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220— ö. 404 Sie streckte die Hand abwehrend aus.„Kein Wort gegen Die ersten, durch das Grün blitzenden Sonnenstrahlen fanden ihn!— Sie haben mich in dem glücklichsten Augenblick meines am folgenden Morgen Hedwig schon in dem thaufrischen,
Lebens gestört; ich will es Ihnen verzeihen unter einer Bedingung, daß Sie sich nie wieder mir in den Weg stellen. Morgen ist des Majors Geburtstag— ich werde mich an diesem Tage mit ihm verloben.“
Er fiel ihr mit Schrecken in die Rede: „Ist das entscheidende Wort schon ge— sprochen? Hedwig, Sie wissen nicht, was Sie thun. Hören Sie mich!“ Sie wandte sich schweigend von ihm ab.„Hedwig, Sie werden es tausendfach bereuen, mich in diesem Augenblick zurückgewiesen zu haben. Halten Sie inne in Ihrem Be— ginnen! Die Strafe ist zu hart für Sie, die Ihrer wartet!“
Sie hörte nicht auf ihn— eilig kehrte sie zu dem Major zurück, der auf sie wartend dagestanden, legte ihre Hand auf seinen Arm und ließ sich von ihm auf den Sedanplatz zurückführen.—
Schon war die Dämmerung hier in der weiten Runde eingekehrt, und die bunten Lampen flammten in dem dunkeln Grün nacheinander auf. Die Sterne be— gannen in stiller Pracht am Himmels— gewölbe aufzuziehen, und der Vollmond warf leuchtenden Schein, wie tiefe Schatten, über das Ganze. Zum Schluß stiegen noch zischend blitzende Raketen und vielfarbige
Henry Moreton Stanley.
Leuchtkugeln über den hohen Baumkronen empor, vom Jubel der Menge begrüßt. Dann nahm die ihrer harrende Equipage die Familie Brandt, den Major in ihrer Mitte, in sich auf und rollte davon. Georg verschmähte es, den eleganten Wagen der Eltern zu
benutzen und folgte zu Fuß, ein tiefes Bedauern in seinem ehr⸗ nun in schillernden Tönen nacheinander lustige Opern⸗ und Tanz⸗
lichen, guten Herzen über die thörichten Träume, in welchen das
an der Seite ihres Verehrers dahinfahrende Mädchen sich wiegte.
Lieutenant Wißmann. Nach einer Photographie von Adolf Halwas, Berlin-
lichen Garten. Keine Spur von Müdigkeit trübte den
ihrer schönen Augen.
zu schweren Zöpfen vereinigt, umgab in leichtem Gekräusel das reizende Gesicht, welches einen Ausdruck gespannter Er⸗ wartung zeigte. Sie ging von Strauch zu Strauch, um die farbensprühendsten Rosen, erst dem Erschließen nahe, zu finni⸗ gem Strauß zu ordnen. All' ihre heißen
wollte es Georg zeigen, daß sie zu etwas Besserem beschieden, als die Frau eines simpeln Civilbeamten zu sein. Die Uni⸗ form hatte es ihr angethan!
Nach einer geraumen Weile ward sie aus ihrem Sinnen durch einen gleichmäßig klingenden, dröhnenden Schritt aufge⸗ scheucht. Sie eilte zur Gartenthür, und sah die Musik herankommen, um i Major das übliche Geburtstag darzubringen. Eilig schlüpfte sie ins Haus hinein und an das Fenster ihres Stübchens, damit ihr nichts, selbst von den interessanten Vorbereitungen, ent⸗ ginge. Die Instrumente blitzten in der Sonne, die Notenblätter wurden vor⸗ genommen, und dann brauste feierlich der Choral daher:„Lobe den Herrn,
Emin Pascha(Dr. Schnitzer).
den mächtigen König der Ehren!“— Ein leiser Schauer über⸗ schlich Hedwigs Seele bei diesen Klängen. Ernste Stimmen, auf welche sie bisher wenig gelauscht, schienen mahnend ihr entgegen⸗ zuklingen. Wort für Wort sprach sie den Choral für sich nach.
Wie von einem schweren Druck befreit, athmete sie auf, als weisen zu ihr heraufdrangen. Ohne sich zu regen blieb sie am Fenster sitzen und sah wie im Traum den Briefträger
der mit wichtiger Miene einen Tortenkorb in's Haus trug,— i 75
lan Ihr goldblondes Haar, auf dem Haupte
Wünsche wand sie mit hinein.— Sie
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