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en und zum Antworten ließ sie Niemand. Sie sprach in einigen
age abgerissenen Sätzen von meinem Vorzänger; was ich am besten
daraus verstand, war ihr wegwerfendes Achselzucken, und dann zum
Schluß ein Citat von Lafontaine, dessen Fabeln ihr eine unerschöpfliche
Weieheit und Philosophie zu enthalten schienen,»Belle téte, dit le
rcenard, mais de cervelle point,«sagte sie und damit war ihr Thema erledigt.
Ich ging mit ihr in die Bibliothek, sie zeigte mir alle ihre
Schätze, die sie hier angesammelt, sie war mit den griechischen und lateinischen Klassikern bekannt, wie ein Professor der alten Sprachen,
sie entfaltete vor mir einen Reichthum von uralten Werken und Manuskripten, und ihr Gesicht färbte sich roth und ihre schlanken bleichen Hände zitterten. Sie sah es nicht, wie ich sie staunend,
Runverstanden mit einem langen Blicke betrachtete, sie war von einer
fieberhaften Beredsamkeit. Man mußte sie hier sehen, um zu ver⸗ stehen, daß in dieser Frau noch heute ein Fond von jugendlicher Begeisterung war. Ich begriff es nicht, warum sie der Menschheit, gleichgültig und geärgert, ferne blieb.„Meine Mutter hat nie Geld, sie trägt Alles zu den Büchertrödlern in Paris, bei denen sie Tage lang herumstöbert,“ so hatte mir die Marquise gesagt.— An wem lag nun die Schuld, daß die Tochter so kalt und lieblos über ihre Mutter dachte und der Enkel auch nicht einen Funken von Zuneigung für die alte Frau hegte? Es kam mir etwas wie tiefes Mitleid mit dieser armen Frau, die Gattin und Mutter ge⸗ wesen war und kühl und ungerührt, vielleicht verletzt und getäuscht, sich hier in dem entlegenen Zimmer eine Welt gegründet hatte, die ihr allein Befriedigung gewährte.
Die ersten acht Tage schien es ihr einige Unterhaltung zu ge⸗ währen, mit mir über Wissenschaftliches zu sprechen. Ich disputirte nicht mit ihr, obgleich ihre Auslegung der alten Klassiker sich sehr von dem unterschied, was uns unsere Professoren auf den Schul⸗ bänken gelehrt hatten. In das Gebiet der Kunst konnte ich ihr nicht folgen, ich hatte wohl einige Jahre in Berlin gelebt, aber ohne jegliche Anregung von Außen in tiefster Zurückgezogenheit im Hause der schweigsamen Excellenz. Die Frau Gräfin hatte mehrere Winter in Rom, einen in Athen zugebracht, wie ich zufällig erfuhr, und es ermüdete sie endlich, mir die Zeichnungen und die an Ort und Stelle erworbenen Kunstschätze, für die ich doch kein eigent— liches Verständniß hatte, zu erklären.
f(Fortsetzung folgt.)
Lose Blätter.
Eine Sonntagsschule.(Siehe Illustration.) Walther Firle in München war auf der Jubiläumsausstellung zu Berlin durch zwei Genre— bilder größeren Formats vertreten, welche die Aufmerksamkeit der Kenner erregten; das eine nannte er„Morgenandacht in einem holländischen Waisen⸗ baue“, das andere„Eine Sonntagsschule“. In beiden Schöpfungen ließ Firle erkennen, daß er wie Klaus Meyer und andere münchener Realisten nicht darnach fragt, ob sein Gegenstand malerisch im landläufigen Sinne des Wortes sei. Er greift nur hinein ins volle Menschenleben und sucht den schlichtesten alltäglichen Erscheinungen Reiz und Interesse zu verleihen durch die sichere Charakterisirung, sowie. durch die geschickte Behandlung des Lichtmotivs. Wie Fritz von Ühde scheint er sich mit Vorliebe den Armen und Verlassenen zu nähern, aber es fällt ihm nicht ein, wie jeuer, durch die fragwürdige Heilandsgestalt die christliche Legende mit den Erscheinungen der Gegenwart zu vermischen und so rst i machen. Firle kommt mit der christlichen Heilslehre ganz trefflich aus. Die Waisen finden ein Asyl in der Anstalt Barmherziger, die Unmündigen einen Führer und Erbauer in der Sonntagsschule. In diese lichtumflossenen Räume tönt durch die Jahrtausende das Wort des Heilands:„Lasset die Kindlein zu mir kommen.“— Da bedarf es nicht wie auf Friß von Übdes Gemäldern einer blutleeren, asketischen Gestalt, die als Fragezeichen unter den Kindern der Gegenwart steht. Walther Firle's Streben ist heute nur auf Wahrheit gerichtet und die Klarheit seiner Zeichnung und Schärfe seiner Auffassung verdient billig Anerkennung, vielleicht führt sein künstlerischer Entwicklungsgang noch zur Schönheit hin. N P.
Die bis jetzt beobachteten heißesten Sommer waren die der Jahre 638, in dem alle Quellen vertrockneten, 879, in dem die Feldarbeiter bei Worms vielfach vor Hitze todt niedersanken, 993, in dem fast alles Getreide und sämmtliche Früchte verbrannten. Im Jahre 1000 versagten in Frankreich alle Flüsse und Quellen, so daß die Fische in den Strombetten verwesten und eine förmliche Pest verursachten; 1022 fielen Männer und Frauen zu Tausenden von der Hitze todt zu Boden. 1132 wurde von der Hitze der Rhein bei Straßburg trocken gelegt. 1393 und 1474 geschah dies mit der Donau in Ungarn. 1718 wurden in Paris alle Theater der Hitze wegen geschlossen. In diesem Jahre fiel während fünf Wochen kein Tropfen Regen.
W. G.
so seine Darstellung unverständlich zu
Thiers hatte, als er noch jung und in Aix Advokat war, eine Lobrede auf Vauvenargues, welche von der Akademie zu Aix als Preisaufgabe ge⸗ stellt worden war, geschrieben. Er gewann den Preis, jedoch nicht im ersten Anlauf, denn es trug sich folgende Geschichte zu. In jener von den Leiden⸗ schaften des Jahres 1815 heftig bewegten Stadt des Südens wurde der junge liberale Kandidat von einem alten berühmten Richter d' Arlatan de Lauris, der seinen Geist und sein Talent erkannt hatte, sehr begünstigt und aufgemunterk. Aus der Lebhaftigkeit, mit welcher d' Arlatan die anonyme Abhandlung in der Akademie Mateidigte, erriethen seine politischen Gegner, daß sie von Thiers sei und schoben einmüthig deu Preis auf das folgende Jahr hinaus, als wäre die Arbeit in der That nur des zweiten Platzes würdig. Thiers hielt sich noch nicht für geschlagen; als der Ablieferungs⸗ termin heranrückte, schrieb er geschwind noch eine neue Abhandlung, ließ sie aber diesmal mit der Post von Paris aus ankommen. Das Geheimniß wurde gut bewahrt und die Gegner beeilten sich, die neue Abhandlung der alten gegenüberzustellen jener den Preis und dieser nur die ehrenvolle Er—⸗ wähnung zu geben. Als man nun die Namen entsiegelte, fand man, daß beide Arbeiten von Thiers waren. Die Herren Akademiker machten lange Gesichter und d'Arlatan lachte sich ins Fäustchen. M.
König Jakob I. unterbrach einst seinen gewohnten Spaziergang, um einen berühmten Prediger zu hören. Dieser sah den König eintreten, brach seinen Text ab, um wider das Schwören zu sprechen, dessen Jakob I. so berüchtigt war.— Nach beendigter Predigt dankte der König dem Prediger, fragte aber, welchen Zusammenhang das Schwören mit seinem erst gewählten Texte babe? Dieser erwiderte:„Da Eure Majestät Ihren Weg der Predigt wegen verlassen haben, so konnte ich nicht weniger thun, als den meinigen verlassen, um Eurer Majestät entgegen zu kommen.“ M.
Bei einem öffentlichen Examen wurde ein Mediziner gefragt:„Wenn Jemand durch irgend eine Explosion in die Luft geschleudert, wird, was ist dabei zu thun?“—„Ich würde ruhig abwarten bis er wieder zur Erde käme, und ihn dann untersuchen,“ war die einfache und richtige Antwort. —„Welche Muskel würden Sie bewegen, wenn ich Ihnen jetzt einen Stoß gebe?“—„Jedenfalls die meines rechten Armes; denn ich würde keinen Augenblick austehen, Ihnen eine Ohrfeige zu appliziren,“ war die ebenfalls sehr richtige Antwort. M.
Der Becher der Unsterblichleit. Hinu, Kaiser von Ching, hatte haupt⸗ sächlich den Wunsch, nicht dem Tode anheimzufallen. Trotz seiner Weisheit (er führte den ersten Kalender in seinem Reiche ein) meinte er, daß es ein Mittel, unsterblich zu sein, geben müsse. Er ließ große Summen bieten, wer ihm dieses Mittel überbringe. Man rieth ihm in Morgenthau zu baden. Derselbe wurde in kupfernen Kesseln abgeschöpft, und er badete darin. Er verschlang auch zerstampfte Perlen in Wein. Da kam ein Alchymist aus fernen Landen und brachte ihm einen Becher, dem Zauberzeichen eingeprägt waren.„Sohn des Lichtes,“ sagte der Alchymist,„wer aus diesem Becher trinkt, lernt nie den bittern Tod kennen.“ Hinu belohnte den Ueberbringer des kostbaren Gefäßes mit Schätzen. Der Magier küßte die Erde vor den Füßen des Kaisers und ging fort, ohne eine Spur hinter sich zu lassen; dem Mundschenk wurde aber geboten, den Becher zu hüten und ihn jeden Abend mit dem besten Wein gefüllt dem Herrscher zu reichen.„Was dem Kaiser die Unsterblichkeit verleiht, wird sie Dir auch sichern,“ dachte der Mundschenk und leerte wie jener den magischen Becher. Das kam an das Licht des Tages, und Hinu beschloß, mit dem Tode des Frechen das erimen laesae majestatis zu rächen. Da fiel der Diener zur Erde und rief: „Sohn des Lichtes! Sonne des Weltalls! Deine Weisheit bedenke, daß ich aus dem Becher der Unsterblichkeit getrunken habe.“ Auf diese Worte hätte der Kaiser mancherlei sagen können, er sagte es aber nicht, denn er dachte: „Ist mein Mundschenk unsterblich, darf er auch nicht sterben, und ich könnte mich blamiren.“ So verzieh er, und sie tranken beide vergnüglich fort, der Kaifer und sein Schenk, bis Hinus eines Tages starb; da zerbrach der Schenk den magischen Becher, während er sagte:„Du sollst keinen Sterb⸗ lichen mehr bethören. Es wird auch mir die Stunde kommen, der Niemand
entflieht.“ W. G.
In dem nordamerikanischen Befreiungskriege zeichnete sich der Oberst Arnold, ein geborener Amerikaner, der aber seinem Vaterlande ungetreu geworden war, durch seine wilde Grausamkeit unrühmlich aus. Er ver⸗ heerte Connecticut, verbrannte New London, und es war Niemand, der in den Reihen der Engländer von den Amerikanern mehr gehaßt worden wäre. Einst fragte er einen Gefangenen, was man mit ihm anfangen würde, wenn er gefangen werden sollte.„Man würde Euer Bein, das im Dienste des Vaterlandes verwundet wurde, abschneiden,“ lautete die Antwort,„und den Ueberrest an den Galgen hängen.“ W. G.
Als der gelehrte Licentiat Wittenberg in jungen Jahren einmal über den Durst getrunken hatte, und bei Eppendorf unweit Hamburg in einen Graben gefallen war, verfertigte der Satiriker Dreyer folgende Universitäten⸗ Geographie: 5
Wo liegt Leipzig? in Meißen.
Wo liegt Königsberg? in Preußen.
Wo liegt Tübingen? in Schwaben.
Wo liegt Wittenberg? bei Eppendorf im Graben. M.
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