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Die Moiré ar“! e kommt ebenfalls wieder auf, entweder in ihrem Gewässer allein, ode passelbe mit Atlas fagonnirt oder brochirt. Eine sehr hübsche Toilett. eine alte Dame ist z. B. aus pflaumenfarbener Moire antique herb, die mit satinirten Fingerhüten durchwebt. Die Schlepp⸗ robe öffnet sich über einem Panneau aus gleichnüanzirtem, gesticktem Sammet, und ein entsprechender Einsatztheil schmückt das Leibchen, das oben von einem kleinen Spitzenfichü umrahmt ist.
Die schwarzen Wollenstoffe sind immer in großer Gunst. Man sieht in den Magazinen entzückende Neuheiten darin von elastischer Weichheit, die schönste und feinste Wolle zu feinen und doch kräftigen wie zu schwereren Geweben verarbeitet, das stumpfe Schwarz mit mattglänzendem Schwarz vereint: winzig und klein gemusterte Fonds und daneben die gleichen Fonds mit matten Rippsstreifen durchzogen, oder mit Streifengruppen, mit Sammet streifen ꝛc. Beim Betrachten dieser Stoffe begreift man ganz gut den Wunsch 9 05 Frau, in ihrer Garderobe eine schwarze Toilette zu besitzen, die immer eicht und bequem zu tragen ist, immer distinguirt wirkt. Das Schwarz leiht dem Teint einen Glanz, welcher denselben verschönt; es kleidet vortrefflich die etwas starken Frauen und giebt der schlanken Frau Eleganz; kurz, es ist die ökonomische Farbe, und obgleich das schwarze Kleid von aller Welt getragen wird, ist es doch niemals vulgär.
Der Luxus ist also nicht immer nöthig, um gut gekleidet zu sein. Die Vereinigung des einfachen Geschmackes mit der graziösen und korrekten Eleganz reicht hin, um der Frau einen Reiz, das Gepräge der Distinktion zu geben.
Als Empfangs, Diner⸗ oder Theatertoilette ist die schwarze Spitzen robe, deren die Mode nie müde wird, stets beliebt, und ihr gesellt sich neuerdings diejenige aus schwarzem Spitzentüll mit erhaben brochirten Pastillen wie mit kleineren Erbsen zu. Natürlich immer in Verbindung mit Seiden⸗ stoff, welcher das Unterkleid liefert. Mit einigen Schleifen aufgerafft, wird eine solche Robe in diesem Winter durch das schwarze Sammetleibchen mit großem Mediciskragen vervollständigt. Letzterer ist mit hellfarbigem Atlas gefüttert: blaßblau, malvenlila oder gelb; und nach Belieben kann man dann gleichgetönte Schleifen wählen, obwohl ich den schwarzen das Vorrecht einräumen würde.
„Ein anderes Genre von einer schwarzen Robe, zu welcher Chantilly⸗ spitzen in wunderbarer Imitation das Hauptmaterial liefern, ist folgender⸗ maßen arrangirt: der schwarze Faillerock, am unteren Rande von einem Spitzenpuff begrenzt, wird durch einen Spitzenrock verschleiert, der am Knie mit einem Schleifengewoge aus schwarzem Gazeband aufgehoben ist. Das Spitzenleibchen, à la vierge krausgezogen, ist in schräger Richtung mit zwei Gazebändern geschmückt, deren eines oben von der linken Achsel ausgeht, deren anderes unter dem linken Aermel hervorkommt und welche sich, leicht ineinandergeschlungen, in dem Gürtel verlieren.
Man hofft, daß diese Verschlingung von zwei Bändern„en mirliton“ viel Anklang auf den krausgezogenen Leibchen finden wird.
Die Roben aus schwarzer Faille sind gleichfalls gesucht, zumal mit langer 1 welche sich über einem Tablier aus 1 00 puffig ge⸗ zogenem Tüll, über und über mit Jetgehängen geziert und mit Schleifen aus Moireéband umflattert, öffnet. Ein Bouillonné aus gleichem Tüll mit Jetgehängen vertritt die Stelle einer Weste. An der linken Seite der Taille wird unten ein dickes Rosenbouquet, umhüllt von zartem, dünnfadigem Laub, angebracht, wie die französischen Dorfbräute es tragen. 5
Als neu und elegant sind für junge Mädchen hübsche Leibchen erschienen, bestimmt, zu Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten angelegt zu werden. Da ist z. B. ein Leibchen aus matt⸗himmelblauem Seidenstoff mit großem Mediciskragen, der durch Draht gesteift und mit Wachsperlen besetzt ist. Das Leibchen, vorn etwas geöffnet, schließt dann mit einer Reihe kleiner Knöpfe aus Wachsperlen. Valencienner Spitzen, in Form von Chevrons arrangirt, füllen die Oeffnung aus. Die halblangen Ellbogenärmel sind am unteren Rande von einem drapirten Revers aus Valencienner Spitzen begrenzt, welcher obenauf mit einer Rosette aus hellblauem Kometenband zusammen⸗ gefaßt wird. Eine gleiche Rosette ziert die rechte Schulter.
oder himmelblauem, leichtem Wollenstoff begleiten. 5 Ganz reizend ist auch ein Leibchen aus blaßrosa Sicilienne, auf der Schulter drapirt, in der Taille kraus zusammengezogen und vorn über einem Chemiset aus rahmgelbem Tüll point d'esprit geöffnet. Die halblangen Aermel aus demselben Tüll haben einen kleinen, nach außen rundlich ge⸗ öffneten Oberärmel aus Sicilienne, auf der Schulter gehalten mit einer Schleife aus rosa Kometenband, und am unteren Rande einen faltigen, rosa Revers, mit einer entsprechenden Schleife zusammengerafft. 8 Zu kleinen Tanzfestlichkeiten und intimen Gesellschaften werden für junge Mädchen luftige Kleider aus! Linon, leicht wie Tüll, bereitet: weißer, eremefarbener, rohgelber, bernsteingelber, rosa oder blaß blauer Grund be⸗ druckt oder brochirt mit kleinen Bouquets oder feinen Guirlanden. Diese Kleider sind mit farbigen Bandschleifen geschmückt welche vom Grundton lebhaft abstechen. So ist z. B. ein malvenlila Linonkleid mit verblaßt grünen Blättchen(Wintergrün) übersäet und mit moosgrünen, Faillebändern aus geputzt; am unteren Rande sieht ein wenig eine moosgrüne Taffet⸗Balayeuse bor, welche aus einigen kleinen ausgeschlagenen und übereinanderfallenden Volants besteht.. 5 5. N Der Crepon wird auch viel verwendet, in Form einer langen Polonaise, welche, schräg geschlossen, über einen Rock aus weißem, hellfarbigem oder changirendem Surah oder Taffet fällt. In anderer Weise fertigt man für junge Mädchen Kleider aus Tüll point esprit mit hohem, krausgezogenem beibchen, dieses über einer ausgeschnittenen, seidenen Untertaille, jene über einem seidenen Unterkleid, entweder Alles in einer Farbe, oder den Tüll ßpaoint esprit weiß, die Seide in Changeanttönen. Das ist kleidsam und deierlich zugleich.— b ö f U 5 n u gedenken: soll ich noch einmal auf das Tuch zurückkommen? Es ist die Mode par excellence. Man trägt forstgrüne, kussisch⸗grüne, blaugraue, beigefarbene, telegrammblaue, marineblaue, braune,
Ein derartiges Leibchen kann alle Röcke aus weißem, cremefarbenem
schwarze Tuchkleider, die einen besetzt mit Astrachan, die andern ausgestattet mit einer e Sammet⸗, einer weißen Tuch oder soutachirten, ebenfalls g 1 Weste, bei welcher letzteren sich die Soutachestickerei auf dem Kleide wiederholt. Man bestickt auch weiße Tuchwesten mit schwarzer oder farbiger Soutache, und diese wählt man nicht allein zu Kleidern aus Tuch, sondern auch zu solchen aus Chevron⸗Cheviot, Croisé⸗ Cheviot, Limousine oder anderen einfarbigen, in sich gemusterten Wollen⸗ stoffen, welche die Nüance der Soutache zurückrufen.
Im Uebrigen haben wir eine unabsehbare Reihe neuer Winterstoffe. Vor allem die praktischen einfarbigen größtentheils in sich gemustert oder in sich gestreift, ferner die eleganten Phantasiegewebe mit ihren seidigen Plüschstreifen und Carreaux, welche sich in Otterbraun, Pflaumenblau, Marineblau, Bronze ꝛc. von einem gleichnüancirten Wollengrunde abheben, der aber bereits mit feinen, helleren Wollenstreifen durchwebt ist. Andere Wollen⸗ Fabrikate in denselben dunklen Tönen, ferner mahagonibraun, moosgr ein, olivengrün, altroth, sind mit breiten Streifen versehen, von welchen kleine Musterchen in Sammet und gerissenem Velours in vielen, sehr harmonischen Farben hervortreten.
Erbsen aus Plüsch, winzige Sammet⸗Carreaux, Frisestreifen mischen sich in buntem Durcheinander in den Phantastestoffen, welche man freilich nur zu sehr eleganten Kostümen verwendet. Und selbst bei diesen bilden sie mehr die Ausstattung, die Garniturtheile, denn man wird immer das Fagonnirte und Gestreifte mit dem Einfarbigen zusammenstellen. Letzteres reseivirt man bei solchen Kompositionen für die Draperien und das Leibchen, für welches sich die einfarbige Wolle stets am kleidsamsten erweist, während man jene Gewebe zu den faltenlosen Theilen des Kleides, zu Panneaux, Quilles, Revers, Kragen⸗ und Aermel⸗Garnituren wählt. Der untere Rock aus Phantastestoff bleibt indeß von der Mode nicht ausgeschlossen.——
„Kurz“ und„sehr lang“: das ist die Parole bei den winterlichen Um⸗ hüllungen; ein Mittelding giebt es nicht, und wenn es auch in der Vorder⸗ ansicht so erscheint, der Rücken bleibt kurz, sehr kurz. Sind es überhaupt neue Fagons, welche uns die Wintermäntel bieten? Kaum! Vielleicht, daß nur hier und da eine kleine, kaum sichtbare Veränderung hineingebracht worden. Wir haben den im Rücken ganz kurzen, anschließenden Paletot mit langen, zugespitzten und losen Vorderkheilen und mit weiten Aermeln, das Jaquette, viel, sehr viel die kurze Mantillenform, ferner das Mantelet mit Kanonenärmeln und mit anschließenden Paletot⸗Vordertheilen, den langen, anschließenden Paletot, häufig mit gefalteten Einsatztheilen aus abstechendem Stoff und mit halbweiten Aermeln, und den langen Mantel mit weiten Aermeln, mit zugespitzten Pelerinentheilen ꝛc.
In der Ausstattung, d. h. Zusammensetzung der Materialien, liegen die Neuheiten, wiewohl wir bekannten Stoffen begegnen: Seiden⸗ und Wollen ⸗ Matelasses, mit Frise- und Sammetmusterchen durchwebt, ramagirten Plüsch, glatten Plüsch, gemusterte Cheviots, Eskimo⸗Double und andere Doublestoffe.
Doch es 999 genug sein für heute! Die Details über die Ausstattung der Wintermäntel behalte ich mir für das nächste Mal vor.
Lose Blätter.
Muley Abdallah, Kaiser von Marokko, hatte einen Bedienten, der seit langer Zeit bei ihm war, und dem er vor allen andern zugethan schien. In einer augenblicklichen Stimmung von Großmuth drängte er diesem alten Diener zweitausend Dukaten auf mit der Weisung, sich sogleich von seinem Hofe zu entfernen, widrigenfalls er gewärtigen müßte, von ihm getödtet zu werden. Der alte Mann fiel vor dem Despoten nieder, umschlang dessen Knie und bat ihn, das Geld zurückweisend, mit thränenden Augen um die Erlaubniß, ferner in seinen Diensten bleiben zu dürfen. Abdallah willigte ein, jedoch nur ungern, und nicht lange darauf streckte er, von seinem ge⸗ wohnten Blutdurst getrieben, den unglücklichen Diener durch einen Flinten⸗ schuß zu Boden.— Eines Tages lief dieser Wütherich Gefahr zu ertrinken; einer von seinen Negern eilte noch zu rechter Zeit hinzu und rettete ihn vom Tode; als sich letzterer aber wegen dieser That glücklich pries, durch⸗ bohrte ihn Abdallah, der es hörte, mit seinem Dolche, indem er ausrief: „Seht doch diesen Autre welcher sich einbildet, Gott habe seiner be⸗ durft, um einen Gläubigen am Leben zu erhalten!“: M.
Die Feuerspritzen sind unzweifelhaft eine der ältesten Erfindungen, deren sich die praktische Mechanik rühmen kann. Ob der jüngere Plinius sie mit Recht dem berühmten Ktesibios aus Alexandrien, dem Lehrer Herons des Aelteren, zuschreibt, ist zweifelhaft, aber glaublich, weniger weil die Spritze auf lateinisch Ctesibica machina heißt, sondern weil der Herons⸗ ball und Heronsbrunnen auf denselben Grundsätzen wie sie beruht. Uebrigens wissen wir ganz genau, wie eine römische Löschspritze ausgesehen hat; denn Vitruv beschreibt sie umständlich, und mit seiner Beschreibung stimmt die Maschine, die im vorigen Jahrhundert in Civita⸗Vecchia aufgefunden wurde, völlig überein. Die Bedienung der Feuerspritzen in den römischen Städten wurde on dem Präfekten geleitet. Die erste Feuerwehr von 150 Hand⸗ werkern wollte Plinius in Bythinien ins Leben rufen, doch war der Kaiser Trajan aus uns unbekannten Gründen dagegen. Erst zu Ende des Mittel⸗ alters findet sich in holländischen Städten eine Feuerwehr. Wesentlich ver⸗ besserte Leonhard Gunzinger aus Augsburg 1721 die Spritzen; doch ge⸗ hört die Umbildung des Löschwesens unserer Zeit an. W. G.
Der Herzog von Choiseul lag auf dem Sterbebette. Ein Dutzend Aerzte umstanden im Streit sein Lager, von dem die Stille verbannt zu sein schien. Plötzlich lachte der Kranke laut auf. Alle sehen ihn erstaunt an, und es entsteht Ruhe. Man fragt den Herzog nach dem Grunde seines Gelächters.„Mir ist,“ lautet die Antwort, in meiner Jugend prophezeit worden, ich werde bei einem Aufstande sterben. Jetzt glaube ich an die Wahrheit.“ Sprach's, streckte sich und war eine Leiche. W. G.
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