Ausgabe 
31.1.1886
 
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r ·-w. 8 ö 39 W= 0 J Geäste des Cafe's, welche die Beiden umgaben, lautlos seiner Ent Polnische Nationaltänze.Wer ein polnisches Dorf gesehen hat, weiß,

1 wickelung folgten, ohne weder für den Einen, noch für den Andern 1 een sagt das e das mau mit gleicher Wahrheit thatsächlich Partei zu ergreifen, wenn auch die Sympathie der Mehr cbenfallg. Du ist zuerst 1 70 Cena pole abgetan rare, alt z scherlic f Seite 8 e 0. ee 1 8 0* 5 55 9 er Franzose 0 zahl sicherlich auf Seite, des Unbekannten stand, der übrigens Mann despotischer Barbar, der Ungarwein, wie Wasser und Champagner wie genug zu sein schien, sich zu vertheidigen. Ungarwein trinkt. In ihm regt es sich noch immer, seine Unterthanen wie Vielleicht hatte auch der mecklenburgische Baron eine solche da Zeiten der glorreschen Republik Polonia mit Füßen zu treten. Außer CExumpfindung. Bas. dem Edelmanne giebt es noch Bauern, die jenem weit aus dem Wege gehen

Ich soll widerrufen? lachte Herr von Grüner höhnisch,

und Jeden für einen Edelmann halten, der einen hohen Hut trägt. Der 1

Bauer vergißt nur bei einer Gelegenheit seine unterdrückte Lage; wenn es

lieber Herr, ich soll das, was ich über die Freischärler und Barri- zum Tanze gebt. Die Schänke ist der Ort, wo das Landvolk sich mit 9 1 g N 0 seine dati 4 9 1 ie Di zusik 0 1 1 1 kadiers gesagt, widerrufen, ich, der Baron Grüner, weil Sie, Leidenschaft seinen Nationaltänzen hingiebt. Die Musik besteht meistentheils 1

aus Geige und Baß. Die Spieler haben gewöhnlich auf irgend einem Tische oder Fasse Platz genommen und fiedeln munter zu den Tänzen auf. Im Norden wird Mazurek, im Südosten Miniago bevorzugt. Wenn in dem ersten sich Stolz und Kühnheit aussprechen, so giebt sich in dem

andern, den Ruthenen und Weißrussen ebenfalls, tanzen, eine ungemeine

Herr Walther Frank, es verlangen... Sie... Sie.. Ah, das ist zu komisch! Und er ließ seinen Schnurrbart in fieberischer [Eile durch die Finger gleiten.

Sie weigern sich also? fragte der Andere mit einem Zug ee 8 f 0 98 0. 0 5 5 e Heiterkeit kund. Er stellt die Begrüßung der geliebke Tänzeri ihre e, Ff 5 5 8 18 b 50 grüßung geliebten Tänzerin und ihren 4 kiefer Erredung 1 Mund, 1 wollen nicht die Beschimpfung Dank dar. Der polnische Vauer vergißt die größte Trübseligkeit beim 0 zurücknehmen, die Sie gegen Männer ausgestoßen haben, die aus Tanz, und kommt der Branntwein noch dazu, daun hat sich ihm der Himmel 7 Liebe zum Vaterland und zur Freiheit ihre Existenz, Alles das, gu Erde gesenkt. Er jauchzt, er springt doppelt so hoch und stampft mit was man Glück nennt, ihr Leben in die Schanze schlugen? Ich den Stiefelabsätzen gewaltig die Dielen oder den Estrich, je nachdem die 1 hätte es mir denken können. Komm Findlin wir haben mit Schänke diese oder jenen besißt. Dabei bedarf der Pole keinen weiten g 1 90 9 g a 3 16 0 e 60 it Raum, das kleinste Zimmer genügt ihm zum Tanz, man könnte sagen: der ö diesem Herrn weiter nichts zu sprethen. Und mit einem ver- kleinste Winkel desselben. W. 0. ächtlichen Blicke wandte er sich zum Gehen. 9 Weniger die Worte Frank's, als der Blick, den er auf den Der Herzog von Noquelaure, ein Güustling Ludwig XIV. hatte 6 g ö ö e i 5 e 0 Baron fallen ließ, reizten diesen auf's Aeußerste. ae e 1 0 11 5 105 9 auen e 1 44 N See schrfe er 1* Cee En eine ade. veim König nachsuchen wollte. 5 oque aure prach ur ihn 1600 von 15 Stelle, schrie er, purpurboth im Gesichte und und sagte dem Könige, daß er diesem Manne viel Verbindlichkeit schuldig dem Anderen den Weg vertretend,Sie haben mich beleidigt, mich, sei. Die Bitte wurde gewährt. Später fragte der König den Herzog, den Baron Grüner. Ich will Ihnen die Gamaschen anpassen. Sie welche Verbindlichkeiten er gegen diesen Auvergnaken habe.Ach, Sire, 1 7*! 1** 6* 1 orte 9 0 jese 9 1 Ar. N b 4 1 0 1 0 sollen einen alten Offizier von den Windischgrätz-Dragonern kennen Frantreic er, gohne diesen Pavian wäre ich der Häßlichste in ganz ü 9 19 55 ö 1 7 Frankreich. 1 lernen. Und zu dem Regierungsassessor gewendet, der ihn be⸗ 5 0 8 15 schwichtigen wollte, rief er:Der Kerl muß mir Satisfaction geben. 0 Er muß sich mit mir schießen. 3 3 4 5 Der Fremde zuckte die Achseln wie Einer, welcher den Andern Auflösungen der Räthsel. N einer ernsthaften Ankwort nicht mehr für werth hält, und sagte nur Auflösung der e Charade in voriger Nummer: Anfang; 10 des Silben⸗Räthsels: 1. Wellington. 2. Jowa. 3. Lokomobilen.

4 it festem Tone onergischer Geberde:Bitte e 0

4 15 1 und energischer Geberde:Bitte, geben Sie mir Livingstone. 5. Schandau, 6. Tuba, 7. Denar. 8. Umlauf. 9. Gothen. g e e N 8 F 10. Ernestine. II. Natal. 12. Arnold. 13. Unze. 14. Elivi. 1 Ihre Karte will ich haben. Cher lasse ich Sie nicht von der 15. Rabe. 16. Frauenlob. 17. Anker. 18. Honoluln. 19, Rubin. Stelle. Ich will wissen, wo ich Sie finde. Wo wohnen Sie? 20 80 1 735 ee 4 25 24. Schaf. 5 schrie Grüner, durch die Geberde Frank's noch mehr gereizt. 5, Sirocco, i teen e Chateaubriant 4 eine, 29. Iser⸗ f g ee Wohnung zu nennen, schien 15 Fremden Ae e eee sich ziemt, so frage nur bei in Verlegenheit zu bringen. Er antwortete nichts, sondern sah zur Ich wand ein Sträußlein Morgens Doch als ich Abends kam zum Tanz

Erde nieder, mit der Hand über den Kopf seines Hundes streichend. früh, Und that verstohlen und sachte, N(Fortsetzung folgt.) Das ich der Liebsten schickte; Da trug sie die Nelken am Busenlatz

. g Nicht ließ ich sagen ihr, von wem, Und schaute mich an und lachte.

eee Und wer die Blumen pflückte.

des Kreuz⸗Räthsels:

Lose Blätter. HFI S 4 Der Stutzer vom Jahre 1793.(Siehe Illustration.) Die große R E 1 Revolution brachte in Frankreich nicht nur das Königthum zu Fall, sondern 3 auch die Zopfperrücke. Mit der politischen Umwälzung ging jene auf dem ö W XE Gebiet der Mode Hand in Hand. Die Revolutionsmäuner trugen ihr Kopf. e haar frei, schnitten es über der Stirn kurz ab und ließen es im Nacken MAT G D E BUR lang werden. An Stelle des dreieckigen Hütchens trat der kühner auf 5 5 7 E N E E R strebende zweispitzige Filz, welcher später in Deutschlaud unter dem Namen 2 2 R 5 2 25 Napoleonshut in Aufnahme kam. Die dreifarbige Kokarde schmückte den M ON* B L A N 0 Hut jedes Citoyens. An Stelle der zierlich geschnittenen enganschließenden, 3 J reichgestickten Seiden- und Sammetröcke traten derbe Tuchröcke mit breitem F.* 8 Brustlatz und langen Schößen, welche über der Brust zugeknöpft, und durch eine Schärpe über den Hüften geschmückt wurden. Eine hohe Kravatte mit F E. feiner Spitzenkrause umschloß den Hals. Weiße Manchetten traten aus den 2 RNaockärmeln und legten sich über die Hände, welche auf der Straße in der AR E*

geggel ein spanisches Rohr mit Metallknopf oder eine Schnupftabaksdose trugen. Aus der linken Westentasche hing in der Regel ein farbiges Uhr⸗ band oder Berloque herab. An Stelle der zierlichen Schuhe und Strümpfe traten hohe Stiefel. So ließ die Mode erkennen, daßdie goldene Jugend 5 o mony m. Frankreichs sich vom Salon hinaus auf die Straße begeben hatte, daß ernste Ereignisse das Andenken au eine galante Zeit verdrängten. Die Kriegsstürme riefen alle Männer in's Feld und jene wählten eine derbere, bequemere und kühner aussehende Tracht. Auch die Umgangsformen wurden freier. Während vor der Revolution ein Herr in Damengesellschaft es niemals wagen durfte, die Beine übereinander zu schlagen, that man dies nun ohne Bedenken, bewegte sich in freiester Weise und ließ auch die umständlichen Höflichkeits hrasen fallen. Unser Bild, das von E. van den Bussche gezeichnet ist, schlldert die Trachten aus der Revolutionszeit und zeigt, daß in die Ver⸗ guügungen der galanten Welt ein Schreckgespenst hineinragte. Jener Stutzer, welcher seiner Dame Schutz und Geleit gewährt, muß an der Guillotine 0 1 8 1 ö porüber. Ein Sansculotte sitzt auf dem, Sockel der grausigen Maschine Kebchene Aufeuthalt soll ich Dir künden! und sein forschender Blick scheint die Schöne zu beunruhigen. Der Stutzer Wohl unn, 555 eme sei eo Dir, drängt vorwärts. Wer in jenen Tagen den Vergnügungen von Paris nach- Kannst im Wort im dritten Sinn sie finden, ging, der beeilte sich, an der Guillotine vorüber zu kommen, wo die Köpfe In dem Schlosse, gar nicht weit von mir. fielen wie reife Brombeeren und das Blut in Bächen niederfloß. 3

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Nicht dem Menschen war es jemals eigen, Was im ersten Sinn das Wort Dir nennt, Drum wird nimmer seinem Blick sich zeigen, Was der Gottheit Schranke von ihm trennt.

Aber seiner Töne sauftes Schwellen

Stärkt, im zweiten Sinn, den matten Geist, Wenn auf reiner Harmonien Wellen Kunstgenuß der Erde uns entreißt.