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seine Afrikareise an und drang von Kairo über Khartum in das Herz von
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Genialität gelang es
verleugnet; er lebte und starb als Jude.
Afrika vor. Er durchzog das Gebiet der Monbuttu, welche Kannibalen sind,
kehrte durch die östlichen Niamstaaten nach Ndoruma zurück und wandte sich im Januar 1881 in südwestlicher Richtung dem Uelle zu. Als er diesen
Fluß überschritten, wurde er mehrere Monate durch die Abarmbo festgehalten und erst auf Verwendung des Niamniam⸗Häuptlings hin ließ man ihn über
den Ulle zurückkehren zu den Amadi. Im September 1881 durchzog
Dr. Junker abermals das Monbuttugebiet, erforschte Zuflüsse des Uelle und das Bergland der Monwu. Im September 1882 kehrte er zur Station bei Semio zurück. Von hier aus sandte er seinen erkrankten Reisegefährten und Diener Bohndorf mit kostbaren Sammlungen zurück, dieser aber wurde von den Truppen des Mahdi bedroht, verlor die Sammlungen und rettete
mit Mühe das eigene Leben. Dr. Junker wagte sich im Frühjahr 1883
wieder westwärts, kehrte am Ende des Jahres nach Lado zurück und flüchtete sich unter den Schutz Emin Beys, der mit seiner kleinen Schaar sich selber in großer Bedrängniß befand und noch befindet. Während nun Dr. Fischer von Sansibar aus eine Expedition nach dem Sudan hin unternahm, um Dr. Junker zu befreien, trat dieser die Reise zur Ostküste an und trotz un⸗ geheurer Gefahren und Strapatzen gelang es ihm am 4. Dezember 1886 Sansibar glücklich zu erreichen. Dr. Fischer wurde bekanntlich ein Opfer der„Aufsuchungs⸗ Expedition.“ In Bezug auf Kühnheit der Unternehmungen, Ueberwindung von Hindernissen und Zeitdauer erinnert diese Afrikareise Dr. Junkers an die Reise des Dr. Nachtigal durch die Sudanländer und wir müssen seiner kühnen Energie die größte Bewunderung zollen. R. E.
Der Vater der französischen Eisenbahnen. Am 7. Januar 1875 wurde in, Paris eine Finanzgröße, Emile Pereire, durch den Tod von seinen Schmerzen erlöst. Vierundsiebenzig Jahre war der kleine Mann, den man den Vater der französischen Eisenbahnen mit Recht nennen konnte, alt ber
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worden, und fast ein halbes Säkulum hatte Frankreich in industrie
Fragen auf ihn geschaut, den Simson der Industrie, so wenig Herkulisches sein Aeußeres zeigen mochte. Seine Arbeiten waren nicht unbelohnt ge⸗ blieben; er starb als ein Krösus. Dennoch hatte er dem Tode ruhig ent⸗ gegengeblickt. Wenige Tage vor seinem Hinscheiden hatte er den Entwurf u seinem Grabdenkmale aufmerksam geprüft, und als seine Kinder bei dieser
uhe sich der Thränen nicht hatten erwehren können, waren seine Worte !„Ihr wißt, daß ich bald sterben muß, was weint Ihr also? röstet Euch mit dem allgemeinen Schicksale und freut Euch, daß ich meinen Schmerzen bald entzogen sein werde.“
Er hatte sich früh der Börse zugewandt und war 1822 Makler ge⸗ worden, als welchen Olinde Redrigues ihn dem Saint⸗Simonismus ent⸗ gegenführte. Diesen sozialen Ansichten, welchen sich seine finanziellen an⸗ schlossen, gab er in mehreren Journalartikeln Ausdruck, die er im„Globe“ und im„National“ erscheinen ließ, und die Aufsehen erregten, da sie das Praktische der Lehren Saint⸗Simon's in das rechte Licht stellen sollten; jedoch vermochte er es nicht, die Menschen von damals glauben zu machen, die Gesellschaft könne merkantilisch geregelt und zu einer Association ver— einigt werden, wie der Saint⸗Simonismus dies erstrebte.
Das Aufsehen wuchs jedoch, als Pereire mit seiner großartigen Idee, in Frankreich Eisenbahnen bauen zu wollen, 1832 hervortrat. Viele schüttelten zu den Plänen des unscheinbaren, kleinen Bankiers die Köpfe, Viele— unter ihnen Adolf Thiers— bekämpften ihn, der fünf Millionen bedurfte, um die Bahn von St. Germain herzustellen, der Anfang eines Unternehmens, dessen Kommanditär James Rothschild wurde, das aber der kleine, zähe, thatkräftige junge Mann, Emile Pereire, begründet hatte. So gewaltig seine Ideen waren, so sehr sein Ruhm und sein Vermögen wuchsen, er blieb doch von Rothschild abhängig, bis Napoleon III. seiner nach dem Staatsstreiche vom 2. Dezember 1851 bedurfte.
Von dem Momente, daß Pereire auf eigenen Füßen stehen wollte, hatte er sich die Liebe seines früheren Protektors Rothschild verscherzt. So bewahrte derselbe das Schreibpult, an dem Emile gearbeitet hatte, auf und oft tönte es aus seinem Munde:„Ich werde den Tag erleben, wo dieser kleine Phantast mich beschwören wird, ihn wieder an diesem Pulte arbeiten zu lassen— ich aber werde diesen Schelm Hungers sterben lassen.“ Das Wort wurde Pereire hinterbracht; derselbe legte sein Antlitz in Falten des Mitleids und sagte:„Ich kann es ihm nicht verdenken, daß er mich meiner Ideen wegen beneidet, er besitzt ja keine.“
Die Süd⸗Eisenbahn war die erste eigene Schöpfung Emile's(in Ge⸗ meinschaft mit seinem Bruder Isaak), der sich die österreichischen und russischen Bahnen, wie auch die spanische Nordbahn anschlossen. Die Boulevards Malesherbes, Hausmann, Prinz Eugen, das Viertel der Neuen Oper, das großartige Hötel de Louvre sind seine Werke wie ihm auch der Kredit mobilier seine Gründung verdankt. Diese 1852 in das Leben gerufene Kreditanstalt erlebte ein ebenso glänzendes Aufblühen wie tiefen Sturz, der einen berühmten Prozeß der Aktionäre gegen die Verwaltungsräthe zur Folge hatte. Außerdem gründete Emile Pereire die Pariser Gasgesellschaft, die Omnibusgesellschaft, die ottomanische Bank, ein deutlicher Beweis, welche geistige Regsamkeit er besaß. 5 5 5
Mag dem Spekulanten und Gründer auch in der allgemeinen Ansicht ein nicht gerechtfertigter Makel anhaften, mögen der Neid und Haß, welche Pereire verfolgten, ihn auch beschmutzt haben, seine Gegner und Feinde mußten eingestehen, daß er in seinem Privatleben ein reiner Charakter ge⸗ wesen, daß seine Absichten nie schlimm oder rein egoistisch waren. Ein guter Familienvater, genoß er die Liebe der Seinen, welche die Leiden, die seiner körperlichen Auflösung vorangingen, tief beklagten.
Emile Pereire wurde vierundsiebenzig Jahre alt; aber trotz seiner ihm nicht, Finanzminister zu werden, obgleich dies sein stetes Streben gewesen ist. Den Glauben seiner Väter hat er niemals
W. G.
Glänzende Satisfaktion. Ein in schwedischen Diensten stehender, aus Schottland stammender Oberst, Namens Seaton, beging einst(wahrscheinlich im Jahre 1812 im Kriege gegen Dänemark) bei einer Musterung einen Fehler, worüber ihm der damals noch sehr junge, später so berühmt ge— wordene König Gustav Adolf einen Vorwurf machte. Seaton begann sich zu entschuldigen und zu vertheidigen, wobei der Wortwechsel eine so leb⸗ hafte Wendung nahm, daß in jugendlicher Aufwallung der König endlich dem Obersten eine Ohrfeige gab. Der Schotte begehrte auf der Stelle seinen Abschied und eilte noch denselben Abend über die dänische Grenze (nach Schonen), um dort neue Dienste zu suchen. Der König bereute bald, was er gethan, nahm einige Begleiter mit und ritt ihm nach. Auf der andern Seite der Grenze holte er den Schotten ein.„Herr Oberst,“ sprach er,„ich habe Euch Unrecht gethan und Euch zugleich beleidigt. Das thut mir leid, denn ich halte Euch für einen Ehrenmann, und darum komme ich, Euch Genugthuung zu geben. Hier, außerhalb der Grenze Schwedens, sind Gustav Adolf und Seakon einander gleich. Seht hier zwei Pistolen oder zwei Degen?“— Seaton warf sich vor ihm nieder und bat um die Er⸗ laubniß, in eines solchen Königs Dienst leben und sterben zu dürfen. Gustav Adolf umarmte ihn, und sie ritten zusammen nach dem Lager zurück, wo er in Mehrerer Gegenwart die Genugthuung erzählte, welche Seaton er⸗ halten hatte. Th. B.
Der Cacaobaum, dessen gewöhnliche Höhe 20 bis 22 Fuß beträgt und der nur selten eine Höhe von 30 Fuß übersteigt, wächst wild in allen Theilen der neuen Welt, wo er einen fruchtbaren Boden und einen feuchten, schattigen Standort findet. Aus diesem Grunde ist man in den europäischen Kolonien der Tropenländer, wo er angepflanzt wird, darauf bedacht, die Pflanzungen der Cacaobäume in der Nähe von Flüssen anzulegen und von Zeit zu Zeit große Pisangbäume dazwischen zu setzen, damit diese den nöthigen Schatten gewähren. In seiner vollsten Kraft ist der Cacaobaum im Alter von sieben bis acht Jahren. Seine Früchte gleichen in der Form den Citronen, in der Größe kleinen Melonen und sind als völlig reif zu betrachten, wenn sie eine vollständig gelbe Farbe angenommen haben und nur in der Gegend des Stieles noch etwas grün sind. Nicht alle Früchte eines Baumes reifen jedoch zu gleicher Zeit. Sobald sie gepflückt sind, muß man sie sogleich öffnen und die Bohnen herausnehmen, welche zuerst eine dunkelrothe Farbe haben, die dann in hellbraun übergeht und erst nachdem sie völlig trocken, das dunkle braun erhält. Obgleich der aus Caracas kommende Cacao allgemein als der beste betrachtet wird, so giebt es doch nur eine Art des Cacaobaumes, und die sich sehr oft bemerkbar machende Verschiedenheit in der Qualität hat ihren Grund lediglich in der Art und Weise, wie man mit den Bohnen verfährt. In Caracas pflückt man die Früchte nur, nachdem sie ihre vollständige Reife erlangt haben, und trocknet die Bohnen sorgfältig, damit sie nicht schimmeln oder in Gäh⸗ rung gerathen und auf diese Weise an Geschmack verlieren. In Brasilien dagegen werden die Früchte der in den Wäldern wildwachsenden Cacao⸗ bäume ohne Rücksicht, ob sie auch die gehörige Reife erlangt, gepflückt, die Bohnen herausgenommen und in Barken geladen, um sie nach den ver⸗ schiedenen Handeleplätzen zu führen. Da sie dort nach dem Gewichte ge⸗ kauft werden, so ist der Verkäufer darauf bedacht, daß die Bohnen nicht völlig trocken sind, damit sie eine größere Schwere haben, und so ist es natürlich, daß sie schimmeln und gähren und der brasilianische Cacao dem von Caracas weit nachsteht. Der Cacao aus den Kolonien, dem natürlich alle mögliche Sorgfalt gewidmet wird, kommt dem von Caracas an Güte ganz gleich und wird auch unter diesem Namen verkauft. Das aus der Cacaobohne gezogene Oel kommt unter dem Namen„Cacaobutter“ als feste Masse in kleinen Tafeln, ähnlich dem Wachs, in den Handel, und wurde früher als Medikament hoch geschätzt, während man in neuerer Zeit mehr und mehr von dem Gebrauche desselben abgekommen ist.
Dämonische Fische. Unweit des Krummbaches bei der Gerlos in Tirol fallen dem Wanderer drei anmuthige kleine Bergseen auf, von denen der eine noch Millionen von sogenannten„Pfrillen“ enthält, die einer sonst sehr beliebten Fischgattung angehören. Aber kein Mensch im ganzen Thale wagt es, diese wohlschmeckenden Thiere zu verzehren, weil sie angeblich von einem in allen Zauberkünsten bewanderten„Venedigermandl“ in den See ver⸗ pflanzt wurden und in Folge dessen die böse Eigenschaft besitzen sollen, den davon Essenden eine langsame Abzehrung beizubringen. Der Volksaberglaube, der sich mit diesen Pfrillen viel beschäftigt, will wissen, daß ein alter, böser, geiziger Bauer die Nachbaren sämmtlich vertilgen oder„zur Sterb“ bringen wollte, ohne Aufsehen, um nach und nach das ganze Thal sich anzueignen. Zu diesem Zwecke ließ er sich von einem„Venediger“ ein solches„Giftstücke“ bereiten.„Die Bosheit aber verschluckt,“ wie der Römer Seneca sagt,„den größten Theil ihres Giftes selbst,“ und so hat denn auch das teuflische Vor⸗ gehen des Harpax der Volkssage zufolge ihm schlechten Lohn getragen. Steckt er doch nun als„Verwunschener“ drunten im Bergsee, wo die Pfrillen fort und fort an ihm sich mästen, weil sie außerdem keine Nahrung in der Tiefe finden. Dabei ist zu bemerken, daß das, was sie ihm ab⸗ fressen, immer wieder nachwächst, wie in der antiken Göttersage die Leber des Prometheus. So lange nun dieser nicht unpoetische Aberglaube im Volke sich lebendig erhält, ist begreiflich, daß viele Bewohner des„heiligen Landes Tirol“ auf den Genuß der Pfrillen verzichten. Th. B.
In einer Gegend Persiens entdeckte man eine Steinplatte, auf welcher mit goldenen Buchstaben geschrieben stand:„Wer die Wahrheit dieser nach— stehenden Grundsätze bestreitet, der wird sie, wie andere, lesen und vergessen. Wer nicht im Wohlstand ist, hat auch keinen Kredit.— Wer kein folgsames Weib, hat keine Ruhe.— Wer keine Nachkommen, hat keine Stütze; aber wer Nichts von dem Allen besitzt, lebt frei von Sorgen.“ M.
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