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schüttelte seinen Kopf mit Löwen⸗ Ungeduld, stand, ohne eine Antwort abzuwarten, auf und schritt hinein in den Wald. Ewald wußte nicht, sollte er ihm dahin folgen oder nicht. Da hörte er plötzlich, während er die Sache bei sich überlegte, Olga's Stimme ihn rufen. Sie hatte ihren dritten Lachs gefangen.
„Ich bekomme das Ungethüm nicht an's Land,“ rief sie, wie sie Ewald's Gestalt zwischen den Bäumen erblickte. Es zieht mich noch zu sich herunter in's Wasser.“
„Halten Sie nur noch einen Augenblick fest,“ rief er zurück. „Ich komme Ihnen zu Hilfe.“
„Ich kann nicht— ich kann nicht mehr. sind steif.“
Und plötzlich glitt ihr die Angel aus der Hand und schwamm lustig mit ihrer Beute den Fluß hinunter. Das Klügste wäre es da vielleicht gewesen, Angel und Lachs— beides als verloren anzusehen und sich in den Verlust zu fügen; indeß Vorsicht und Klugheit sind Eigenschasten, die ein Mann vor den Augen der Frau, die er bewundert, selten besitzt. Mit demselben Instinkt, mit dem der gefiederte Sänger des Waldes sein Liebeslied anhebt, sprang Ewald in's hochaufspritzende Wasser hinein, aus dem er nach zehn Minuten schweren Kampfes mit der Strömung, Angel und Lachs triumphirend in der Hand haltend, wieder heraustrat. Und froh⸗ lockend händigte er mit echt kalifornischer Grandezza seine Beute ihrer rechtmäßigen Besitzerin ein.
„Das hätte ich einem Amerikaner nicht zugetraut,“ sagte sie mit be— wunderndem Vorwurf.
„Sie sehen daß Sie meine Lands— leute schlecht kennen. Ein Amerikaner ist zu allem fähig, was von ihm ver— langt wird.“
Allein dies romantische Bad hat doch Keiner von Ihnen verlangt.“
„Das hängt von dem Standpunkte ab. Als Sportsman hätte mich der Gedanke, daß dieser Lachs mir entwischt, noch in meiner Sterbestunde gemartert.“
Der Zwischenfall hatte etwas von dem Reiz Bret-Harte'scher Novellen an sich, und gefiel ihr ihrer besseren Ein⸗ sicht zum Trotz. In seinem blauen Wollenhemd, aus dem ein kräftiger, sonnengebräunter Hals heraustrat, mit seinem Ledergurt um die Taille und dem breitkrämpigen weichen Filzhut auf dem Kopf, sah er in der That ganz nach
Meine Arme
Autor in so hohe Gunst bei der Lesewelt gebracht. Was sollte sie nur von diesem räthselhaften Fremden denken, der wie ein Wirbelwind in ihr ruhiges Leben gefahren war— und der die seltsamsten Dinge mit einer Ruhe ausführte, als reichte er ihr einfach eine Tasse Thee!
Olga war so aufgeregt, daß sie für den Augenblick ganz ihren Onkel vergaß. Sie horte das Trappen der Graham'schen Pferde näher und näher kommen— so wie die Graham'schen Pferde trappelte kein anderes Gespann im ganzen Kirchspiel— und sah gleich darauf den schwarzen Hut des ernsten englischen Grooms zwischen den Ellernblättern auftauchen.
„Aber was ist denn aus unserem Kapitän geworden?“ fragte Ewald, sich die Wassertropfen aus seinem Bart schüttelnd.
„Sie sind doch zuletzt bei ihm gewesen,“ antwortete sie, nahm seine Hand und sprang auf den nächsten Felsstein. Als sie auf die Landstraße kamen, saß der Kapitän schon im Wagen, mit verstörtem Auge in's Leere starrend. Die Nachmittagssonne schien schräg über das Thal, spiegelte sich in dem schaumenden Wasser und ließ auf ihrem grünen Blätterlager die drei silberigen Lachse blitzen, die Olga stolz war, ihre Beute zu nennen. In Fossevang langten sie zur rechten Zeit zum Diner an.
Schluß folgt.
Moritz Hermann Jacobi.
einem jener pittoresken Hinterwäldler aus, die der kalifornische voll gewürdigt wurde, sowie der Einfluß beider auf den Magne
Moritz Hermann Jacobi
und die Einführung der Elektrizität in die Cech Ein Jubiläums-Blatt. g
Man hat das Jahrzehnt, in welchem wir leben, nicht ganz mit Unrecht das Jahrzehnt der Elektrizität genannt, denn die steigende Anwendung dieser Kraft in unserem wissenschaftlichen Leben hat wesentlich zu dem Aufschwung desselben beigetrag Telegraph und Telephon haben für den Verkehr die räu u Entfernungen verschwinden gemacht, die elektromotorische Kr hat auf einzelnen Gebieten mit Erfolg der Dampfkraft Konkurr gemacht und das elektrische Licht scheint bestimmt zu sein, Zukunft die Werkstatt und das Verkaufslokal zu erhellen den Unterschied zwischen Tag und Nacht verschwinden zu m i Wenn wir nun aber auch in dankbarer Hochachtung auf diejenigen Männer blicken, welche in den letzten Jahren durch ihre ge Erfindungen uns gelehrt haben, diese Naturkraft uns in so Umfange dienstbar zu machen, so darf uns das doch nicht hindern, auch derer zu gedenken, welche durch ihre Arbeiten unseren Zeitgenossen die Wege gebahnt ho und wenn wir uns heute der technische Anwendung der Elektrizität freuen, wollen wir nicht vergessen, daß vor fünfzig Jahren zuerst die Anwendung Elektrizität auf technischem Gebiete vo einem Deutschen, von einem Eingeborenen der Provinz Brandenburg, enkdeckt in der Praxis vorgeführt worden i
Moritz Hermann Jacobi, am September 1801 in Potsdam geb war der Sohn eines wohlha Kaufmanns, welcher seinen Kindei gute, wissenschaftliche Erziehung zu werden ließ. Moritz, den ältes drei Brüdern, führten seine Neig zum Baufach, welches er in studirte, doch folgte er dem Strome de Zeit, daß er sich nicht streng an seit Fach- resp. Brodstudium hielt, sonde nebenbei auf der Universität noch and Kollegia und zwar besonders wissenschaftliche, vor allem über hörte. In dieser Disziplin war besonders die damals noch we forschte Elektrizität und der Galvan deren Zusammenhang erst von n
welcher Jacobi anzog und beschäftigte, und es mag wohl in ein gewissen Zusammenhange mit der praktischen Richtung sei eigentlichen Fachstudiums gestanden haben, daß er sich vor a damit beschäftigte, ob es nicht möglich sei, die elektromagn Kraft der Technik dienstbar zu machen. Mit Versuchen 5 Richtung beschäftigte er sich ganz besonders in Königsberg wo er sich 1830 als Baumeister niedergelassen hatte, u nahmen ihn dieselben so sehr in Anspruch, daß er sich gang di Studium widmete. Das Resultat dieses Studiums war die Schrift„Sur Tapplication de Tlectro-maguetisme au me vdement des machines,“ welche im Jahre 1835 erschien. Abhandlung erregte als erster Versuch nach dieser Richtung großes Aufsehen und brachte dem Verfasser sehr bald den als ordentlicher Professor an die Universität Dorpat, Rufe er auch Folge leistete. a
In Dorpat nun wurden die Versuche mit Eifer fort und mit welchem Eifer und welcher Leidenschaft er bei der& vorging, zeigt eine Stelle in einem seiner Briefe aus de Jahre 1836, f
worin er seinem Freunde mittheilt, daß er füm liche Fenster und Doppelfenster zerschlagen habe,„nicht um Experimente damit anzustellen, sondern weil ich es nicht kor Es liegen uns einige Briefe Jacobi's aus jener Zeit vor, w ch einen Freund und Fachgenossen in Königsberg gerichtet find enthalten eine eingehende Schilderung seiner damaligen r
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