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Kaschmirs persischen und indischen Gen
man kann nicht behaupten diese oder jene ist besonders Mode, denn was man auch, wenn wir z. B. die runden Kopfbedeckungen in's Auge fassen, 5 Gunsten der spanischen a ssch sagen mag, welchen man sich ja mit
orliebe zuwendet: sie müssen sich viele Nebenbuhlerinnen anderer Art ge⸗ fallen lassen, und sie selbst variiren in Gestalt und Arrangement dermaßen, daß man sie als spanische Grundform oft kaum herauskennt. Wir haben also den reizenden und kleidsamen Bolero in seiner ursprünglichen Fagon und in zahllosen Modifikationen, unter welche sich auch der Braganza reiht: mit breitem, niedrigen Kopf, der uns das Barett zurückgiebt, mit breitem, mittelhohen und auch hohen Kopf, ebenso wie mit etwas zugespitztem Kopf; wir haben ferner verschiedene anmuthige Amazonenhüte, den Louis XI., den Louis XIII, den Athos, den Chasseur mit schmalem Rande, den Rembrandt und ein e bee Hüte mit breiter Krämpe, vor Allem aber, wie ich letzthin flächtig berührte, anmuthig chiffonnirte und bauschig drapirte Toques russischer und spanischer Art aus Sammet, Plüsch, Tuch und, für die kommende Zeit, aus Pelzwerk. Die runden Filzhüte hingegen erscheinen meist in weichem Seidenfilz, hellgrau, beige, braun, schiefergrau, dunkelblau, moos⸗ grün, schwarz, rahmgelb und sogar roth, seltener aus Sammet und Plüsch, welche letztere sedoch wiederum die Hauptstoffe für die kleinen zierlichen Kapotehüte bilden. Denn dieselben erhalten sich in all, ihren Variationen als Pariser Kapoten, Bebekapoten, Manons ec. und werden noch eine Zeit⸗ lang die Lieblingskoiffüre von Alt und Jung bleiben trotzdem man aus Paris die bevorstehende Herrschaft der großen Direktoirehüte mit ihren Straußfedermassen ankündigt. Man garnirt die kleinen Kapoten noch immer ziemlich hoch, wenngleich nicht mehr übertrieben, doch macht sich auf anderer Seite wieder ein Umschwung geltend, indem man den Ausputz breit gestaltet: ein Verfahren, das, je nachdem, auch an runden Hüten Ausdruck findet. Mehr und mehr tritt in Hüten die Farbe in den Vordergrund. Man eint in kleinen Kapoten vielfach moosgrünen oder nakaratfarbenen Sammet mit rosa Faille, bevorzugt darin die Mahagoni-Nüancen, die Feuer- und Bronzetöne, das schöne Goldbraun und Heliotrop, hell wie dunkel.
Dessenungeachtet wird man wiederum vielfach ganz schwarze Hüte tragen, garnirt mit Schleifen und mit einer Fülle von Jet, der sich in den ver⸗ schiedenartigsten Zierrathen kundgiebt, oder mit einer Vogelphantasie,— schwarze Sammethüte, geschmückt mit Weiß oder mit lebhaften Farben und hier besonders mit Gelb, in Begleitung kleiner reizender Phantasien: ciselirter Nadeln, Kämme ꝛc.,— ferner cremefarbene Hüte mit schwarzer Garnirung oder ohne Beimischung jeglichen anderen Tones.—
Wenn wir uns jetzt den Kleidern zuwenden, so sehen wir, daß zur alltäglichen wie zur geputzteren Tracht, im Hause und auf der Straße, in kleineren Gesellschaften und bei Besuchen in diesem Winter die Wolle herrscht, sei es, daß sie ihre Einheit bewahrt, sei es, daß sie sich mit Seide, Sammet oder Plüsch mischt. Es macht sich eine besondere Vorliebe für Schwarz und Rahmgelb darin geltend, denn auf kleineren wie auf großen Festlich⸗ keiten wird man derartige Toiletten tragen: vom Einfach-Zierlichen bis zum Luxuriösen. Für junge Mädchen bereitet man graziöse cremefarbene Kleider, nach wie vor aus den beliebten Kaschmirs, Foulés und Voiles, aus glatter, damascirter und mit Löckchen oder Schlingen durchwebter Etamine, einer⸗ seits fein und weich, andererseits grob und locker, ferner aus klaren, spitzen⸗ artigen Wollengeweben, diese zuweilen abgepaßt mit einer Bordüre, gleich⸗ nüancirt, rosa oder blaßblau, und meist zusammengestellt mit schlichter Etamine. Will man solchen Anzügen nun ein besonders elegantes Gepräge geben, so mischt man sie mit cremefarbenem Taffet oder Surah, und diese Kompositionen führen zu den noch reicheren Toiletten für verheirathete Damen, bei welchen sich vorzugsweise die Faille frangaise mit köstlichen, schmiegsamen Wollenstoffen und sogar mit Crépe de Chine verbindet, ebenso wie dieser mit Wolle. Denn man liebt die seidigen, schimmernden Reflexe im Verein mit den matten.
Selbst in Morgenkleidern findet das Rahm- und Elfenbeingelb An⸗ erkennung. Man fertigt deren aus solchem Flanell, geziert mit gleichgetönten Wollenspitzen und mit Schleifen aus Moiré- oder Ottomanband, welche letztere in dem vorn sich herunterziehenden Muschelgewinde aus Spitzen liegen und um Taschen und Aermel flattern. Zuweilen wählt man, um den monotonen Eindruck zu unterbrechen, die Bandschleifen in dunkelrother oder dunkelpensee Farbe. Andere sehr elegante Morgenkleider werden neuerdings aus dunkel⸗ farbigem Surah hergestellt, mit einem plissirten oder in vague Falten nieder⸗ fallenden Rock, welchen, je nachdem, eine glatt angesetzte Spitze oder ein breiter, krauser Spitzenvolant unten schmücken. Dazu gehört ein Panier⸗ Jaquette, im Rücken anschließend, vorn lose, mit wogigen Draperien aus⸗
estattet und unterhalb der Taille durch gleichnüancirte Sammetbänder zu⸗ fene en welche von der Seite ausgehen. Die vernünftige Frau jedoch, welche in der Morgenrobe nur den praktischen Zweck heraus kennt, der ihr die Freiheit der Bewegungen für häusliche Verrichtungen, ebenso wie die Juspicirung von Küche und Vorrathskammer gestattet, sucht in jener Robe feinen Schein des Luxus, nichts Duftiges und Flatterndes in der Garnirung, nichts Zartes in der Farbe. Sie greift gern zu dem Kaschmir, zu dem eng⸗ lischen Flanell, dem leichten Damenkuch, marineblau, granatfarben, otterbraun, u dem einfarbigen, melirten, gestreiften oder karrirten Lama, zu dem klein ien Velours. Als Form zieht sie die einfache, leicht anschließende Prinzeßform oder den Rock nebst längerem oder kürzerem Jaquette vor. Dasselbe wird mit einem wohlfeilen, leichten Flanell. je nach der Farbe: roth, himmelblau oder rosa, gefüttert, seitwärts mit Taschen, im Uebrigen mit Stehkragen und Aermel⸗Manschetten aus Sammet garnirt und vorn meist in schräger Richtung geschlossen. Die gleichen Formen, nur eleganter arrangirt, d. h. vorn mit gefaltetem oder bauschigem Einsatztheil oder mit breiten Revers ausgestattet, wiederholen sich an den Morgenkleidern weniger einfachen Stils, zu welchen bedruckte Wollenvelours Jacquard und ramagirte Velours in hellen und mittleren Tönen, brochirte, oft mit Seide durchwirkte
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Da ich oben die schwarzen Toiletten ebenfalls hervorgehoben, so will ich 5 solche in(hier Totalitst schildern, welche für den bescheidenen
Geschmack annehmbar ist, ja, sich auch zu einer Modifikation eines älteren Kleides leiht. Der vague herabhängende Rock besteht aus einer Rückenbahn von schwarzer Faille und im Uebrigen aus gestreiftem Wollenspitzenstoff, vorn bedeckt mit einer langen Draperie aus schwarzer Faille, welche unten eine Spitze zeichnet und auf beiden Seiten regelmäßig bis zu den Hüften nach hinten gerafft ist, auf der rechten Seite vermöge einer Schleife aus schwarzem Sammetband. Ein anmuthig drapirtes und gepufftes Faltengewoge, eben⸗ falls aus Faille, schließt sich daran und vermischt sich mit der seidenen Rücken⸗ bahn. Das knapp anliegende Schnebbenleibchen, hinten geschnürt und hier wie vorn ziemlich tief eckig ausgeschnitten, wird durch eine gekräuselte Guimpe hochgestaltet; dieselbe läuft in einen hohen Stehkragen aus Sammet aus, den seitwärts eine Sammetbandschleife ziert. Entsprechende Schleifen, nach vorn und hinten herabfallend, begrenzen auf den Achseln die hochschultrigen, engen Ellbogenärmel, welche am Ellbogen und am unteren Rand von einer Sammetspange nebst Schleife umrahmt. Originell an dem miederartigen Leibchen ist vorn ein Spalt in der Form eines langen und schlanken V, aus welchem der Spitzenstoff bauschig herausquillt. Als Fond des Rockes wäre de Taffet zu nehmen.
Man kommt auf die Leibchen aus schlichtem(Lyoner) Sammet zurück, welche sich so vortrefflich den verschiedenartigsten Röcken anpassen. Sie werden immer reich mit Jet⸗ oder Stahlperlen verziert und stets über einem Plastron aus weißen oder schwarzen Spitzen oder aus Surah geöffnet. — Andere Leibchen eines noch geputzteren Stils, in der Form habits rögence, f den Rücken, die Seitentheile und den col officier aus Sammet, ab⸗ ynthgrün, rubinroth, saphirblan, ganz nach Belieben, die Vordertheile und die Aermel indeß aus rahmgelber Seiden⸗Etamine, über und über bestickt mit bunter Seide, oder aus Tüll mit Perlengehängen.
Auch von der Wiedereinführung des Panzerleibchens spricht man; es soll die Ball- und anderen Abendtoiletten begleiten und zu erstgenanntem Zweck mit einer breiten Blumen-Guirlande ausgestattet werden, welche die Hüften umstrickt.
Im entgegengesetzten Genre bereitet man Fichüleibchen, d. h. auf der Schulter gekräuselt, vorn mit einer kleinen, herzförmigen Oeffnung versehen und dann über der Brust gekreuzt; ein solches Leibchen zeichnet entweder eine Schnebbe, oder die gekräuselte Draperie setzt sich auf dem Rocke fort
und giebt dem Leibchen die Form einer drapirten Polonaise. Aber man
bedarf hierzu sehr weicher Stoffe, einfarbig oder gestreift. Man wird also das Fichüleibchen in Wolle, Seide oder Bengaline ausführen und den Rock aus einfarbiger Bengaline oder aus Seidenpeking, der in zwei Farben ge⸗ streift, fertigen. Das sind jugendliche Toiletten, diskret, von gutem Geschmack und wirklicher Eleganz.
Lose Blätter.
Aloz. Dem Briefe eines in Südafrika ansässigen Freundes entnehmen wir Folgendes:„Der Anblick der Aloen(Alos ärborescens) ist ebenso interessant als malerisch, indem diese Art von Alos die alten Blätter ab⸗ wirft und durch diese Eigenthümlichkeit ein schlanker, gerade aufsteigender Stamm gebildet wird, welcher oben die von dem jährigen Wuchse gebildete Krone trägt. Jetzt sind gerade die Bäume in ihrer schönsten Entwickelung und der ganze Wald prangt mit den verzweigten Blüthenschäften, deren Blumen von orangerother Färbung sind und sich dicht gedrängt den Stengeln einseitig anfügen. Die röhrenförmige Blumenkrone ist zum Ueberlaufen voll Nektar, welcher sich wie eine Thauperle auf jeder Blüthe erhebt und Vögel und Insekten zum reichlichen Mahle einladet. Bruder Karl, unser Freund M. und ich machten uns als wahre Leckermäuler nach beendeter Arbeit ebenfalls an das Austrinken der Alosblüthen und betrieben diese angenehme Beschäftigung, bis der orangerothe Blüthenstaub unsere Gesichter von einem Ohre bis zum andern überzog und uns bemalten Wilden ähn⸗ licher machte wie gesitteten Europäern.“ Aus den Alosn gewinnt man den in Massen exportirten Saft, die Alos des Handels, in der Weise, daß man die saftigen Blätter an der Basis abschneidet und rings um eine Boden⸗ vertiefung so ausbreitet, daß sich der ausfließende Saft in derselben sammelt. Die dicke, zähe Masse wird dann weiter eingedickt und in Kisten verpackt. Die Kap⸗Alos ist die wichtigste Sorte und giebt im Alos-Handel den Aus⸗ schlag, obwohl auch Barbados⸗ und Curagao⸗Alos auf den Markt kommt. Doch spielt die Barbados⸗Sorte keine große Rolle, indem in Folge der ver⸗ mehrten Kultivation des Zuckerrohres, welches allem Auscheine nach besser rentirt, die Alos-Pflanzen auf Barbados immer mehr abnehmen. Curagao⸗ Alos gelangt zwar in größeren 1 0 nach Europa und würde einen Er⸗ satz für die eben genannte Qualität bieten können, wenn dieselbe mit mehr Sorgfalt und gleichmäßiger bereitet werden würde.
Das kommt uns spanisch vor. Die spanischen Granden standen von jeher im Geruche lächerlichen Stolzes, und da Stolz eine fruchtbare Mutter von Thorheiten ist, so hat man ihnen auch mit mehr oder weniger Recht eine Menge von Lächerlichkeiten nachgesagt. Thatsache ist, daß ein besonders hochmüthiger Grande erster Klasse bei einer Hochzeit seine Degenspitze von einem Hofkavalier tragen ließ. Da aber Don Bernando sehr dick war und einen schwankenden Gang hatte, so mußte der mit der originellen Fanktion Betraute, um seiner Grandezza nicht beschwerlich zu fallen, links und rechts Sprünge machen, je nachdem sich der Degen rechts oder links bewegte.
Zahlreiche Zuschauer wären beinahe erstickt, weil sie nicht lachen durften.
Th. B.
Das Schachspiel hielt Abubeker Muhammed Ben Sacharia Al Rasie für das beste Mittel gegen die Liebe wie gegen die Melancholie. W. 6.


