. iſt zum Hauptmann im 4. J.⸗N. und der Lieut. Euler vom 1. zum Oberlieut. im 2. J.⸗R. ernannt. Ferner iſt der Feldwebel Bellaire im Gr. Artilleriecorps zum Lieut. in dieſem Corps ernannt worden. 14) Concurrenzeröffnungen. Erleßigt find: 1) die evang. Pfarrſtelle zu Reinheim, im Reg.⸗Bez. Dieburg, mit einem jährl. Gehalte von 3577 fl., wovon jedoch bis zur Vollendung des Pfarrhauſes, bis wohin der Geiſtliche ſich eine Wohnung ſelbſt zu ſtellen hat, jährlich 400 fl., von da an bis zur völligen Tilgung der Koſten des Baues eines Pfarrhauſes mit Oeconomiegebäuden 500 fl. jährlich in Abzug kommen; 2) die erſte ev. Schullehrerſtelle zu Boſen⸗ heim, im Reg.⸗Bez. Mainz, mit einem jährl. Gehalte von 293 fl. 30 kr. nebſt 30 fl. Entſchädigung für Heizung des Schullocals.
Wo ſollen unſere hülfsbedürftigen Auswanderer in Amerika landen?
Dieſe Frage iſt in den letzten Tagen mehrſeitig auf— geworfen und in verſchiedener Weiſe beantwortet worden. Ein mit den Verhältniſſen Amerika's wohl Vertrauter er— laubt ſich in Beziehung auf die geſtellte Frage nachfolgende allgemeine Bemerkungen: 05
Sobald die Reiſe nach den vereinigten Staaten nicht vor October angetreten werden kann, ſo möchte als An— landungsplatz nur New-Orleans anzurathen ſein. Die Gründe ſind:
1) Wegen vorgerückter Jahreszeit wuͤrde die Seereiſe nach den nördlicheren Häfen der kalten Witterung wegen belaſtigend ſein; die Fahrt nach Orleans geht durch ſüdlichere Striche und hat demnach auch eine mildere Witterung.
2) In New⸗Orleans können in der bevorſtehenden Jahres⸗ zeit, in welcher dorten ein geſundes Klima herrſcht, Handarbeiter leicht Beſchäftigung und guten Verdienſt finden, während in den anderen Häfen der amerikaniſchen Freiſtaaten der Neuankommende wegen ſchon vorhan— dener Concurrenz nur ſchwer Arbeit mit geringerem Verdienſte erwarten kann.
3) Von New-Orleans aus kann die Reiſe in's Innere des Landes viele hundert Meilen weit auf den Flüſſen
leicht und ſehr billig(für 7—10 fl.) zurückgelegt wer⸗ den, und gerade in dem mittleren und weſtlichen Theil der vereinigten Staaten werden Menſchenkräfte geſucht und gerne bezahlt; überdies kann auch da der weniger Bemittelte durch billigeren Ankauf des Landes ſich leich— ter eine eigene Exiſtenz gruͤnden. Dagegen iſt die Reiſe in's Innere des Landes von anderen Seehäfen(New— Vork) aus in der vorgerückten Jahreszeit wegen des Zufrierens der Kanäle und See'n ſehr erſchwert, ja oft unmöglich. Sollte aber auch dieſes nicht der Fall ſein, ſo iſt die Reiſe viel koſtſpieliger(15— 30 fl.), und nach dem 1. November jedes Jahres ſteigen noch die Reiſekoſten, weil von dieſem Tage an den ganzen Winter hindurch die geſetzmäßige Beſtimmung des freien Transports der Effekten der Einwanderer auf— hört, und ſo für Uebergewicht leicht bedeutende Aus— gaben entſtehen möchten.
Während der Sommermonate iſt dagegen Jedem der Weg uber New-Orleans auf's Dringendſte abzurathen, weil in dieſer Jahreszeit das gelbe Fieber herrſcht, welches ſchon vielen Einwanderern ein anderes Land angewieſen hat.
Darmſtadt im September 1848. g
B.
Aufforderung.
Den tapferen Bekämpfern des blutigen Aufruhrs vom 18. September iſt bereits die höchſte Ehre zu Theil gewor— den, welche Deutſchland ſeinen Söhnen zu erweiſen vermag. Die Nationalverſammlung hat ihnen den Dank
des Vaterlandes ausgeſprochen!
Laſſet uns Mitbürger dieſen Dank bethätigen durch die Sorge für die hülfsbedürftigen Angehörigen, der ver— wundeten und gefallenen Krieger, deren manche die einzige Stütze ihrer Familien waren.
Der Friedberger Bürgerverein hat in feiner letzten
Verſammlung den Beſchluß gefaßt, eine Sammlung von
Beiträgen zu dieſem Zweck zu veranſtalten und ſeinen Vor⸗ ſtand mit der Ausführung beauftragt.
Demgemäß erklären ſich die ſämmtlichen hier unter— zeichneten Mitglieder des Vorſtandes zur Empfangnahme ſolcher Beiträge mit Freuden bereit. ö
Der Ertrag wird dem Reichskriegs-Miniſterium zu Frankfurt zur zweckmäßigſten Verwendung übergeben und über den Erfolg der Sammlung öffentliche Rechenſchaft ab— gelegt werden.
Möge dieſer Erfolg ein recht guͤnſtiger ſein!
Friedberg den 30. September 1848. In Auftrag des Bürgervereins der Vd r nd A. Groh, Vorſitzender. Textor, Stellvertreter des Vor— ſitzenden. 5 Krach, erſter Schriftfuͤhrer. W. A. Simon, zweiter Schriftführer. J. Steinhäußer, Rechner. Fritz. Fühl Helmolt. G. Trapp II. H. Walz II.
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Mannigfaltiges.
Schauderhafter Mord. In der Nacht des 31. v. M. wurde in Königsberg an der Ehefrau des Schnei— dermeiſters Herrlein, welcher als Bürgerwehrmann ſich auf der Wache befand, das ſcheußliche Verbrechen des Raub⸗ mords begangen. Die Frau wurde mit abgeſchnittenem Halſe in ihrem Blute ſchwimmend im Bette gefunden, die Commode war erbrochen und das darin befindliche Geld, in circa 50 Reichsthalern beſtehend, entwendet. Als der abſcheulichen That dringend verdächtig, wurde ſogleich ein
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