Ausgabe 
28.11.1886
 
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hinüberspringen und ihn zu morgen früh bestellen, wer weiß, ob er heute noch herkommt.

Und die Rosel sprang hinüber und bestellte den Vinz; sie traf ihn allein und damit beschäftigt, seine Messer und sonstigen In⸗ strumente von Blut und Fett zu reinigen, denn er kam eben von der Pfarrei vom Schlachten, wie er sagte. Auf Rosel's Frage nach den Kindern zuckte er mit den Achseln. Er wußte nicht, wo sie waren, hatte sie heute den Tag über garnicht gesehen, auch nicht um die Mittagsstunde, wie er nach Haus gekommen war.

Ich an Eurer Stelle möcht' die Kinder nicht den ganzen Tag so herumrennen lassen, daß Ihr garnicht wißt, wo sie stecken, sagte die Rosel.

Der Vinz zuckte wieder mit den Achseln.Hab' ich ihnen nicht gesagt, daß sie zu Haus bleiben sollen, aber sie folgen ja nicht, man hat eben sein Kreuz mit den Kindern.

Die Rosel hatte es auf den Lippen, ihm zu entgegnen, daß grade er sich dieses Kreuz ziemlich leicht mache, dann aber ver schluckte sie diese Worte wieder.

So müßt Ihr nicht reden, sagte sie,ich kenne Eure Kinder, sie sind nicht schlecht, aber,

Aber der Vater ist's, vollendete der Fleischer⸗Vinz und wollte lachen, aber es kam ihm nicht von Herzen.

Nein, nein, widersprach die Rosel voller Eifer,das ist's

nicht, was ich hab' sagen wollen, aber ich denk mir halt manch⸗

mal, die Kinder haben doch gar zu wenig Aufsicht und Anleitung bei Euch.

Wie soll ich's machen? sagte der Fleischer-Vinz und sein Auge durchwanderte mit einem traurigen Blick das enge, ungemüthliche Stübchen,ich bin allein, ich kann nicht hinter den Kindern herlaufen.

Freilich könnt' Ihr das nicht, gab die Rosel zu und nickte recht verständig mit dem Kopfe,ich meine aber halt, wenn Ihr Euch nur ein Bischen mehr um sie bekümmern möchtet, nur so, daß die Kinder merken, es schaut Jemand nach ihnen und sie gehören Jemanden zu eigen und dann, Vincenz, das Mädchen stockte, wurde blutroth und senkte den Kopf auf die Brust.

Sprich' nur weiter, Rosel, sagte der Fleischer-Vinz,und scheu Dich nicht, Du kannst mir nicht zu viel sagen.

Und Ihr werdet mir ganz gewiß nicht bös werden wegen dem, was ich schwätze? sagte die Rosel bittend, und ihre glänzenden, braunen Augen, die jetzt recht ernst dreinschauten, blickten treuherzig zu ihm auf; dem Vincenz wurde ganz eigen um's Herz, und er wußte doch sonst nichts von Verlegenheit; jetzt aber griff er nach den blankgeputzten Messern und um sich eine Beschäftigung zu machen, wischte er sie alle der Reihe nach noch einmal ab.

Gewiß nicht, Rosel, sagte er dabei,auf Dich könnt' ich nun und nimmer bös werden, sag' mir nur Alles, was Du willst.

Na, so hört, Vincenz, begann nun die Rosel und schaute ihm muthig in's Gesicht,habt Ihr's denn wirklich nöthig, so viel Abende, wie Gott giebt, zu uns in's weiße Roß zu kommen, oder in irgend einem anderen Wirthshause herumzulungern und die paar Kreuzer, die Ihr Tags über verdient und die Ihr so nöthig in die Wirthschaft und für die Kinder brauchen möcht', zu vertrinken und zu verspielen? Mich geht's ja auf der weiten Gotteswelt nichts an, und Ihr könnt's treiben, wie Ihr wollt, aber gut und recht ist's gewiß nicht an Euren Kindern gehandelt, wenn Ihr sie herumlaufen laßt wie die Wilden, in keine Schule schickt, ihnen ein Beispiel gebt, daß sie den Respekt und die Liebe zu Euch verlieren müssen, wenn Ihr nicht für sie sorgt und ihnen nichts gebt, so daß sie ihr Bissel Brot bei Eurem Bruder oder gar bei fremden Leuten zu sammenbetteln müssen!

Die Rosel hatte sich in vollen Eifer hineingesprochen und ihre Rede hatte gewiß deutlich und entschieden genug geklungen, jetzt aber, wie sie sah, daß der Fleischer-Vinz, ohne sie anzuschaun, sich stumm nach dem Fenster wandte, verließ sie auf einmal ihr Muth.

Nun seid Ihr aber doch bös auf mich, ganz gewiß und ich bin ja auch gar zu keck gewesen, fügte sie nach einer Pause ziemlich kleinlaut hinzu.

Nein, Rosel, ich bin nicht bös, sagte der Vinz mit eigen thümlich sanfter Stimme,und Du hast recht in Allem, was Du gesprochen; ich selbst hab's mir gesagt und mein Bruder hat's mir hundertmal gesagt und viele Andere auch, nur daß ich auf Keinen gehört hab' und das geblieben bin, was ich einmal war, ein ganz

miserabler Lump! Aber Du kannst mir glauben, Rosel, immer bin ich doch nicht so gewesen, Du freilich kennst mich nicht anders, aber wie ich noch ein lediger Bursch war, da, 9 Ich weiß es, unterbrach ihn das Mädchen schnell,ich hab's von Eurem Bruder und den anderen Leuten, sie sagen, daß es keinen braveren Burschen wie Euch im ganzen Ort gegeben hat. Der Fleischer-Vinz nickte ein paar mal gedankenvoll mit dem Kopf:Man soll von den Todten nichts Schlechtes reden, sagte er mit leiser Stimme,und Gott mag!s ihr da droben nicht an rechnen, was zumeist sie aus mir gemacht hat; aber glaub' mir, Rosel, hätt' ich ein anderes Weib gehabt, ein solches, das mit mir gearbeitet und sich gemüht hätt', zu dem ich Zutrauen und ein bissel Lieb' hätt' haben können, so wäre manches anders mit mir. Die Rosel gab keine Antwort, vielleicht weil sie fühlte, daß der Vinz recht hatte und sie doch auf sein todtes Weib nichts Böses sagen wollte. 5 Wie kommt's, Rosel, sagte der Vincenz nach einer kleinen

Pause und schaute das Mädchen mit seinen klaren, blauen Augen

so recht herzlich an,wie kommt's, daß Du Theilnahme für mich hast und Dich um mich bekümmerst? Du kennst mich doch nur von der allerschlechtesten Seite und kannst gewiß nicht viel von mir halten.

Ich thu's aber doch, entgegnete die Rosel in fast trotzigem Tone.Schaut, Vincenz, ich hab's mir nun mal in den Kopf gesetzt und mein wimmer, ich werd' auch noch recht damit behalten, daß grad' in Euch recht' was Gutes steckt und was ich so geredt' hab', setzte sie schnell und etwas verlegen hinzu, als sie sah, wie der Vinz mit einer auffallend raschen und freudigen Bewegung den Kopf in die Höhe warf,so hab' ich's halt der Kinder wegen gethan.

Ja, ja, der Kinder wegen, freilich, wiederholte der Fleischer Vinz in eigenthümlich gedrücktem Tone und wandte sich wieder dem Fenster zu.

Die Rosel stand noch ein paar Augenblicke da, als ob sie wartete, daß er noch etwas sagen solle, er that es aber nicht und ihr wurde unbehaglich zu Muthe.Ich muß wieder hinüber, sagte sie endlich, gewiß haben wir schon Gäste und dem Bruder werd' ich's aus richten, daß Ihr morgen frühzeitig zu uns kommt; in Gottes Namen. ö

In Gottes Namen! grüßte der Vincenz, ohne sich umzusehn, und während die Rosel in's weiße Roß hinüberlief, dachte sie bei sich, wie es doch kurios von dem Vincenz sei, daß er sich jetzt ganz zuletzt doch noch den Anschein gegeben habe, als ob er ihr ihre Reden verübelt hätte!

(Fortsetzung folgt.). 6

Kleine Frauen-Zeitung.

Die Mode.

Der Schlußsatz meines vorigen Berichtes ist mir im Gedächtniß, und so suche ich heut die Mode, meinem Versprechen gemäß, zuerst im Reiche der winterlichen Kopfbedeckungen auf.

Die Formen, die Grundmaterialien und die Garnituren derselben sind aber so variirend, daß man hinsichtlich der Wahl einer solchen in Ver⸗ legenheit geräth. Und es ist keineewegs eine geringe Verlegenheit, wenn die Anzahl der hübschen Dinge so groß ist. Wird es dieser oder jener Hut oder der andere dort sein? Das fragt man sich, indem man die Wunder werke wiederholt in die Hand nimmt und betrachtet. Einige Damen wissen sofort mit sicherem Blick, was sie tragen wollen, was ihnen steht, aber das ist nur eine kleine Zahl. Die Mode bewilligt uns mehr und mehr Freiheit und schließt uns nicht in einen engen Kreis, in welchem man höchstens unter wei oder drei Typen zu wählen hat; sie bildet lelseren Geschmack, aber sie vergrößert auch unsere Verwirrung, unsere Verantwortlichkeit.

Ich glaube indeß, nach meinen persönlichen Beobachtungen, daß jede Dame schließlich den ihr zusagenden, sie verschönernden Hut finden wird, je nachdem es die unbeschränkten Mittel gestatten, die Sparsamkeit erfordert, und schon manchmal habe ich darauf hingewiesen, daß man vor Allem ebenso wie jene Faktoren, seine Figur, seine Gesichtszüge, sein Haar in Betracht ziehen müsse. Wie auch die Tendenzen der Mode sein mögen: das Uebertriebene gereicht nie zum Vortheil, sondern schadet.

Was die Farben betrifft, so muß man sich nicht etwa auf eine Spe⸗ zialität beschränken und die alten Formeln zurückrufen: Das Blau der Blondine, das Roth oder Gelb der Brünette ꝛc. c. Wie manche Blondine erscheint matt in Blau, reizend in Roth, während eine Brünette mit bräunlich angehauchtem Teint entzückend in hellem Blau aussieht. Was am hübschesten kleidet: ist anzunehmen.

Die Winterhüte künden sich in großen und in kleinen Formen an, und

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