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Schluchzend antwortete es:„Ich bin ein armes verlassenes Mädchen; meine Mutter, Herrscherin jenes Bambusgebüsches, hat mit meinem Vater, einem früheren Bewohner jener Quelle, diese Gegend verlassen und mich allein in dem Bambusgebüsch zurück⸗ gelassen.“ Die Thränen rollten ihr bei diesen Worten über die zarten Wangen.
Wie unser Jäger das holde Mädchen so betrübt sah, verzieh er ihm in seinem Herzen, tröstete es und, da er keine Kinder hatte, bot er ihm an, es an Kindesstatt anzunehmen.
Freudig willigte das Mädchen ein und versprach ihm, eine gute Tochter zu werden. Von diesem Augenblick erkannte er es als seine Tochter an, nahm es als Kind zu sich und taufte es Perle, wegen seiner schönen Zähne.
Als seine Jagdgenossen von der Jagd Abends heimgekehrt waren, erzählte er ihnen sein Abenteuer, so wie es sich zugetragen hatte. Nach einigen Tagen kehrte die ganze Gesellschaft in ihr Heimathsdorf zurück; hier erzog der Vater sein Kind, als ob es eine geborene Prinzessin sei. Die Einwohner sahen denn auch mit Ehrfurcht zu ihr empor und ehrten sie wegen ihrer außergewöhn⸗ lichen Schönheit und schlanken Gestalt wie eine Prinzessin.
Zu jener Zeit wohnte ein mächtiger Fürst, welcher Rampoli hieß, in dem benachbarten Reiche an der Mündung des„Stromes der Väter.“ Dieser Fürst hatte die Gewohnheit, sich jeden Nach⸗ mittag gegen Sonnenuntergang in dem Flusse zu baden. Nun geschah es eines Tages, während er badete, daß, als er grade mit beiden Händen sich das Wasser über den Kopf warf, er die runde Frucht des Djambubaumes auffing. a
Gleichgültig warf der Fürst sie wieder in das Wasser.
Doch als er sich zum andern Male Wasser über den Kopf warf, bekam er dieselbe Frucht wieder in die Hand; nochmals wirft er
sie weg, um sie mit dem Strome forttreiben zu lassen, doch zum
dritten Male kam sie wieder in seine Hände zurück.
Das fand er wunderbar.
Er begann nun wirklich, sich die Frucht näher anzusehen und bemerkte zu seinem Erstaunen, daß es nur die halbe Frucht war und daß Jemand die andere Hälfte abgebissen hatte. Die Spuren
der Zähne waren so zierlich, daß er sofort begriff, es müsse eine
Frau gewesen sein, welche schöne kleine Zähne habe. Und neugierig gemacht, dieses Weib zu erblicken, beschloß er, seine Sklaven aus⸗ zusenden, um sie suchen zu lassen. Nach seiner Schätzung mußte die Unbekannte ungefähr oben bei den Quellen des Flusses wohnen, denn die Frucht war von oben hinunter geschwommen.
Am folgenden Tag befahl er sechs seiner besten Sklaven, das Weib mit den Perlenzähnen dort aufzusuchen. Diese kamen bald in die Provinz Pinontakan, ihr Nachforschen war jedoch vergebens. Die Frau wurde von ihnen nicht gefunden und so kehrten sie un⸗ verrichteter Sache mit schwerem Herzen zu ihrem Fürsten zurück. Sie fürchteten, daß der Fürst sie, obwohl unschuldig, strafen werde.
Nachdem sie von ihrer vergeblichen Reise Bericht erstattet hatten, erbot sich ein alter Sklave des Fürsten, die gesuchte Frau ausfindig zu machen. Dieser, klüger als die Uebrigen, begriff, daß er, um seinen Zweck zu erreichen, sich eine List erdenken müsse. Er machte sich, von einigen Kameraden begleitet, sofort auf den Weg und nahm einen Hahn mit. Dicht bei der oben genannten Provinz angekommen, rupfte er das Thier vollständig kahl. Darauf ging er in das Dorf, ließ den Hahn überall sehen und rief längs des Weges mit lauter Stimme:„Ich verkaufe Hühner, wer bietet mir Geld dafür?“
Die Dorfbewohner kamen aus ihren Hütten auf die Straße und als sie sahen, daß das Thier keine Federn hatte, lachten sie laut auf.
So zog der Sklave durch das Dorf. Jeder Bewohner öffnete seinen Mund zum Lachen und der Besitzer des Hahnes bekam durch List alle Zähne zu sehen. Als er nun mitten in das Dorf ge— kommen war, sah er Jemand durch eine Dachluke des nahe gelegenen Hauses blicken. Als der Kopf ganz zum Vorschein gekommen war, fing die Person beim Anblick des Hahnes, welchen der Mann be⸗ ständig in seiner Hand hatte, derart an zu lachen, daß ein paar Reihen der schönsten Zähne sichtbar wurden. Es war die Perlen⸗ Prinzessin mit ihren herrlichen Zähnen.
Nun wußte der Sklave genug. Nachdem er sie noch einmal genau angesehen hatte, kehrte er mit seinen Gesellen zu seinem Herrn zurück und brachte diesem die erfreuliche Nachricht, daß sein Plan gelungen sei und er nun wisse, wo sich die gesuchte Schone
aufhalte. Der Fürst ließ sich erzählen, wie er es angefangen habe und horchte natürlich neugierig auf die Erzählung des alten Mannes. Ihm gefiel die Schlauheit, welche dieser dabei an den Tag gelegt
hatte und war sehr mit ihm zufrieden. Sofort war der Entschluß des Fürsten gefaßt, die sogenannte Prinzessin zu seiner Frau zu machen. Er sammelte einen kostbaren Brautschatz, den er dem Vater des Mädchens bezahlen mußte. Darauf brach er mit großem Gefolge auf und begab sich in die Provinz Pinontakan.
Der Wunsch seines Herzens wurde erfüllt. Der Jäger bestimmte den Werth des für seine Tochter zu zahlenden Brautschatzes; seine
Forderung wurde bewilligt und er gab sie nun dem Fürsten zur
Frau. Perle war jetzt, Dank ihrer Schönheit, von einer Dorf⸗ prinzessin zur Gemahlin des Fürsten Rampoli und zur Beherrscherin
eines kleinen Reiches erhoben worden und sie nahm sich mit Liebe
aller Derer an, die arm und verlassen waren.
Kleine Frauen-Zeitung.
Die Mode.
Wie ich es schon zu Anfang der Saison enden das schottische Carreau in den Kleiderstoffen hat vielen Beifall gefunden, besonders das⸗ jenige, welches mild und von gutem positionen ist, d. h. nicht mehr als drei bis vier Töne in sich vereint, z. B. pistaziengrün, moosgrün, frühlingsgrün und rahmgelb, oder rahmgelb, heliotrop, penske und altgold, oder rahmgelb, maisgelb und beige ꝛc.
Ueber derartige schottische Röcke erheben sich dann Echarpes aus ein⸗
farbigem Wollengewebe, welche man in der dunkelsten oder hellsten Farbe der Carreaux wählt, und welche an der Seite oder im Rücken in breiten
Enden herabfallen, besetzt am unteren Rande mit Passementerien oder Ge⸗ N
hängen aus übereinstimmend farbigen Perlen. Eine Casaque aus einfarbigem Stoff, rings mit Rundschnüren benäht, welche die Farben des Carreaus wiederholen, vollendet eine solche Toilette.
Nicht minder hübsch erscheint mir folgende in Vigogne. Der karrirte Rock ist auf den Fond drapirt und bildet auf der linken Seite eine drei⸗
fache Quetschfalte. Vorn legt sich ein kleines, kurz ft en Tablier aus
einfarbiger Vigogne über den Rock und im Rücken fällt ein graziös ar rangirter Puff aus demselben Stoff nieder. Das einfarbige Leibchen Genre Jaquette, öffnet sich mit Revers über einem Chemiset aus gefälteltem Surah in gleichem Ton. Auf dem Schooß nach vorn zu zeichnet eine Reihe kleiner Schlingen aus Faille Picotband eine Art Tasche. Eine Schleife scheint auf
den Aufschlag der Aermel geflogen zu sein.— Hierzu gehört eine kleine Kapote aus gelbem, durchbrochenem Stroh, zwischen deren einzelnen Bordüren
immer eine schmale, gekräuselte, schwarzseidene Spitze mit herausstehenden Zäckchen angebracht ist. Kapote, und ein Kränzchen von gelben Kuckucksblumen, aus welchem eine Aigrette lila Frisblüthen hervorstrahlt, dient als Ausputz.— Und wie ver⸗ hielten sich die Farben des Kleides zu dem Hütchen! Die Carreaux präsen⸗ tirten sich blaßgrau, schwarz, goldgelb und lila, und die letztere Nüance war in dem einfarbigen Stoff vertreten.
Wieder ein anderes Kostüm aus karrirtem Wollengewebe(Voile), die in mehreren grauen Tönen, durch Kreuzungen rother oder blauer Linien belebt, zeigte den Rock, in breite Falten geordnet; ein kleines, graues, leichtes Tuchjaquette mit einem Plastron aus grauer Sicilienne vertrat die Stelle
des Leibchens, und um dasselbe schlang ch eine Echarpe à la Robespierre,
ebenfalls aus grauer Sicilienne, deren beide Enden auf der linken Seite niederfielen und unten je mit Pompons oder einem großen Nestelstift in Passementerie zusammengehalten waren. f
Die Schärpen à la Robespierre(ich kann an dem süchichen Namen nichts ändern, man hat sie so getauft) sind sehr in Gunst, und v ele Damen mit schlanker, runder und biegsamer Taille haben dieselben angenommen. Aber sie eignen sich mit ihren vielen Falten nur für einen derartigen Wuchs, sich hierbei von besonderer Kleidsamkeit erweisend. Es läßt sich auch leicht ein älteres Kleid durch eine solche Schärpe neu gestalten, ohne daß man das Geringste daran zu ändern hat; es genügt, den Rock über das Schnebben⸗ oder Schooßleibchen zu ziehen und dann die zusammengefaltete Schärpe um die Taille zu legen. Dieses Arrangement wird sich sehr hübsch zu den 3 Etamine- und weißen Vigognekleidern ausnehmen. Man kann auch die Schärpe in abstechender Farbe wählen; so dürfte sie in strohgelber oder alt · rosa Nüance von hübscher Wirkung auf einer weißen Toilette sein.
Um indeß wieder auf die sommerlichen Kleiderstoffe zu kommen, so
giebt es deren auch viel 1 in Seide und leichter Wolle, welche, gleich
den karrirten, ihre Vervollständigung in dem Einfarbigen finden, und das Zusammenpassen der Farben ist hierbei nicht mehr eine 5 difficile Arbeit wie früher. Man wird z. B. zu einem heliotropfarbenen urah, durchfurcht
mit breiten, matten Streifen in Beige und sanftem Goldgelb, mindestens
zehn Gewebe zur Verfügung haben, welche sich auf glückliche Weise mit ihm verbinden, sei es, daß ste sich dem Lila des Grundes, l es, daß sie sich
dem Goldgelb oder der Beigefarbe der Streifen anpassen. solcher An · zug präsentirt sich z. B. sehr vortbeilhaft mit ge 2 0 Rock un deigefarbenen Tunika nebst Gürtel⸗ oder Schnebbenlei
Boile, Wollenbatist, Bengaline ꝛc. Die oben geöffnete und gekreuzte Weste würde aus dem gestreiften Surah sein und ein Chemiset aus plissirtem, ein farbig heliotroplila Crepe lisse erhalten. Ein ähnliches Genre könnte sich
Ein schwarzes Sammet⸗Bouillonns umrahmt die
einer* chen, gleichviel aus
Geschmack in seinen Farben- Kom-


