Ausgabe 
8.4.1888
 
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Beefsteaks aussähe; die esse er nämlich schrecklich gern. Und

versalzene Suppen wären ihm ein Gräuel und vor Angebranntem liefe er um die Welt. Ueberhaupt dürfte ich ihm nur seine Leib⸗ und Magengerichte bringen, das könne der Magen billiger Weise verlangen. Und was sonst noch Alles kam! Ich habe mir schließlich die Ohren zugehalten. O, ich glaube, ich werde noch meine Last haben. Das schadet aber nicht. Hat Dir Edgar übrigens so etwas auch gesagt? Doch Lieschen, hätte ich übrigens gewußt, daß dies Alles so kommen würde, ich hätte die Zimmer noch einmal so prächtig und noch einmal so gern ausgeschmückt. Und Du hättest Dich dann auch betheiligt, gelt? Aber sie leben ja auch solustig, wie die Vampyre, sagt Otto. Er hat immer so sonderbare Vergleiche.

Lieschen antwortete nicht; sie lächelte nur überglücklich. Sie wußte nun ja, daß sie ein Herz hatte, wenn sie es auch im selben Augenblicke wieder verschenkt, und sie wußte ja nun, welche Seligkeit es in sich birgt, lieben und geliebt zu werden.

Kaiser Iriedrich in Charlottenburg am 16. März.

Trauterglocken klagend dröhnen Vort dert Alpen bis zitm Belt

And im Echo geht das Törntert Hallen durch die gartze Welt. Nimmer sah noch das Jahrhundert Eine FTratter diefer gleich Seinen Kaiser, den bewundert

Eine Welt, beweint sein Reich.

Aber dröhnender und lauter,

Wild erschwellend wie der Sturm,

Zim Verhallen lind und krautter

Drautst der Palm vom Glockenthurm Wehmutthsvoll und ktraitertönig

ir Berlin, zur Todtenwacht,

Dir Berlin, das dieser Körtig

Erst zur Kaiserstadt gemacht.

Altf der Straße, die einst glänzte

Als ein leuchtennd Blitmenmeer,

Da der Sieg unnd Rubmbelirärtzte Heimgeführt seinr liegreich Heer, Weben heut nur schwarze Fahrten, Ward zum Schmuck der Trauterflor Nutri seint Sarg zur Grutft der Ahnen Zieht durch's Zarandenburger Thor.

Schwarz bedeckt der Leichenwagen, Zleberdacht vom Waldachin,

Derr des Reiches Feldherrn tragen, Fürften, Herrir geleiten ihn. Krom' und Scepter ihn begleiten, Florumwallt das Reichspantier, Trauernd baut dem Zug zu Seiten Dicht das Volli ein weit' Spalier.

Im Charlottenburger Schlosse, Das ein eisiger Ost umweßht,

Still ein Nann, von Dienertrosse Aliigestört, am Ferifter steht.

Zlird mit scharfen Adlerblicken Späht dem Zug entgegen Der, Dem er nur mit stummem Nickien Kaum entbieten Gruß und Ebr'.

Ach, der ritterliche Reckie,

Wie zu Heldenthun gebaut. Der lo sehnsuchtsvoll die Streckte Seines Schloßhofs überschautt

So wie er liaum Keiner trauern Alam des Todten Herrlichlleit. Dennoch muß er hinter Mattern Ihm versagen das Geleit.

Aliid es nah'n die Vantzerreiter, Die er einst im Kampf geführt,

All' die stattlichen Begleiter,

Derert Treut' nun ihm gebührt. Fäbrt der Wagen mit der Teiche Still dem Martloleitm zit,

Wo der Werr vom Deutschen Reiche Sich exliox die letzte Ruh'.

Was der Tote ließ im Sterben,

Macht und Herrschaft, Kron' und Reich, Es gehört nun seinem Erben,

Der da lehnt am Fenster bleich,

Doch im Herzen dieses Kranlien

Negt lich keinne Herrschbegier,

Vom dem Todten die Gedarulien

Wendet er, o Reich, zu Dir.

Zit dem Reich, das mitbegründen Einst er half in blitt'gem Krieg, Das in schönem Sichverbünden Fütrst und Volli erllämpft im Sieg. Zit dem Reich, von dessen Werden Er gehofft als Jüngling schon, Daß es richte einst auf Erden Friedentsfürsten einen Thron.

Zut dem Reich, das tur gedeih'n kann, Went es sicher ruht im Riecht,

Dem den Frieden nur verleih'n lan Ein geeint' und starlt' Geschlecht;

Zit dem Reich, dem mur die Liebe Allen Vollis ziim Vaterland,

Irei von blinden Halles Triebe, Slüthe lichert und Beltand.

Zit dem Zeich, für das zit leben, Sinnen, wirliert, seinn Entschluß

Dis zum Tag, da all sein Streben Schwerer Schickunrg weichen muß Dem er pflichtgetreu lich stellte

Trotz des Siechthums grausem Zwang, Als sein Herz der Rütf ihm schwellte Seines Vollies, sorgenbang.

Zit Gebete wird sein Denlien Alitd seinr Hoffer wird zum Schwur: Wolle Kraft, o Herr, mir schenlien Mir micht gilt's, dem Reiche nur! Schweigend stand er noch und träutrmte Abend ward's, der Westen loht', Doch der Widerschein umläuimte Iber mit lichtem Morgenroth. Johannes Proelß.

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Aus der Schule. Professor zu den Schülern:Was starren Sie denn durch das Fenster nach dem Ochsen? Haben Sie noch keinen Ochsen gesehen? Sehen Sie doch mich an!

Ein anderes Mal zürnt derselbe Professor:Was ist das wieder für ein Lärm in der Klasse! Alle Mal, wenn ich hereinkomme, ist der reine Schafstall fertig. Mz.

Nach einem halben Jahr. Ein junger Mann erzählt begeistert von seiner Angebeteten:Und Sie sollten nur die lieben zarten Händchen der jungen Dame sehen! Ein halbes Jahr später erkundige ich mich nach dem Ergehen besagter jungen Dame.O, ruft der feurige An⸗ beter von ehemals,schweigen Sie von ihr. Ich bin den Klauen einer Kokette entschlüpft! Mz.

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