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Rumi zuerst Gaselen nachdichtete und diese neue Form auch deutschen Schriftstellern als nachahmenswerth empfahl.
Auch eines der Hauptwerke Rückerts, welches um diese Zeit entstanden, zeigt eine bewunderungswürdige Sprachgewalt und Vielseitigkeit der Form, welche ein Ergebniß jener morgen— ländischen Studien sind. Dabei haucht„der Liebesfrühling“ eine südliche Gluth und Gefühlsinnigkeit, eine Zartheit und Wärme der Empfindung aus, welche Jeden, der sich damit bekannt macht, im Innersten ansprechen muß. Den ganzen Hergang einer tiefen
reinen Herzensneigung, vom ersten Erwachen derselben bis zur endlichen glücklichen Vereinigung der Liebenden besingt hier Rückert in fünf Sträußen, bestehend aus ungefähr dreihundert Liedern, und manches dieser einzelnen Lieder, wie z. B. die be— kannte Schumann'sche Widmung„Du meine Seele, Du mein Herz,“ hat zu herrlichen Kompositionen Anlaß gegeben.
Es war am 26. Dezember 1821 als Rückert seine Braut Luise Wielhaus-Fischer, der er alle jene schönen, süßen Liebes⸗ lieder gewidmet hatte, als Gattin in sein Heim einführte und somit einen Bund schloß, der sich sein ganzes Leben hindurch als ein äußerst glücklicher ausweisen sollte. Fünf Söhne und mehrere
Töchter wurden ihm nach und nach geboren, die, mit fürsorglicher Liebe erzogen, zumeist jetzt noch höchst geachtete Lebensstellungen einnehmen.
Ungefähr um dieselbe Zeit wie der Liebesfrühling entstanden auch die„östlichen Rosen,“ Trinklieder voll sprühender Liebes⸗ und Weinlaune. Seinem Freunde aber, dem Superintendenten
Hohnbaum in Rodach widmete er das liebliche Idyll„Rodach,“ und schuf so ihrer beiderseitigen Freundschaft eines der sinnigsten Denkmale.
Im Jahre 1826 wurde Friedrich Rückert als Professor der orientalischen Sprachen nach Erlangen berufen, ein Ruf, dem er um so lieber folgte, als das Wachsthum der Familie eine Ver⸗ mehrung der Einnahmen wohl wünschenswerth erscheinen ließ. Der Lehrberuf in Erlangen schien indeß im Anfang Lust und
Liebe zur Dichtkunst zu schmälern, und unmuthig darüber bricht
er in die Worte aus:
Wie ließ ich mich verlocken jetzt Aus meines Edens Räumen? Wer hat mir in den Kopf gesetzt Zu denken statt zu träumen?
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